Aufstieg ist ein schöner Traum

18 Monate ein Gespann: Florian Schnorrenberg (l.) und Sascha Bäcker. Jetzt übernimmt Stefan Trevisi die Assistenten-Rolle für den aus beruflichen Gründen ausscheidenden Bäcker.
18 Monate ein Gespann: Florian Schnorrenberg (l.) und Sascha Bäcker. Jetzt übernimmt Stefan Trevisi die Assistenten-Rolle für den aus beruflichen Gründen ausscheidenden Bäcker.
Foto: WP

Erndtebrück..  35 Punkte hat der TuS Erndtebrück aus 16 Spielen in der Fußball-Oberliga gesammelt. Das ist Platz zwei. Ein Aufstiegsplatz. Kurz vor Weihnachten werden Wünsche geäußert. Das gilt auch für Florian Schnorrenberg, den 37-jährigen Trainer der Wittgensteiner. Im Gespräch mit unserer Zeitung wirft er aber auch einen Blick zurück.

Beginnen wir mit den Wünschen. Was steht, rein aus fußballerischer Sicht ganz oben auf der Liste?

Schnorrenberg (lächelt): Lokalduelle gegen Sportfreunde Siegen - und das in der Regionalliga. Da ich davon ausgehe, dass die Siegener den Klassenerhalt schaffen, ist ja klar, in welcher Liga wir dann spielen müssen.

Spinnen wir den Faden einfach weiter: Es könnte ja sogar noch mehr heraus springen, als „nur“ der Aufstieg?

Wenn wir RW Ahlen noch von Platz eins verdrängen, wären wir sogar für den DFB-Pokal qualifiziert. Das wäre wirtschaftlich ein echtes Pfund, mit dem wir dann sogar einen Teil der Regionalliga finanzieren könnten.

Nun ist Florian Schnorrenberg ja alles andere als ein Träumer. Und ich denke, dass die ersten Antworten eher Träumereien sind. Oder doch nicht?

Klar, wir machen uns natürlich so unsere Gedanken, wissen aber auch, wie schwer es wird. Zur Zeit überwiegt ganz einfach die Freude über diese tolle Hinrunde - mit sehr guten Spielen und echten Highlights.

Die da wären?

Ich sage nur Ahlen und Rhynern. 7:1 gegen den Tabellenführer, 5:0 gegen den Dritten. Das sind Ergebnisse, von denen man eigentlich auch nur träumen kann. Aber wir haben sie wahr gemacht. Um an solce Leistungen im neuen Jahr anknüpfen zu können, brauchen wir eine gute Vorbereitung. Wenn wir nur ein paar Prozent nachlassen, bedeutet das Punktverluste. Das gilt es zu vermeiden.

Es hat auch Spiele gegeben, da ist es nicht nach Wunsch gelaufen. Erinnert sei an drei Auswärtsspiele in Serie ohne erzieltes Tor.

In Erkenschwick und Stadtlohn haben wir 0:1 verloren, in Beckum hieß es nach 90 Minuten 0:0. Da haben wir es versäumt, unsere Überlegenheit in Tore umzuwandeln. Wir hatten in jedem dieser Spiele unsere Chancen. Aber auch daraus lernen wir und ziehen zumindest die Erkenntnis daraus, dass es insgesamt ein weiter Weg ist.

Im vergangenen Jahr um diese Zeit hast du mit dem TuS auf dem neunten Platz gestanden. Trotzdem wurde die Lizenz für die Regionalliga beantragt. Da seid ihr insgeheim ein wenig belächelt worden. Dieses Lächeln dürfte der Konkurrenz spätestens jetzt vergangen sein?

In der vergangenen Saison waren die Konstellationen ein wenig anders als jetzt. Da stieg Rödinghausen als Zweitplatzierter auf, wir waren am Ende Fünfter, es fehlte ein Platz, um als Vierter ebenfalls noch inm die Regionalliga zu kommen. Bielefeld II durfte als Meister nicht aufsteigen, Erkenschwick und Neuenkirchen auf Rang drei und vier hatten keine Lizenz beantragt. Insofern war unsere Entscheidung damals richtig. Das sieht in diesem Jahr doch ganz anders aus.

Das letzte Spiel im alten Jahr habt ihr 5:1 gegen Schlusslicht Westfalia Herne gewonnen. Der TuS Erndtebrück weist mit +30 die mit Abstand beste Tordifferenz auf (zum Vergleich: Ahlen bringt es bei gleicher Trefferzahl von 41 nur auf eine Differenz von 23). Ist die Abwehr das eigentliche Prunktstück?

Elf Gegentore sind schon ein super Bilanz. Aber wir haben auch 41 Treffer erzielt. Das spricht von guter Mischung, gutem Vorwärtsdrang einerseits, aber auch Qualität im Spiel gegen den Ball. Wichtig wird es sein, diese gute Verfassung in die Rückrunde hinüber zu retten und im neuen Jahr gut aus den Startlöchern zu kommen. Das erste Spiel steigt am 22. Februar beim TuS Ennepetal.

Der Terminplan für die Vorbereitung steht. Wann geht es wieder los?

Am 12. Januar kommen wir zum ersten Training zusammen. Hoffentlich geht das auf unserem Platz über die Bühne. Im vergangenen Jahr haben wir witterungsmäßig keine Einbußen gehabt, da können wir uns für 2015 nur eine Wiederholung wünschen.

Wie sieht es mit Hallenfußball aus?

Da wollen wir am 4. Januar unseren Vorjahrs-Titel aus Derschlag gerne verteidigen. Das ist der einzige Auftritt unterm Hallendach. In Wilnsdorf (Anm. d. Red.: 2. Januar) mussten wir als Titelverteidiger leider absagen, das kommt uns einfach zu früh. Wir haben mit den Wilnsdorfern ein Freundschaftsspiel im Sommer verainbart.

Dann als Regionalligist TuS Erndtebrück?

Das wäre natürlich schön, aber natürlich keine Selbstverständlichkeit. Es ist, wie gesagt, ein weiter Weg. Doch die Mannschaft eine tollle Mentalität, den Willen, es zu schaffen. Wenn wir von größeren Verletzungen verschont bleiben, sprechen wir auf jeden Fall ein ernsthaftes Wörtchen mit. Noch aber haben wir nichts in der Hand.Für Platz zwei zur Halbzeit gibt es keine Preise - und zum Träumen haben wir keine Zeit. Aber jetzt gehen wir erstmal in die Pause, die sich jeder bei uns redlich verdient hat, und feiern ein hoffentlich geruhsames Weihnachtsfest.

 
 

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