„Ehrgeiz ist das größte Problem“

Kreisjugendwart Dieter Wilms ist mit der neu eingeführten Fairplay-Liga dennoch zufrieden

Das Fairplay ist die wohl größte Tugend im Sport. Dennoch stieß die im Sommer eingeführte Fairplay-Liga für Bambini und F-Jugendkicker (wir berichteten) nicht auf sonderlich große Gegenliebe bei den Beteiligten. Seitdem tragen die jüngsten Nachwuchsfußballer ihre Spiele ohne Schiedsrichter und mit etwas mehr räumlichen Abstand zu den Zuschauern aus. Nach einem halben Jahr Praxistest zieht Kreisjugendwart Dieter Wilms ein zufriedenes Fazit.

„Uns liegen keinerlei Beschwerden vor und mittlerweile sagen viele, dass es ja gar nicht so schlecht sei“, freut sich Wilms, der sich erst in der Rückrunde ein persönliches Bild über die Einhaltung der neuen Regeln machen will.

Aber auch Wilms weiß, dass trotz fehlender Beschwerden nicht alles rund läuft. Während der Abstand zu den oftmals überehrgeizigen Eltern von nahezu allen Beteiligten als angenehm empfunden wird, gibt es in punkto fehlender Schiedsrichter unterschiedliche Auffassungen.

Die größten Probleme gibt es dabei fraglos bei den Spielen der ältesten Fairplay-Kicker. Dort tut man sich nach zum Teil schon zwei- oder mehrjähriger Erfahrung mit einem Unparteiischen oftmals schwer mit der Umstellung. Auch Wilms gibt im Nachhinein zu, dass ein stufenweises Einführen der Fairplay-Liga sinnvoll gewesen wäre. „Aber das können wir jetzt nicht mehr ändern und in spätestens zwei Jahren ist das ja auch kein Thema mehr.“

Zumindest nicht bei den kleinen Götzes, Hummels’ oder Müllers, die sich auf dem Platz ohnehin nur höchst selten bei Entscheidungen streiten. Interessant zu beobachten wird sein, ob sich auch die Trainer weiter entwickeln. Hier gibt es sicherlich den größten Nachholbedarf, die meisten der selbsternannten Trainer – eine C-Lizenz ist erst ab E-Jugend erforderlich – jedenfalls taugen nur sehr bedingt als Vorbild in Sachen Fairplay. „Das größte Problem ist der Ehrgeiz“, bestätigt Wilms, dass die Coaches am Spielfeldrand oft nur auf den Vorteil ihrer Mannschaft bedacht sind und das Fairplay nur einseitig eingefordert wird.

Hoffnung gibt die Tatsache, dass die vom Kreis angebotenen Lehrgänge für Kindertrainer auf großen Zuspruch stoßen. „Der Bedarf ist groß, die sind meist innerhalb weniger Tage ausgebucht“, berichtet Wilms, der daran auch die Hoffnung knüpft, dass der Gedanke der Fairplay-Liga auch in die Köpfe der Beteiligten weiter Einzug hält.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen