Ein Sieg mit Signalwirkung

Applaus nach dem ersten Heimsieg der Saison.
Applaus nach dem ersten Heimsieg der Saison.
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Bundesliga-Damen von evo NBO entscheiden das Kellerduell gegen Osnabrück nach leidenschaftlicher Vorstellung mit 66:62 für sich. Neuer Trainer und neue Spielerin kommen.

Ausgerechnet Nicole Maticka. Ausgerechnet die Slowakin, die in den ersten Spielen der Saison praktisch nur die Bank drückte, machte mit ihrem Dreier zum 65:59 30 Sekunden vor dem Ende den Deckel auf die Partie. Als kurze Zeit später der 66:62 (29:35)-Sieg von NBO gegen die GiroLive Panthers Osnabrück feststand, war die Erleichterung in der Jürissen-Halle bei Team wie Zuschauern gleichermaßen greifbar. Mit dem ersten Saisonsieg und der gleichzeitigen Verpflichtung von Ondrej Sykora als neuem Trainer sowie der Amerikanerin Chassidy Fussell blicken die Oberhausener wieder optimistischer nach vorne.

„Drei gute Nachrichten an einem Tag“, strahlte der zweite NBO-Vorsitzende Ralf Höfels nach der Partie, „für mich kam die Wende schon Mittwoch beim Pokal. Da hat die Mannschaft bereits ihr neues Gesicht gezeigt.“ In der Tat hat es Teammanager Henry Canton als Übergangs-Trainer in kurzer Zeit geschafft, dem Team wieder Leben einzuhauchen. Spätestens nach dem Pokalsieg in Neuss war dann auch das Selbstvertrauen wieder da.

Das war Samstag schon vor der Partie sichtbar, als sich Jylisa und Melissa Williams in Batman- bzw. Superman-Shirts warm machten. Die mussten sie zwar auf Anordnung der Schiedsrichter vor dem ersten Sprungball wieder ausziehen, der unbedingte Wille zum Sieg blieb jedoch. Spielerisch hatten beide Teams zunächst jedoch Schwierigkeiten. Die Gäste legten jeweils vor, NBO glich aus. Die erste Führung dann in der fünften Minute (10:8), weil NBO nun schneller den Ball laufen ließ und Melissa Williams sowie Aline Stiller ihre Würfe aus der Mitteldistanz sicher trafen.

Die Gäste konterten jedoch, da die quirlige Jasmine Thomas und die 1,95m große Payton Davis unter den Körben fast jeden Rebound schnappten. Als dann die Zielgenauigkeit bei NBO in den letzten zwei Minuten vor der Pause nachließ, war die Gäste-Führung zur Halbzeit die logische Folge. „Wir müssen jetzt gut aus der Pause kommen, dann geht alles“, war Canton von der positiven Stimmung der Damen in der Kabine beeindruckt. Die Körpersprache seiner Spielerinnen unterstrich seinen Optimismus. Hängende Köpfe oder zweifelnde Gesichter waren nicht zu sehen und die Oberhausenerinnen übernahmen nach dem Seitenwechsel sofort das Kommando.

Beginnend mit einem Dreier von Stiller war der Rückstand nach nicht einmal zwei Minuten aufgeholt. NBO hatte jetzt im Spiel der Nerven Oberwasser, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen, da die Gäste mit Dreiern immer wieder in Schlagdistanz blieben. Doch anders als noch vor wenigen Wochen sorgte das nicht für einen Einbruch. Die 51:44-Führung nach dem dritten Viertel wurde danach mit eisernem Willen verteidigt. Exemplarisch dafür Jylisa Williams. Die Amerikanerin musste in der 34. Minute mit Oberschenkelproblemen vom Feld, wurde behandelt und kam zwei Minuten später wieder. „Sie wollte unbedingt weiter spielen, obwohl sie Schmerzen hatte“, war Canton von seiner Führungsspielerin beeindruckt.

Aber auch Canton bewies ein glückliches Händchen, indem er etwa die junge Kathrin Schlatt in der wichtigen und engen Schlussphase bis fast zum Ende auf dem Feld beließ. Oder eben Maticka, die das Vertrauen mit dem wichtigen Dreier in der letzten Minute eindrucksvoll zurück zahlte.

 
 

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