Das Ende einer Ära

evo NBO-Trainerin Julia Gajewski freut sich mit der Mannschaft nach einem der vielen Heimsiege in der abgelaufenen Saison.. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
evo NBO-Trainerin Julia Gajewski freut sich mit der Mannschaft nach einem der vielen Heimsiege in der abgelaufenen Saison.. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
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Trainerin von evo NBO steht für die kommende Erstligasaison nicht mehr zur Verfügung

Basketball-Erstligist evo NBO muss in der kommenden Saison ohne Julia Gajewski auskommen. Die Erfolgstrainerin hat dem Vorstand des Klubs am Donnerstag mitgeteilt, dass sie dringend eine Pause benötigt und nicht mehr als Trainerin zur Verfügung steht.

„Ich hatte ja bereits im vergangenen Jahr überlegt, ob ich noch eine Saison dran hänge“, erklärt die 49-Jährige, die bereits bei der Vereinsgründung 1992 die erste Mannschaft betreute. „Die Entscheidung war richtig. Es war eine tolle, wenn nicht die tollste Saison überhaupt für mich. Aber es hat unheimlich viel Kraft gekostet und das würde mein Körper auf Dauer nicht aushalten.“

Die in ihrem Hauptberuf als Gesamtschul-Lehrerin ebenfalls sehr engagierte Gajewski ist beim Basketball für ihre akribische Vorbereitung sowohl jedes Trainings als auch jedes Spiels bekannt. Aber zwei Jobs parallel mit einem solchen Anspruch sind längerfristig nicht miteinander vereinbar. Schon im vergangenen Jahr war Gajewski häufig gesundheitlich angeschlagen, biss sich aber immer wieder durch. Nun will sie ihrem Körper mehr Zeit zur Regeneration geben.

„Ich habe dafür vollstes Verständnis, auch wenn ich natürlich sehr traurig bin“, gibt die NBO-Vorsitzende Sabine Benter zu. „Julia ist als Mensch und Trainerin außergewöhnlich und es ist sehr schade, auf so jemanden verzichten zu müssen.“ Das gleiche gilt für Co-Trainer Henry Canton, der als Geschäftsführer eines Unternehmens ebenfalls aus zeitlichen Gründen sein Amt nicht mehr fortführen kann.

Auch bei den Spielerinnen war das Trainer-Team beliebt. „Es waren die besten Trainer, die ich je hatte“, meinte etwa die Amerikanerin Whitney Jones vor ihrer Abreise gestern und Kapitänin Sarah Austmann ergänzt: „Es hat uns alle sehr getroffen. Wir hatten gehofft, Julia macht noch weiter, aber natürlich hat jede von uns Verständnis für ihre Entscheidung.“

Bis zum Start der neuen Saison Ende September ist es noch lang, dennoch drängt die Zeit bei der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin. Denn erst nach der Neubesetzung kann der Kader der kommenden Saison zusammengestellt werden. Aktuell ist keine Spielerin für die neue Spielzeit gebunden, alle Verträge müssen neu ausgehandelt werden.

Das Anforderungsprofil für den neuen Mann oder die neue Frau ist einfach, aber anspruchsvoll. „Wir benötigen einen sportlich fähigen Trainer, der aber auch die menschlichen Aspekte berücksichtigt, wie man es in den vergangenen Jahren von NBO gewohnt war“, so Benter. Um den zeitlichen Belastungen gewachsen sein zu können, wird die Stelle hauptamtlich besetzt. Bei der Suche danach sind Gajewski und Canton mit ihrem Wissen und ihren Verbindungen noch behilflich. „Dann muss aber gut sein“, kann die ab jetzt ehemalige Trainerin schon wieder lachen.

 
 

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