Abschiedsschmerz - Issa Issa verlässt Sportfreunde mit Tränen in den Augen

Der Sportliche Leiter Lutz Lindemann (links) umarmt Issa Issa  bei dessen Verabschiedung. Lindemann: „Das ist ein sehr emotionaler Moment.“ Foto: Rene Traut.
Der Sportliche Leiter Lutz Lindemann (links) umarmt Issa Issa bei dessen Verabschiedung. Lindemann: „Das ist ein sehr emotionaler Moment.“ Foto: Rene Traut.
Foto: Rene Traut
Lange umarmten sich die beiden Männer. Da dankte der eine dem anderen für seine Loyalität, seine Unterstützung und für eine großartige Saison. Als Lutz Lindemann und Spielmacher Issa Issa sich wieder trennten, da hatte jeder der beiden feuchte Augen.

Siegen..  „Das ist keine Schauspielerei, das tut mir schon weh, sich heute von Spielern zu trennen, die man hierhin geholt hat und die dann eine tolle Entwicklung gemacht haben. Das ist ein sehr emotionaler Moment“, sagte der Sportliche Leiter der Sportfreunde nach der Verabschiedung seines „Sechsers“, der, wie all’ seine Kollegen, auch eine großformatige Fotokollage mit den Momenten des Spieljahres in der NRW-Liga zur Erinnerung geschenkt bekam.

„Es tut weh und ich bin traurig, sehr traurig, diese Mannschaft zu verlassen“, kämpfte auch der Libanese mit dem Tränenwasser. „Ich bin den Fans dankbar für diese Saison, ich bin dem Trainer und dem Sportlichen Leiter Lutz Lindemann dankbar, dass sie an mich geglaubt haben. Ich werde viel Positives aus Siegen mitnehmen“, so der 26-Jährige, dessen sportliche Zukunft noch ungeklärt ist. „Ich weiß wirklich noch nicht, wohin ich gehe. Ich habe ja auch lange geglaubt, ich könnte noch bei den Sportfreunden bleiben. Noch im März hatte man mir ja gesagt, dass man mit mir weiter plant und dann war ich natürlich schon enttäuscht, dass es anders gekommen ist.“

Issa Issa sprach auch davon, dass er ja in Siegen keinesfalls mit offenen Armen empfangen worden sei: „Ich hatte am Anfang viele Kritiker hier, doch ich habe immer an mich geglaubt und habe den Kampf angenommen. Ich habe auch für meinen schwer kranken Vater, der nun seit fast zwei Jahren im Wachkoma liegt, weiterhin Fußball gespielt. Er war im Kopf immer dabei. Sein Schicksal hat mir aber auch gezeigt, dass Fußball eben auch nicht alles ist im Leben. Ich denke nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage, dass ich einen Anteil am Erfolg unserer Mannschaft habe. Dass ich so eine starke Saison gespielt habe verdanke ich Michael Boris, der eine sehr gute Trainingsarbeit macht.“

Jörn Nowak hat „Wettschulden“

Große Stücke hat in dieser Saison auch sein Trainer auf ihn gehalten: „Issa spielt wohl seine beste Saison“ hatte Michael Boris vor einigen Wochen erklärt. „Er ist in einer unglaublichen körperlichen Verfassung. Zudem hat er einen einwandfreien Charakter. Ich freue mich, dass er in dieser Saison in meinem Team ist. Aber in Zukunft wollen wir auf jüngere Spieler setzen, die bei Profivereinn ausgebildet wurden. Wir können uns auch finanziell keine großen Sprünge leisten. Wir haben Issa ein Angebot vorgelegt, das er abgelehnt hat“, erklärt Michael Boris die Trennung.

Der zweifache Familienvater geht jetzt zunächst zurück nach Essen, Angebote erhielt er von mehreren Clubs, auch in der Regionalliga, und so kreuzen sich die Wege des Libanesen, der einer der Lieblinge der Fans geworden ist, mit den Sportfreunden vielleicht irgendwann mal wieder.

Das könnte auch im Falle von Jörn Nowak eintreten. Der Sportfreunde-Kapitän hatte mit der Sportlichen Leistung bis kurz vor Saisonschluss eine „Hängepartie“. Erst am vergangenen Mittwoch, dem Tag vor dem Kreispokalfinale, hatte er Lutz Lindemann und Trainer Boris mitgeteilt, dass er das Angebot des Vereins nicht annehmen werde. „Ich sollte in der Geschäftsstelle einsteigen und hatte die Option künftig bei der Sportlichen Leitung mitzuarbeiten. Das Angebot war auch wirklich lukrativ, daran hat es nicht gelegen, aber ich fühle mich für so einen Job einfach noch zu jung. Ich kann noch Regionalliga spielen und habe Angebote. Ich gehe nun mit Wehmut aus Siegen weg, es war eine schöne Zeit, die Mannschaft hat gut zusammengearbeitet.“ Jetzt muss Nowak noch ein geeignetes Restaurant finden, um seine Schulden zu begleichen. „Ich hatte mit Daniel Grebe gewettet, dass wir Köln noch packen und Meister werden. Nun muss ich ein Essen springen lassen...!“

  • Trainingsauftakt: Am Montag, 25. Juni 2012, bittet Cheftrainer Michael Boris den neuen Sportfreunde-Kader zum ersten Training für die neue Regionalliga-Saison 2012/2013.


  • Erstes Testspiel: Am Mittwoch, 27. Juni 2012, steht das erste Testspiel (Spielort noch unbekannt) gegen den Drittligisten SC Preußen Münster auf dem Vorbereitungsplan.
  • Regionalliga-Saisonstart: Erster Spieltag der neuen Regionalliga West ist das Wochenende vom 3. bis 5. August.

 
 

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