Bergab im Slalom – mit 50 km/h

Hesselbach..  „Verrückt, oder?!“ Die Zuschauer schütteln den Kopf. Schmunzeln. Müssen aber immer wieder hinsehen. Einfach faszinierend, „diese Verrückten“ auf Rollen. Bei dem einen sind es pro Schiene vier Rollen von 100 Millimetern Durchmesser, bei dem anderen fünf von 80. Doch die Herausforderung bleibt die gleiche, wenn die Läufer auf ihren Inlineskates „downhill“ die 255 Meter lange Asphaltpiste auf der Hesselbacher Straße Tor um Tor hinunter rasen. Die Schnellsten erreichen in Spitzenzeiten das Tempo von 50 km/h. Alles reine Nervensache. Aber schließlich geht’s um was: Das Auftaktrennen um den Inline Alpin Deutschland Cup, der höchsten nationalen Rennserie, wurde am Samstag vom SV Oberes Banfetal (SVO) ausgetragen.

SVO-Jugend geht gern „inline“

Eine große Sache für den Verein, der in diesem Jahr das Jubiläum „50 Jahre Ski fahren im Banfetal“ feiert. Wenn dagegen auch der InlineAlpin Slalom eine vergleichsweise junge Rennsportart ist, haben die Verantwortlichen ihre Ideallinie gefunden. „Der Inline-Rennsport hat die Jugendarbeit im Verein wesentlich bereichert“, sagt Günter Gerhardt, Vorsitzender des SV Oberes Banfetal. 27 Kinder und Jugendliche sind dort „inline“ unterwegs. Diese Disziplin weist zwar viele Parallelen zum alpinen Skisport auf, hat den Stellenwert als Ausgleichs- und Sommertraining für Wintersportler allerdings überwunden. Vom gastgebenden Verein hat es Marie-Theres Lehmann als erste Läuferin des Westdeutschen Skiverbands (WSV) in den DSV-Kader geschafft. Sie ging also mit der deutschen Elite in Hesselbach auf die Rollen.

Heimische Sportler im Finale

Am Samstag starteten 130 Athleten (U14 bis Masters) in zwei Durchgängen in das Slalomrennen um den Deutschland-Cup, bevor am Abend das große Finale folgte. Die beste Zeit legte Andreas Hilble mit 19,48 Sekunden vor. Schnellste Frau war Ann-Kathrin Stolz mit 20,1 Sekunden.

Im Finale der Besten, das von den jeweils zehn besten Schülerinnen und Schülern sowie den 15 besten Erwachsenen aus dem vorangegangenen DSV-Punkterennen bestritten wurde, waren auch heimische Sportler vertreten: Marie Theres Lehmann wurde Dritte, Marina Lea Blecher Achte. Der Hesselbacher Maximilian Löw, der für den SK Winterberg startet, fuhr auf Rang 4.

Am Sonntag startete der Wettbewerb um den Inline-Alpin-Cup des westdeutschen und des hessischen Skiverbands mit 110 Sportlern. Der Nachwuchs war am Samstag beim Inline Alpin Kids Cup U8 bis U12 sowie am Sonntag beim Kids Slalom U8 bis U12 und beim Skitty Race am Start.

Große Unterstützung

„Fantastisch“, fand Günter Gerhardt die Rennen. „Das ist einfach noch eine Nummer größer, als ich es mit hätte vorstellen können.“ So die sportliche Sicht. Meteorologisch wären sonnigere Seiten durchaus im Bereich des Vorstellbaren gewesen. „Geprägt von den wechselnden Wetterbedingungen war uns letzten Endes der Wettergott trotzdem noch hold, da die Bedingungen innerhalb der Klassen immer gleich waren“, so SVO-Inlinereferent Andre Lehmann. Doch Outdoor-Event hin oder her – es blieb zu nass und zu kalt.

Warm ums Herz wurde den Veranstaltern vielmehr angesichts der großen Unterstützung. „Es hat alles top geklappt“, freute sich Cheforganisator Lehmann. „Die Vorbereitungen mit über 70 Helfern und auch das Sponsoren-Echo – das war sensationell.“

EURE FAVORITEN