Albert Kreth - fit wie ein Turnschuh

Albert Kreth bei seiner Bodenübung. Der Mann vom TV Allenbach ist 81 Jahre alt.
Albert Kreth bei seiner Bodenübung. Der Mann vom TV Allenbach ist 81 Jahre alt.
Foto: Mark Sonneborn
Er ist 81 Jahre alt und damit der älteste Teilnehmer aus dem Siegerland-Turngau beim Turnfest in Siegen: Albert Kreth hat am Donnerstag einen Geräte-Dreikampf geturnt und bis heute übrigens kein Landesturnfest verpasst.

Siegen..  Dieser Mann soll 81 Jahre alt sein? Kaum zu glauben. Die Rede ist von Albert Kreth, Jahrgang 1933, Ur-Siegerländer und leidenschaftlicher Turner. Beim Landesturnfest genoss Albert Kreth als ältester Teilnehmer aus dem Siegerland-Turngau bei seinem Turn-Dreikampf bei den NRW-Seniorenmeisterschaften quasi ein Heimspiel. „Aber einen Heimvorteil habe ich nicht“, schmunzelte der Senior, der sich zwischen Boden- und Barrenübung sogar die Zeit gönnte, mit uns über sich und das Turnen zu sprechen.

„Turnen hält einen gesund“

Mit sechs Jahren fing alles an. Als eines von neun Kindern war er der einzige, der sich für das Turnen interessierte. Sein Vater lockte ihn einige Jahre später zum TV Eintracht Siegen. Neben der aktiven Turnerei verdiente sich Albert Kreth auch Meriten als Oberturnwart und war auch an der Fusion zwischen Eintracht und dem Siegener TV zur TSG Siegen beteiligt. Mit dem Wohnortwechsel nach Littfeld war vor 32 Jahren dann auch ein Vereinswechsel verbunden.

Beim TV Littfeld war Kreth Jugend-, Kinder- und Seniorenfachwart und turnte natürlich weiter – bis plötzlich die Turngeräte aus der vereinseigenen Halle abtransportiert worden waren und sich der Verein mehr den Ballspielen zuwandte. Seitdem geht Albert Kreth für den TV Allenbach an die Geräte. „Und dort kann ich auch gut trainieren“, sagt das Ehrenmitglied des Siegerland-Turngaus, für den er auch 18 Jahre als Gau-Altersturnwart Einsatz zeigte.

Albert Kreth hat an allen Landesturnfesten – ob im WTB oder im Verbund mit dem RTB – teilgenommen, angefangen 1954 in Hamm. Ein Höhepunkt war das Turnfest 1960 in Siegen, das er im Arbeitsausschuss mit vorbereitete. Kreth erinnert sich noch haarscharf: „Ich habe einen Zehnkampf geturnt und von 127 Teilnehmern den 63. Platz belegt.“ Weil das Wetter so schlecht war, mussten Leichtathletikwettkämpfe aus dem Leimbachstadion in eine Reithalle verlegt werden – heute undenkbar. Bis auf Hamburg 1953 und Essen 1963 ließ Kreth auch kein Deutsches Turnfest aus, denn Turnen ist seine Leidenschaft, der Wettkampf mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten eine Freude. Ein Lieblingsgerät hat Albert Kreth nicht, „aber das unliebste ist mir der dann doch der Sprung.“ Jedenfalls hat ihn das Turnen fit und munter gehalten. Der Altersturner sagt: „Turnen hält einen gesund. Ich will den jungen Leuten zeigen, dass man auch mit Gerätturnen alt werden kann.“

In Berlin, beim nächsten Deutschen Turnfest 2017, wird der nimmermüde Albert Kreth wieder dabei sein. Wenn er gesund bleibt.

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