Zwölfer müssen den Abstiegskampf annehmen

Nur in den Europapokalspielen, wie hier gegen Merksplas, riefen Genia Milchin (l.) und das Buschhausener Team ihr Potenzial ab.
Nur in den Europapokalspielen, wie hier gegen Merksplas, riefen Genia Milchin (l.) und das Buschhausener Team ihr Potenzial ab.
Foto: Thöne
Regionalligist Buschhausen 1912 ging wie in den Vorjahren mit hohen Erwartungen in die Saison, bleibt diesmal jedoch weit hinter diesen zurück

Oberhausen..  „Ohne die zwei Punkte am Grünen Tisch wäre es schon ein ziemlicher Rückstand.“ Michael Lange wird beim Blick auf die Tischtennis-Regionalligatabelle durchaus etwas mulmig zumute. Durch den gewerteten Sieg gegen Fulda jedoch sind Langenselbold, Vernich und Süchteln jeweils nur einen Punkt vor dem SC 1912, Porz ist mit einem Sieg mehr auf der Habenseite ebenfalls noch in direkter Reichweite.

„Wir müssen den Abstiegskampf jetzt schon in den Mund nehmen“, weiß der Buschhausener Teamchef um die Bedeutung der kommenden Aufgaben. Samstag steht das Heimspiel gegen den Vierten TTV Ronsdorf an, tags darauf geht es bei der TTC RG Porz um zwei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten. „Da sollten es dann schon drei Punkte sein“, gibt Lange ein konkretes Ziel vor.

Ausgangslage ist nach den erfolgreichen Vorjahren sehr ungewohnt

Die Ausgangslage ist ziemlich ungewohnt für die Zwölfer. In der vergangenen Saison spielte die Mannschaft um die Meisterschaft mit, hatte selbstbewusst zu einem inoffiziellen Entscheidungsspiel gegen die punktgleiche Konkurrenz aus Velbert geladen. Seitdem hat sich die Mannschaft nur minimal verändert, für Kapitän und Routinier Bartosz Surzyn rückte Kai Schlowinsky ins Team.

Auch wenn Surzyn mit 22:2 eine überragende Bilanz gespielt hat, ist der Youngster mit bislang 5:3 ebenfalls sehr ordentlich in seine bisher höchste Spielklasse gestartet. Dennoch haben die Buschhausener nach sechs Spielen bereits insgesamt 38 Partien verloren. In der vergangenen Saison waren 75 nach 18 Spielen.

Doppelbelastung mit Europapokal sollte keine Rolle spielen

„Wir verlieren aktuell die knappen Spiele“, hatte Lange schon vor der Niederlage gegen Süchteln einen Grund für den schwachen Start ausgemacht. Eine mögliche Doppelbelastung im Europapokal dürfte kein Grund sein, die Partien dort waren eher ein Beispiel dafür, zu welchen Leistungen die Zwölfer im Stande sind.

Gegen die belgische Mannschaft aus Merksplas war der Mannschaft endlich wieder Spaß am Spiel anzumerken. Die ersten sieben Duelle gegen Süchteln hingegen wirkten verkrampft, bis Sebastian Frintrop die ersten Punkte zur letztlich beeindruckenden, aber nicht ausreichenden Aufholjagd beisteuerte.

Drei verlorene Doppel, insbesondere das von Christian Strack und Genia Milchin, waren eine ungewohnt große Hypothek. Dass zudem Strack im Einzel die Nerven verlor und mehr auf Tisch, Ball und Konkurrent Luke Savill schimpfte, der mit verdeckten Aufschlägen das Nervenkostüm weiter strapazierte, machte die Aufgabe fast unlösbar. Auch Kapitän Milchin war zu sehr mit sich selbst beschäftigt, dabei sollte er besonders in seiner neuen Rolle ein konstanter Faktor sein. Aktuell steht er bei einer für ihn enttäuschenden Bilanz von 4:7.

Surzyns Punkte fehlen, doch das ist nicht das Hauptproblem

In der Mitte steht Adler nach 23:9 in der Vorsaison bei 4:7, Franzel konnte gegen Süchteln gar erst sein zweites Spiel gewinnen, mit 2:9 steht er weit hinter seinen Möglichkeiten aus der Vorsaison, die er mit 14:8 abschloss. Frintrop steht in seinen Duellen im unteren Paarkreuz bei 3:4, vergangene Saison noch bei 16:6. Natürlich fehlen Surzyns Punkte in der Gesamtrechnung, doch viel mehr scheint in Buschhausen neben kleiner Formschwächen besonders in den Köpfen der größte Konkurrent zu stecken.

Die Partie gegen Süchteln am Samstagabend lieferte dafür ein gutes Beispiel. Mit jedem Misserfolg gingen die Köpfe weiter nach unten. Es wurde immer mehr lamentiert, Tische und Schläger wurden deutlich unsanfter behandelt. Es sah so aus, als würde die Mannschaft in sich zusammenfallen. Noch einmal zwei Stunden später, insgesamt wurden ja knapp fünf Stunden gespielt, war die Körpersprache eine ganz andere, auch wenn im Schlussdoppel am Ende die Luft ausging.

Ob die Aufholjagd nun der Startschuss für eine Rückkehr zu alter Stärke oder nur ein kleines Strohfeuer war, kann die Mannschaft kommenden am Wochenende gleich doppelt unter Beweis stellen. Dann sollten in der Sporthalle an der Lindnerstraße auch wieder Punkte an den blauen Platten geholt werden.

 
 

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