Viertelfinale daheim ist perfekt

Trumpfkarte Einsatzfreude: Der Uhlenhorster Nationalspiler Benedikt Fürk zwingt in dieser Szene im Fallen den Kölner Torwart Victor Aly zur Parade.
Trumpfkarte Einsatzfreude: Der Uhlenhorster Nationalspiler Benedikt Fürk zwingt in dieser Szene im Fallen den Kölner Torwart Victor Aly zur Parade.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ

HTC Uhlenhorst -
Rot-Weiss Köln 7:6 (4:4)

Tore: 0:1 (3. ) Delarber, 0:2 (14., KE) Miltkau, 1:2 (19., KE) Keusgen, 2:2 (23.) Stralkowski, 2:3 (25.) Miltkau, 3:3 (26.) Fleckhaus, 4:3 (28., KE) Keusgen, 4:4 (29., KE) Delarber, 4:5 (34.) M. Grambusch, 5:5 (36., KE) Schmitz, 5:6 (44.) Miltkau, 6:6 (49.) Keusgen, 7:6 (50.) Stralkowski
HTCU: Küppers - Keusgen, Weinke, Fürk, Windfeder, T. Brinkmann, Matania, Nitschke, Fleckhaus, Stralkowski, Schmitz, Herzbruch
RWK: Aly - Scholten, Chorus, Müller, M. Grambusch, Thiel, Miltkau, Krause, Delarber, Schwarzer, Adrians
Ecken: 7 (3 Tore)/5 (2 Tore)
Zuschauer: 500
Schiedsrichter: J. Berneth (TB Erlangen)/M. Knülle (SSG St. Augustin)

Die Spieler des Hallenhockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst haben ihrem Teammanager Horst Stralkowski an diesem freundlichen Januar-Sonntag eine große Last genommen. Hätten die Dinge nämlich nicht den gewünschten Ausgang genommen, wäre Stralkowski damit beschäftigt gewesen, flugs für das kommende Wochenende Flüge nach Berlin zu buchen. Damit darf man sich nun Köln beschäftigen. Beim großen Bundesliga-Finale setzten sich die Uhlen in einem Klassematch gegen Rot-Weiss durch und genießen nun am Samstag (Spielbeginn 16 Uhr) im DM-Viertelfinale Heimrecht gegen den TuS Lichterfelde, seines Zeichens Zweiter der Ost-Staffel.

Am zehnten Spieltag und bei Toreschluss der Punktspielrunde bekamen die Zuschauer das, was sie vom Gipfeltreffen kennen und auch erwarten: Spannung pur, eine jederzeit packende Dramaturgie und Hockey auf feinstem Niveau. Die Gäste vom Rhein mussten gewinnen, um der unliebsamen Berlinreise und dem Treffen mit dem dortigen BHC aus dem Weg zu gehen. Und mit dem frühen Führungstor markierten sie auch gleich ihre Absichten. In der Folgezeit hätten sich die spielbestimmenden Gastgeber durchaus die folgende Schwitzkur ersparen können. Gleich fünf Chancen (mit dem Pfostentreffer von Johannes Schmitz als Höhepunkt) blieben liegen. Als das freilich ertraglose Feuerwerk beendet war, griffen die Gäste bei ihrer ersten Ecke effektiv und gewinnbringend zu.

Die heimische Auswahl von Trainerin Tina Bachmann blieb angesichts des Rückstandes ruhig und inszenierte unverdrossen Angriff auf Angriff. Dank Kapitän Thilo Stralkowski hieß es 2:2, und das Traumtor des Kölner Goalgetters Marco Miltkau zur erneuten Führung beantwortete im Gegenzug Jan Fleckhaus mit dem neuerlichen Ausgleich. Nach zwei Eckentreffern stand auch nach den ersten 30 Minuten das Remis. Spieler, Trainer und Zuschauer durften durchatmen, wohlwissend, was noch alles auf sie warten sollte.

Auch im zweiten Akt der Veranstaltung besaß der HTCU die Mehrzahl an Chancen, dennoch waren die Kölner nach dem Treffer zum 6:5 von Miltkau in der 44. Minute auf Kurs. Und wieder blieben die Uhlen trotz aller Angespanntheit ruhig. Und sie fanden zum genau richtigen Zeitpunkt zur Effektivität. Der förmlich erzwungene Ausgleich vom Abwehrspieler Ole Keusgen spiegelte die ganze Entschlossenheit und Willensstärke. Das Remis hätte den Hausherren gereicht, aber sie wollten im ewig jungen Prestigeduell mehr. Der Kapitän richtete es persönlich. Thilo Stralkowski setzte den Schlussstrich unter den Trefferreigen. Der in die Luft gereckte Arm und die geballte Faust waren klare Signale an die Adresse der Fans. Und als Johannes Schmitz die fünfte Ecke der Kölner regelkonform auf der Torlinie klärte, war es vollbracht.

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