Wim van Ek freut sich auf die Aufgabe

Der neue Trainer von evo NBO, Wim van Ek, wird mit einer fast komplett neuen Mannschaft an den Start gehen.
Der neue Trainer von evo NBO, Wim van Ek, wird mit einer fast komplett neuen Mannschaft an den Start gehen.
Foto: Fabian Strauch
Der neue NBO-Trainer startet Anfang August mit seinem Team in die Vorbereitung auf die neue Saison. Im Interview gibt er sich zuversichtlich.

Das ursprünglich geplante Saisonziel hat er praktisch schon vor dem Beginn seiner Tätigkeit erreicht. Damen-Basketball-Bundesligist evo NB Oberhausen verpflichtete im Frühjahr den Niederländer Wim van Ek als neuen Trainer mit der Vorgabe, den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga zu schaffen.

Bekanntermaßen stiegen die New Baskets nach dem Rückzug der Rhein Main Baskets erst gar nicht ab und so kann sich der 67-Jährige neue Ziele setzen. Die Sportredaktion sprach mit ihm über diese, den Stand der Vorbereitung und warum er sich auf die Spiele gegen Halle besonders freut.

Sie wohnen in Greven. Kennen Sie mittlerweile schon jeden Kilometer der A31?

Nein, noch nicht. So oft war ich noch nicht hier. Ich muss sogar noch jedes Mal das Navi anmachen, wenn ich von der Autobahn abfahre.

Dann haben Sie auch noch nicht so viel gesehen von Oberhausen?

Ein bisschen. Aber ich war zum Beispiel noch nicht im Centro, das hole ich vielleicht am Wochenende mal mit meiner Familie nach.

Werden Sie demnächst ganz nach Oberhausen umziehen?

Nein, meine Familie bleibt in Greven. Das ist ja auch nicht so weit. Ich beziehe hier aber bald ein Apartment, wo ich sicherlich mindestens zweimal in der Woche übernachten werde.

Ab wann geht es denn richtig los?

Wir starten Anfang August mit der Vorbereitung. Das sind dann sieben Wochen bis zum ersten Saisonspiel. Bis dahin sollten Kondition und Disziplin vorhanden sein. Wie weit wir dann insgesamt stehen, werden die Spiele zeigen.

Der Mittwoch ist weiter trainingsfrei?

Ja, das ist für die Belastung auch gut so. Ansonsten wird jeden Tag mindestens zweimal trainiert, zumindest mit denjenigen, die zur Verfügung stehen.

Wie weit ist es denn mit der Planung des neuen Kaders?

Damit sieht es eigentlich ganz gut aus. Das Team ist mehr oder weniger schon komplett, es fehlen aber noch die Unterschriften bei einigen Spielerinnen, daher kann ich jetzt noch keine Namen nennen. Aber mit den beiden heute veröffentlichten Amerikanerinnen sind wir auch da schon wieder einen großen Schritt weiter.

Wie viele Spielerinnen sollen denn noch kommen?

Wir haben aktuell sieben Spielerinnen unter Vertrag. Vielleicht kommt ja noch Ronja Spießbach dazu, die die Vorbereitung mitmachen wird. Ich denke, zwei weitere Spielerinnen werden wir noch brauchen. Da sind wir auch schon in guten Gesprächen.

War die Zusammenstellung kompliziert, mussten Sie viele Absagen hinnehmen?

Nein, ich bin sehr zufrieden. Absagen gab es halt von deutschen Spielerinnen, die den Verein lieber verlassen wollten. Vielleicht hing das mit dem negativen Gefühl der letzten Saison zusammen.

Damit meinen Sie in erster Linie Lea Mersch.

Jeder Trainer hätte gerne eine solche deutsche Aufbauspielerin. Aber Henry Canton und auch ich haben mit ihr gesprochen und sie wollte lieber was anderes ausprobieren. Das ist ja auch völlig in Ordnung und ich sehe das auch von der positiven Seite. So können wir frisch und unbefangen in die neue Spielzeit.

Damit werden nur drei Spielerinnen des Vorjahres übrig bleiben.

Ja. Ramona Tews, Jenny Menz und Aline Stiller. Dazu kommt noch Kathrin Schlatt als vierte Deutsche.

Das ist praktisch ein kompletter Umbruch.

Ja, so habe ich aber auch die Möglichkeit, Spielerinnen zu holen, die ich für meine Art zu spielen bevorzuge. Für einen neuen Trainer ist so ein Umbruch manchmal gar nicht schlecht. So ist es ein Neuanfang für alle und wir können frisch und frei in die Spielzeit gehen.

Wie wird das NBO-Spiel nach Ihrer Vorstellung aussehen?

Die Verteidigung hat die höchste Priorität. Wir werden viel pressen, den Gegner auch schon mal in der eigenen Hälfte attackieren. Daher werden wir sehr schnell und aggressiv spielen. Die 24 Sekunden für einen Angriff werden wir von mir aus nur selten brauchen.

Dafür haben Sie die Spielerinnen ausgesucht?

Außerdem haben wir bei der Auswahl auch großen Wert auf die Mentalität der Spielerinnen gelegt. Das ist zwar schwierig bei Ausländerinnen, die noch nicht in Deutschland waren, aber ich habe auch viel mit ehemaligen Trainern gesprochen und mich möglichst umfassend informiert. Bei Diawakana etwa hat mir auch mein Kollege Rene Spandauw den Hinweis gegeben. Insgesamt glaube ich, dass wir da eine gute Wahl getroffen haben.

Rene Spandauw kennen Sie noch aus Holland?

Ja, wir verstehen uns sehr gut. Wir haben sogar mal drei Monate ein Apartment geteilt, als wir gemeinsam in Holland gearbeitet haben. Mit ihm ist es immer lustig und ich freue mich schon riesig auf die Spiele gegen Halle, wo er ebenfalls jetzt neu anfängt.

Spandauw ist schon mehr als ein Jahrzehnt in der Bundesliga, für Sie ist es Neuland.

Ja, aber ich habe natürlich schon viele Spiele gesehen. Auch bei NBO war ich mehrmals, als noch Sharon Beld hier gespielt hat, die ich schon in Holland trainiert habe und zu der ich noch immer guten Kontakt habe.

Warum der Wechsel nach Deutschland?

Ich habe selber lange auf höchstem Niveau gespielt und dann auch trainiert. Aber nie professionell, weil ich 35 Jahre in einem großen Reha-Zentrum in Enschede mit großer Freude gearbeitet habe. Jetzt kann ich professionell als Trainer arbeiten und NBO hat mir die Chance dazu gegeben.

Das heißt, Sie kümmern sich hier um mehr als die erste Mannschaft?

Erst einmal ist das Bundesliga-Team meine Aufgabe. Aber natürlich stehe ich mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um neu zu schaffende Strukturen im Verein geht. Da kann ich mit meiner Erfahrung hoffentlich helfen. Das wichtigste für einen Verein ist es, in den Unterbau zu investieren.

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