Bundesliga, wir bleiben!

Die RWO U 19 bleibt nach dem 1:1 gegen Aachen in der Bundesliga Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Die RWO U 19 bleibt nach dem 1:1 gegen Aachen in der Bundesliga Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
U19 von RWO hat sich mit einem 1:1 gegen Aachen die Zugehörigkeit für die höchste deutsche Spielklasse gesichert

Es waren ergreifende Szenen: Oberhausener und Aachener saßen nach bangen Minuten des Wartens gemeinsam auf dem Rasen, stimmten eine „Humba“ an und ließen ihren Emotionen freien Lauf. Nachdem das Spiel an der Landwehr vor stattlicher Kulisse von etwa 400 Zuschauern 1:1 (0:1)-Unentschieden geendet hatte, glühten die Drähte. Was macht die Konkurrenz? Eine 3:1-Führung der Kölner beim punktgleichen RWO-Konkurrenten Bonner SC war schon durchgesickert – das würde RWO reichen. Bonn hatte aber kurz vor Schluss verkürzt und ein Remis hätte RWO wieder in die Niederrheinliga katapultiert.

Ein schwarz-gelber Mannschaftskreis auf der einen, ein rot-weißer Kreis auf der anderen Spielfeldhälfte warteten auf das Endergebnis. Den Aachenern konnte es egal sein, ihnen hatte der Punkt bei RWO bereits gereicht – dennoch hielten sie sich mit dem Feiern zurück, Hut ab! Als dann jemand von der Tribüne rief, dass Köln soeben das 4:2 erzielt hatte, brachen alle Dämme. RWO war gerettet, bei Trainer Stefan Janßen flossen erst die Tränen, dann lief ihm der Sekt in alle Körperritzen. Aachen und Oberhausen feierten zusammen – ein schönes Bild. Die Freude machte auch vergessen, dass für die kommende Bundesliga-Saison noch keine ganze Mannschaft zur Verfügung steht. Einen Trainer gibt es offenbar, aber der will noch nicht genannt werden. Jetzt sind die Verantwortlichen (endlich!) gefragt, zu handeln. Die U19 hat mit einer tollen Saison den Grundstein zur vom Vorstand viel zitierten guten und wichtigen Jugendarbeit gelegt. Es wäre schön, wenn man langsam mal die Ernte einfahren würde.

Zum Spiel: RWO wurde nicht nur vom Wetter kalt erwischt, sondern auch von Armand Drevina, der nach fünf Minuten plötzlich am langen Pfosten auftauchte und nach Kopfballverlängerung zum 0:1 einschob. Der Schock saß tief, denn RWO fand gar nicht ins Spiel und hatte in den ersten 25 Minuten Glück, nicht auch noch höher in Rückstand zu geraten. Nach einer halben Stunde wurde die Janßen-Elf aber etwas offensiver und mutiger, der letzte Pass fehlte allerdings.

Nach dem Seitenwechsel nahm RWO das Heft dann in die Hand, Andreas Pollasch eröffnete mit einem Außennetzknaller die Aufholjagd. Die richtig dicken Gelegenheiten blieben jedoch aus, weil Aachen gut stand und RWO ziemlich ideenlos anrannte. Das hätte sich fast gerächt, aber Aachens Nazim Sangare scheiterte nach einem Konter. Immerhin: Die Kleeblätter kämpften um jeden Zentimeter, gaben keinen Ball verloren und wollten den Ausgleichstreffer erzwingen. Und das gelang! Außenverteidiger Kilian Niewerth pumpte sich durch und sandte aus spitzem Winkel ein (80.). Der Jubel war grenzenlos, denn der Zwischenstand aus Bonn war bekannt. Das lange Warten während und nach dem Spiel hatte sich in jedem Fall gelohnt.

RWO: Krol; Niewerth, Jakubowski, Sobottka, Wichert, Hötte, Pollasch, Grumann, Smykacz, Ivosevic (70. Zwiekirsch), Kanoglu (88. Tomita).

 
 

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