Wim van Ek zieht die Reißleine

Wim van Ek (r.) hat bei NBO das Handtuch geworfen, sein Assistent Frans Griffioen hat angeboten, für die kommenden zwei Wochen zur Verfügung zu stehen.
Wim van Ek (r.) hat bei NBO das Handtuch geworfen, sein Assistent Frans Griffioen hat angeboten, für die kommenden zwei Wochen zur Verfügung zu stehen.
Foto: Funke Foto Services
Der niederländische Coach der Bundesliga-Damen hat um Vertragsauflösung gebeten. Assistent Frans Griffioen hat sich als Übergangslösung angeboten.

Damen-Bundesligist NBO muss sich wieder einmal nach einem neuen Trainer umschauen. Der Niederländer Wim van Ek hat nach dem denkbar schlechten Start mit fünf Niederlagen den Vorstand der Oberhausenerinnen um Auflösung seines Vertrages gebeten. Montag Abend hat van Ek dies gemeinsam mit dem Vorstand der Mannschaft mitgeteilt. Bis Ende Oktober wird voraussichtlich zunächst der bisherige Assistenz-Trainer Frans Griffioen die Mannschaft übernehmen.

Als Grund für seinen Entschluss nennt van Ek das angeschlagene Verhältnis zu den Spielerinnen. „Die Atmosphäre war nicht mehr gut und mein Gefühl sagt mir, dass ich das nicht umkehren kann und es deswegen keinen Sinn mehr macht“, erklärt er auf Nachfrage. Die Stimmung innerhalb des Teams war offenbar schon seit Wochen im Keller.

Hauptgrund war dafür laut van Ek die Französin Melissa Diawakana. „Da habe ich einfach zu spät reagiert. Ich habe zu lange auf andere gehört, die sagten, ich solle noch abwarten“, ärgert sich der Niederländer im Nachhinein, der einen bildlichen Vergleich als Erklärung heranzieht. „Sie war die faule Frucht im Korb und als wir sie rausgenommen haben, waren einige der anderen Früchte angesteckt.“

Das Vertrauensverhältnis zwischen Coach und Mannschaft war schließlich dahin und van Ek ist erfahren genug, um zu erkennen, dass es nicht mehr zu kitten ist. Der 67-Jährige hat entsprechend früh die Reißleine gezogen. Laut NBO-Geschäftsführer Ralf Weßlowski, der als einziges Vorstandsmitglied für diese Zeitung zu erreichen war, kam das für den Verein jedoch ziemlich überraschend. „Mir ist nichts davon bekannt, dass Wim das zuvor angedeutet hat“, erklärt Weßlowski.

Van Eks Landsmann Griffioen hat dem Verein nun angeboten, bis Ende Oktober zur Verfügung zu stehen. Allerdings jeweils erst ab donnerstags, da er in den Tagen zuvor beruflich zu stark eingespannt ist. Wer an den übrigen Tagen das Training leitet, ist noch offen und muss nun schnell intern geklärt werden. Die Möglichkeiten dabei sind begrenzt und vermutlich werden die Lasten verteilt.

So kommt Weßlowski als Trainer des Regionalliga-Teams ebenso in Frage wie Jugendwart Helge Eggers, Teammanager Henry Canton oder möglicherweise auch Sportwartin Julia Gajewski. Fest steht nur, dass eine schwierige Aufgabe auf sie wartet, denn mit den beiden Liga-Partien in Chemnitz am Samstag und gegen Osnabrück eine Woche später sowie dem Pokalspiel in Neuss dazwischen stehen drei wichtige Spiele bis Ende des Monats an.

 
 

EURE FAVORITEN