Bitte überdenken

Zu „Tennis-Reform steht kurz vor der Einigung“: Zunächst ist es sicher richtig, dass es eine umfassende Umfrage gab. Schließlich konnte jeder Medenspieler daran teilnehmen. Aber bei einer Wahlbeteiligung von 13 Prozent hat sich vielleicht eine klare Mehrheit der Teilnehmer, jedoch keinesfalls eine Mehrheit der Tennisspieler für diese Neuerungen ausgesprochen. Die übrigen 87 Prozent hatten ja offenbar nicht den Wunsch nach grundlegenden Veränderungen. (...)

Mein Mann und ich sind beide aktive Mannschaftsspieler und durch die neue Regelung haben wir nun noch mehr Wochenenden im Jahr, an denen wir nichts Gemeinsames mehr unternehmen können. Acht Spiele bedeuten ein Minimum von acht Wochenenden, an denen der eine von uns samstags und der andere sonntags auf dem Platz steht. Dazu kommen die Spieltage, die wegen schlechten Wetters nachgeholt werden müssen; in unseren Breitengraden laut Erfahrung aus den letzten Jahren noch mal mindestens zwei oder drei.

Wir haben keine schulpflichtigen Kinder mehr und fahren daher außerhalb der Ferienzeiten. Diese sind aber spielfrei! Warum nimmt man Rücksicht auf Familien mit Kindern, auf die kinderlosen Teilnehmer jedoch nicht?

Außerdem stellen mehr Spiele für kleine Vereine, wie den unseren, die ohnehin schon finanziell nicht so rosig dastehen, eine zusätzlich Belastung dar (Kosten für Bälle, Platzpflege).

Diejenigen, die gerne mehr spielen möchten, können das wunderbar auf den Leistungsklassenturnieren tun, die zu diesem Zweck eingerichtet wurden. Die Teilnahme dort wäre bei einer Aufstockung der Medenspiele doch zeitlich gar nicht mehr möglich. Von Stadtmeisterschaften oder Vereinsmeisterschaften ganz zu schweigen. Soviel zu der Aussage, „dass es kaum größere Bedenken gegen die Umsetzung“ des neuen Konzeptes gab.

Meine Mannschaftskolleginnen und ich bitten daher Herrn Benninghoff eindrücklich, das neue Konzept zu überdenken und die altbewährten Strukturen nicht vorschnell zu Gunsten einer Minderheit zu ändern.