NBO bleibt erstklassig

Der Vizemeister von 2014 schafft den Klassenerhalt am Grünen Tisch.
Der Vizemeister von 2014 schafft den Klassenerhalt am Grünen Tisch.
Foto: WAZ FotoPool
Rückzug der Rhein-Main Baskets sorgt für den Klassenerhalt am Grünen Tisch. Der Niederländer Wim van Ek wird neuer Trainer.

Eigentlich sollte bei evo NBO am Dienstag die Meldung über die Verpflichtung des neuen Trainers im Mittelpunkt stehen. Doch kaum war die Mitteilung über den Niederländer Wim van Ek als Nachfolger von Katja Zberch in die Welt geschickt, da weckte eine andere Nachricht das Interesse der Oberhausener Basketballfreunde.

Die Rhein-Main-Baskets kündigten zwei Tage vor dem Fristende an, ihre Erstliga-Lizenz nicht wahrnehmen zu wollen. Die Oberhausener als Elfter der vergangenen Saison waren somit erster Nachrücker und nach der offiziellen Nachfrage durch DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht entschieden sich die NBO-Verantwortlichen sofort dafür, den freien Platz in der ersten Bundesliga anzunehmen.

Wim van Ek neuer Trainer

„Für den Verein, für die Mannschaft und auch die Sponsoren ist diese Nachricht ein echter Glücksfall“, sagte NBO-Vorsitzende Sabine Benter, nachdem die Entscheidung gefallen war. Die erste Personalentscheidung war bereits kurz zuvor gefallen. Ab dem 1. Juli übernimmt Wim van Ek die Geschicke der ersten Mannschaft der New Baskets.

Der 67-jährige bringt jede Menge Erfahrung mit. 20 Jahre spielte er selbst aktiv Basketball, seit mehr als 20 Jahren ist er als Cheftrainer aktiv. Dabei trainierte er Herren-, Frauen- sowie Rollstuhlbasketballteams. Mit der niederländischen Rollstuhl-Nationalmannschaft der Herren landete er etwa im olympischen Wettbewerb auf Platz vier. Zudem war van Ek über 35 Jahre lang im Reha-Bereich mit Schwerpunkt Sporttherapie tätig. „Ich denke, dass wir die richtige Wahl getroffen haben“, ist der 2. Vorsitzende Ralf Höfels zuversichtlich. „Er ist ein erfahrener Trainer und kennt den Sport schon sein Leben lang.“

Und auch van Ek freut sich laut der NBO-Mitteilung auf seine Aufgabe: „Ich wollte schon immer ein Team im Ausland trainieren“, wird der Niederländer zitiert, der zwar bereits als Headcoach in Griechenland tätig war, „aber das war mehr ein Wochenendjob.“ Seit rund zwölf Jahren lebt van Ek mittlerweile in Deutschland an der holländischen Grenze und kennt NBO schon länger. „Ich habe Sharon Beld mehrere Jahre trainiert und sie hat mir nur Gutes über den Verein erzählt.“

Eine klare Vorstellung für seine Mannschaft hat der Niederländer auch schon: „Ich möchte auf verschiedene Weisen spielen können, aber die Grundlage ist ganz klar die starke Defense. Dafür sind Disziplin und Kondition wichtig. Wichtig ist auch, dass sich die Mannschaft füreinander einsetzt und als Team auftritt.“ Darüber hinaus soll van Ek auch in das unter Federführung von Helge Eggers entworfene Jugendkonzept eingebettet werden. Gemeinsam mit dem Jugendwart soll van Ek sich aktiv um die Nachwuchsförderung kümmern.

Planungsänderungen

Das alles war als Mission Wiederaufstieg geplant, muss jetzt aber direkt in der höchsten Liga umgesetzt werden. Auch für die Besetzung des Kaders dürfte es nun zu Planungsänderungen kommen. „Natürlich haben wir es als Bundesligist bei der Kaderplanung leichter“, behauptet Benter. Gut möglich, dass ein Großteil des letztjährigen Kaders mit Ausnahme der Ausländerinnen nun bleibt.

„Wir haben bereits einige Gespräche geführt und sind eigentlich auch schon recht weit, auch wenn die neue Situation natürlich einiges verändert“, sagt Henry Canton, der bereits seit dem Ende der Saison mit der Zusammenstellung der kommenden Mannschaft beschäftigt ist. Vermutlich wird er nun auch noch einmal das Gespräch mit Nationalspielerin Lea Mersch suchen, die von vielen Erstligaklubs umworben ist. Von einer Unterschrift bei einem anderen Club ist jedenfalls noch nichts bekannt.

Finanziell ist die unverhoffte Rückkehr ins Oberhaus laut Benter kein Wagnis. „Wir hatten für die Zielsetzung des Wiederaufstiegs praktisch mit einem erstligareifen Etat geplant, auch wenn wir in einigen Punkten Einschnitte vorgenommen haben.“

 
 

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