Unerwarteter Triumph

Die Herren der SG Mülheim steigen in die Oberliga auf. Die Frauen zittern nach zwei Ausfällen kurzzeitig um den Klassenerhalt

„Unverhofft kommt oft“, ist eines dieser Sprichwörter, die man nicht mehr hören kann, die aber eine Menge Wahrheit beinhalten. Das wissen spätestens seit diesem Wochenende auch die Schwimmerinnen und Schwimmer der Startgemeinschaft Mülheim.

Denn bei den erstmals im heimischen Südbad ausgetragenen Teamwettkämpfen waren vor allem die Mülheimer Damen hoch eingeschätzt. Sie liebäugelten mit dem Aufstieg von der Oberliga in die zweite Bundesliga.

Auf der Euphoriewelle zum Erfolg

Die Herren hingegen sollten den Klassenerhalt in der Landesliga schaffen. Als sich am Samstag die besten Mülheimerinnen Jana Augenstein wegen eines Virusinfekts und Meike Müller wegen des Verdachts auf eine Gehirnerschütterung abmeldeten, drohte das Heimspiel zum Fiasko zu werden.

Doch es kam anders: Die Mülheimer Herrenmannschaft machte im ersten Abschnitt einen tollen Job und lag direkt hinter der SG Siegen auf dem zweiten Platz. Simon Meier brachte die Mülheimer über 1500 Meter Freistil dann sogar kurzzeitig in Führung, ehe wieder Siegen das Zepter übernahm. Mit dem Erfolg über 400 Meter Lagen brachte Danilo Wierling sein Team als Spitzenreiter in den zweiten Abschnitt.

Die Pause nutzten die Mülheimer, um die Ergebnisse der Parallelgruppe zu inspizieren. Und siehe da: Die SGM lag unter allen Landesligisten auf Platz eins. Es ging um den Aufstieg. „Danach haben die Jungs ein tolles Rennen nach dem anderen abgeliefert“, freute sich Trainer Peter Schorning.

Tatsächlich schien der Kampf um den Aufstieg die Mülheimer Mannschaft dermaßen zu motivieren, dass sie ihre Führung nicht mehr hergab. Vor allem Max Helmich, Ian Lemke, Meik Hildebrandt, Danilo Wierling und Luke Nottelmann holten mit ihren Siegen wichtige Punkte. Wieder ging der Blick zur Westfalengruppe. Gegen 19.30 Uhr waren die letzten Zweifel vom Tisch: Die SG ist aufgestiegen.

Kleischmanns trumpften auf

Für die Frauenmannschaft war der Aufstieg nach den beiden Ausfällen hingegen kein Thema mehr. Obwohl vor allem die Schwestern Hannah und Lisa Kleischmann mit Bestzeiten punkteten, wurde es am Ende sogar noch einmal richtig spannend. „Ich bin nach jedem Rennen zum Protokolltisch gelaufen, um zu fragen, wie groß der Vorsprung zu den Abstiegsplätzen noch ist“, erzählt Cheftrainer Peter Schorning und ergänzt: „Es war ein richtiges Herzschlagfinale. Hätte ich nicht vorher schon graue Haare gehabt, hätte ich spätestens jetzt welche.“

Am Ende sorgte Lisa Kleischmann mit einem souveränen Rennen über 100 Meter Freistil für die Entscheidung. Die jungen Mülheimer Damen halten die Klasse und sind auch im nächsten Jahr in der Oberliga dabei.

Der größte Erfolg des Wochenendes war aber wohl die ausgelassene Stimmung im Südbad. Der Förderverein verköstigte die Gäste unter anderem mit 45 kg Bolognese. Auch Landestrainer Jürgen Verhölsdonk war voll des Lobes. Einziger Haken: die Begrenzung der Zuschauerzahl auf 199 durch die neue Brandschutzverordnung. „Sonst hätte Mülheim eines der schönsten 25-Meter-Wettkampf-Bäder“, so Verhölsdonk.

 

EURE FAVORITEN