„Die Liga nach vorn bringen“

Szene aus dem Pokalfinale 2013 Spiridon - Waldhuck an der Solbadstraße. Hier wünscht sich der Verband einen Kunstrasenplatz.
Szene aus dem Pokalfinale 2013 Spiridon - Waldhuck an der Solbadstraße. Hier wünscht sich der Verband einen Kunstrasenplatz.
Foto: Ulla Emig WAZ Fotopool
Uwe Giesen, Vorsitzender des Betriebssport-Kreisverbandes Oberhausen, hat ein Programm zur Wiederbelebung des darbenden Betriebssports ersonnen. Damit tritt er zur Wiederwahl an.

Ein zurückgetretener Vorstand, rückläufige Mitgliederzahlen, eine immer schwächer werdende Fußball-Abteilung, die einen Liga-Betrieb nur noch schwer zulässt – mit positiven Nachrichten aus dem Betriebssport-Kreisverband (BKV) Oberhausen sieht es schlecht aus. „Die Mitgliederzahlen sind weiter rückläufig. Aber das ist nicht nur bei uns so, sondern auch in anderen Kreisverbänden“, sagt Uwe Giesen, 1. Vorsitzender des BKV.

1000 Mitglieder waren es 2015. „Die aktuellen Zahlen liegen noch nicht vor für 2016, weil die Meldungen online noch bis zum 31. Januar gemacht werden können.“ Dennoch geht der Vorsitzende für das aktuelle Jahr eher von rund 900 Mitgliedern aus. Etwa 60 Prozent davon kommen aus der Fußballabteilung, in der es noch neun Mannschaften gibt. Zum Vergleich: Als sich der BKV 1953 aus den Betriebssportgruppen verschiedener großer Firmen gründete, tat er dies nur mit Fußballmannschaften, es waren damals 28.

Seit den 70er-Jahren kamen dann verschiedene Sportarten hinzu, die sich in kleinen Vereinen und Spielgemeinschaften unter dem Dach des BKV zusammenschlossen. Heute gehören neben Fußball auch Tischtennis, Leichtathletik mit Laufen und Walking, Skat, Badminton, Tennis, Schießsport, Gymnastik und Radfahren dazu. Den größten Mitgliederschwund gibt es in den vergangenen Jahren aber in der Fußball-Abteilung. „Alle anderen Abteilungen laufen rund“, sagt Uwe Giesen.

Mit der Tatsache, dass diese Teams oft als Theken-Mannschaften verschrien sind, habe das nichts zu tun, ist sich der Vorsitzende sicher, der selbst 1983 eine Fußballgruppe im BKV gründete. „Das sind heute in der Regel alles Interessengemeinschaften, eine Gruppe von Leuten, die sich zusammen finden, weil sie sich für den gleichen Sport interessieren, so wie bei mir damals“, sagt der 57-Jährige. Der Vorsitzende sieht die Probleme eher an anderer Stelle: „Zum Einen gibt es immer weniger große Firmen und daher natürlich auch weniger Betriebssport dort. Beim Fußball braucht man beispielsweise 20 Personen für eine Gruppe.“ Aber die Ursachen liegen auch tiefer: „Und es gibt bei uns eben auch nur noch eine Senioren- und eine Alt-Herren-Liga – neben dem Pokal und dem Ruhrpokal, die wir ja auch spielen. Deshalb haben wir Abwanderungen in die Kreisliga. Da haben die Kunstrasenplätze gelockt – wir spielen ja immer noch auf Asche -- und auch, dass die Kreisliga natürlich fußballerisch mehr zu bieten hat“, glaubt Giesen.

Als Vorsitzender ist der hauptberufliche Versicherungsfachmann der Direktionsgeschäftsstelle einer großen Versicherung nun seit Februar 2015 im Amt – damals gab es vorgezogene Neuwahlen aus teils persönlich, teils gesundheitlich bedingten Rücktritten. Zuvor war er 27 Jahre als Kassenwart im Vorstand.

Ein Jahr ist er nun mit der neuen Vorstandsmannschaft im Amt und sucht nach Lösungen: „Wir können nicht viel gegen die Abwanderung tun. Natürlich können wir in den Betrieben fragen, ob sie dort nicht eine Gruppe gründen wollen. Aber oft fehlt es dort an Machern, die organisieren und koordinieren. Kaum einer hat noch Zeit dafür. Wir haben überlegt, den Spielbetrieb regional übergreifend aufrecht zu erhalten. Unsere Tischtennisabteilung, die mit Duisburg und Mülheim eine eigene Liga gegründet hat, ist da sicher wegweisend, ebenso der Ruhrpokal beim Fußball, bei dem wir bereits mit den Kreisverbänden Mülheim und Essen spielen. Die Duisburger überlegen noch.“

Erste Ideen, um die Probleme in der Fußball-Abteilung anzugehen, gibt es also. Doch nun stehen Samstag erst einmal Vorstandswahlen auf der Hauptversammlung des BKV an. „Das ist dann wieder der normale Dreijahres-Rhythmus der Vorstandswahlen“, erklärt Giesen. Der gesamte aktuelle Vorstand wird wieder antreten, gibt er bekannt.

Die Ziele für eine weitere Amtszeit sind klar: „Wir wollen den Liga-Bereich in der Fußball-Abteilung nach vorne bringen, indem wir Firmen ansprechen und dort Spielgemeinschaften gewinnen. Wir wollen, dass auch die letzte Spielgemeinschaft und der letzte kleine Verein bei uns als solcher eingetragen wird. Wir wollen, dass die Auslastung unserer Anlage an der Solbadstraße gegeben ist. Und wir hoffen, von der Umgestaltung der Vereinsplätze zu profitieren und einen Kunstrasen zu bekommen.“

 
 

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