Die Philosophie des Erik Wudtke - aber: Der Handball wird in Ferndorf nicht neu erfunden

Neuzugang David Breuer, Vorstandsmitglied Roger Becker und Trainer Erik Wudtke (v.l.).
Neuzugang David Breuer, Vorstandsmitglied Roger Becker und Trainer Erik Wudtke (v.l.).
Foto: WP

Ferndorf..  Die neue Zeitrechnung geht beim TuS Ferndorf mit neuen Tönen einher. Die Rede ist von Philosophie im Training, Wettkampf und im Umgang miteinander. Der neue Trainer Erik Wudtke will diese Prinzipien von Beginn seiner Tätigkeit an der Mannschaft vermitteln und ist jetzt seit gut einer Woche dabei, das zunächst in den intensiven Einheiten der Vorbereitung auch umzusetzen.

„Gemeinsame Arbeit setzt beiderseitiges Vertrauen heraus“, so Erik Wudtke. Der Zwei-Meter-Mann, ein Kerl wie ein Schrank, reagiert sensibel, wenn es um diese Basis der Zusammenarbeit geht.

Der Trainer: „Wir wollen und können das Rad nicht neu erfinden, aber wir müssen nach Wegen suchen, uns zu verbessern.“ Und das möglichst nach jedem Training. Video-Technik ist dabei behilflich, getreu dem Motto „Jeder Spieler soll nach dem Training besser sein als davor“. Nur dann, davon ist Erik Wudtke überzeugt, lassen sich auch im Spiel diese gelernten Dinge verinnerlichen, sie verselbstständigen sich und machen eine Mannschaft unberechenbar. Ab dem 30. August muss sich das bewahrheiten.

Auch in den Handball sind Begriffe wie aggressives „Gegen den Ball arbeiten“ längst in den modernen Sprachgebrauch aufgenommen worden. Möglichst schon in des Gegners Hälfte den Versuch starten, in Ballbesitz zu kommen, schnell umschalten, um dann die „leichten Tore“, die den Gegner so schmerzen, zu erzielen.

Erik Wudtke führt Beispiele von Spitzenmannschaften anderer Sportarten heran. Im Basketball, Eishockey und Fußball ist das Prinzip des „Forechecking“ längst verinnerlicht.

Die Abwehr am eigenen Kreis will der neue Coach losgelöst sehen von starren Systemen. „Es darf gar nicht zu sehen sein, ob wir nun 6:0 spielen, 5:1 oder 3:2:1. Situationsbedingt müssen die Spieler im Kopf den Hebel umlegen.“ Antizipieren ist das Schlagwort. Das setzt voraus, ein Spiel lesen zu können und natürlich ungeheure Fitness.

„Die Mannschaft“, so Wudtke, hat sich diese Grundvoraussetzungen individuell erarbeitet, die macht sich in jedem Training groggy und arbeitet einfach super.“

Als früherer Hamburger Landestrainer ist Wudtke die Integration junger Spieler und die Verzahnung der Nachwuchs-Abteilung mit den Seniorenmannschaften von großer Bedeutung. Daher ist auch die Personalie Michael Lerscht, dem Ferndorfer Insider, der neben der Betreuung der zweiten Mannschaft auch als Co-Trainer der ersten fungiert, so wichtig für den A-Lizenz-Inhaber.

Er arbeitet mit 18 Akteuren. Ständig mit dabei in dieser Vorbereitung die Nachwuchskräfte Michel Sorg, Patrick Bettig (Wuttke: „Der hat ein richtiges Pfund im Arm...“), Kevin John oder Fabio Schöttler.

Und die neue Saison in der 3. Liga? Wo sieht der Trainer seine Mannschaft? „Der TuS Ferndorf“, so Wudtke, „wird zu den fünf Teams gehören, die um den Titel mitspielen.“ Er nennt in einem Atemzug Leichlingen, Meister Dormagen, Wilhelms­haven und Hagen.

Der mit Lebensgefährtin, Sohn und Tochter in Köln lebende, gerade vor einer Woche 41 Jahre alt gewordene Erik Wudtke, ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Als Profi spielte er in der Bundesliga für MT Melsungen, war in der französischen Liga für US Duinkirchen aktiv und wurde mit dem HC Eynatten belgischer Meister.

Mit dem TuS Ferndorf verfolgen er, seine Mannschaft und die Verantwortlichen bescheidenere Ziele. Die Meisterschaft in der starken 3. Liga West aber ist - bei aller Bescheidenheit - auch in der neuen Zeitrechnung kein Muss.

 
 

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