RWO hat den Heimvorteil genutzt

Oberhausen. Der kommende Freitag hat es in sich. RWO (28 Punkte) spielt in Aachen, Paderborn empfängt Osnabrück (28) und der KSC (29) misst sich mit Fortuna Düsseldorf. RWO-Trainer Theo Schneider war nach dem 2:1-Sieg gegen Karlsruhe anzusehen, was für eine Last von ihm fiel. Von Boulevardmedien bereits als „Erfolglos-Trainer“ verspottet und abgestempelt, fuhr er mit seiner Truppe den ersten Dreier unter seiner Regie ein. „Jetzt geht auch was in Aachen.“ Dabei wird den Rot-Weißen allerdings Doppeltorschütze Mike Terranova fehlen, der in seinem 100. Zweitligaspiel nach einem Gerangel mit Alexander Iashvili seine fünfte gelbe Karte der Saison sah. „Terra“ berichtete nach dem Spiel mit dem Brustton der Überzeugung, dass da überhaupt nichts gewesen war – doch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus dürfte da nicht so falsch gelegen haben.

Doch wie alle Rot-Weißen hofft Terranova nun auch, dass mit dem Erfolg gegen Karlsruhe endlich der Bock umgestoßen, die Blockade gelöst ist und RWO nun endlich wieder weiß, wie Dreier schmecken.

Süß nämlich, so zumindest war auf den lachenden Gesichtern der Spieler nach der Partie zu sehen. Denn erstmals seit langer Zeit hatte die Mannschaft nicht nur mit Leidenschaft gekämpft, jetzt kam auch noch eine gute Portion Glück hinzu. Niemand hätte sich beschweren können, wenn aus den drei Hundertprozentigen der Gäste Tore entsprungen wären. Doch zweimal Macauley Chrisantus und einmal Simon Zoller trafen aus kürzester Distanz nicht das Tor von Sören Pirson. Wobei sich der holprige Platz zumindest bei einer Gelegenheit von Chrisantus als Segen erweist, denn kurz bevor der groß gewachsene Stürmer eindrücken will, springt das Leder unkontrollierbar auf. Dank an alle Kaninchen im Stadion. Rot-Weiß hatte zwar ebenso mit den Unebenheiten zu kämpfen, erwies sich nach dreitägigem Training im Stadion aber deutlich sachkundiger.

Und dann zeigte Terranova den Badenern, wie es richtig geht.

Einen weiten Pass von Dimi Pappas nimmt er mit der Brust an und drischt den Ball dann volley vom Strafraumeck mit links in den Giebel. Luis Robles fliegt umsonst.

Das macht der Karlsruher Keeper auch nach dem Wechsel. Wieder nimmt Terranova einen langen Ball von Pappas am Strafraum auf, passt kurz auf Ronny König, der verlängert durch zwei Karlsruher Spieler und „Terra“ wühlt sich um die herum und erwischt den Ball ganz krumm mit dem Schienbein. Aus acht Metern kullert der Ball rechts ins Eck. Robles macht sich so lang es ging, doch das ist für diesen Holperball immer noch zu kurz.

Vier Minuten Nachspielzeit ließ Steinhaus nachspielen. Bei den Oberhausener Anhängern unter den 8400 Zuschauern machte sich das Bielefeld-Syndrom breit: Angst vorm Gegentor in letzter Sekunde. Bei jeder noch so einfachen geklärten Aktion klatschten die Fans begeistert. Doch anders als beim 3:3 von Bielefeld spielen die Oberhausener die Partie diesmal ruhig runter und kommen nicht mehr in Gefahr. Endlich mal wieder ein Grund, dass Mannschaft und Fans zusammen feiern konnten. Doch alle wissen, dass dies nur der erste Schritt war.

Schneider: „Ich bin sehr erleichtert. Nicht auszudenken, wenn es anders herum gekommen wäre. Das wären traurige Ostern gewesen.“

 
 

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