Talentschau auf der Ruhr

Die Jungen- und Mädchen-Regatta der Mülheimer Ruder-Gesellschaft (MRG) gilt als fester, alljährlich wiederkehrender Bestandteil des lokalen Sportkalender. Was Ende der 80er Jahre so schwungvoll vom Stapel lief, wurde nur einmal vom Hochwasser ausbremst. Auch diesmal ließen Naturgewalten lange nichts Gutes erahnen. Auf dem Badestrand unter der Mendener Brücke, wo am Wochenende die aus nah und fern gekommenen Boote liegen, zeigte der bitterböse Pfingststurm bis vor Kurzem unliebsame Wirkung. Doch jetzt ist die Bühne frei, am Samstag (11.30 bis 18 Uhr) und Sonntag (9 bis 16 Uhr)) hebt sich der Vorgang für die 27. Ausgabe der im ganzen Land beliebten Leistungsschau des Wassersport-Nachwuchses.

19 Vereine sind diesmal am Start

Das traditionelle Angebot der MRG kommt mit dem Rekordergebnis von 19 teilnehmenden Vereinen daher. Den ganz kurzen Weg haben die Talente des benachbarten Wassersportvereins. Mit Blick auf die Anreise müssen die Mädchen und Jungen vom Wassersportverein Godesberg 1909/11 entsprechend früher aus den Federn. Der stets ambitionierte Ruder-Club Witten, der Ruderverein Oberhausen und die Kettwiger Rudergesellschaft zählen längst zu willkommenen Stammgästen.

Das Wassersportspektakel für Mädchen und Jungen im Alter von elf bis 14 Jahren kommt auch wieder mit einem bunten und unterhaltsamen Programmablauf daher. An der Mendener Straße macht’s halt die Mischung. Am Samstag heißt es langen Atem auf der 2000- und 3000-Meter-Langstrecke und Geschick bei den Slalom-Wettbewerben zu beweisen. Detlef Karreenberg, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der MRG, macht den Gästen am Ruhrufer schon einmal Appetit: „Der Slalom ist lustig für die Zuschauer und spannend für die Kinder.“

Die Veranstaltung zieht seit Beginn ihren Reiz daraus, dass sie die Regattapremiere für Anfänger ist. Viele, die einmal groß wurden, haben unter der MRG-Flagge klein angefangen. So die mehrmalige deutsche Meisterin Jutta Schausten. Mit 13 Jahren ist der aufstrebende MRG-Ruderer Lukas Geller im heimischen Revier auf Kurs gegangen. „Im Einer habe ich damals die Langstrecke gewonnen“, erinnert sich der heute 17-Jährige an einen freundlichen und erfolgreichen Einstand. Den Erfolg steuern auch die Nachfolger an. „Unsere Talente haben fleißig trainiert. Als Gastgeber muss es unser Anspruch sein, die erfolgreichste Mannschaft zu sein“, blickt Karrenberg auf ein tunlichst sonniges Herbstwochenende. Diesen Anspruch hat natürlich auch der Nachbar WSV im heimischen Gewässer.

Das Organisationsteam muss auf der Zielgerade noch einmal richtig anpacken. Die Tonnen für die Langstrecken-Wettbewerbe müssen ausgelegt werden, der Start. und Zielbereich muss eingerichtet, die Bootshallen leergeräumt werden, damit hier für die Gäste aufgetischt werden kann. Eine Herausforderung ist der Transport des Stegs auf die andere Ruhrseite. Die Erfahrung lehrt, dass bis zum Startschuss alles gerichtet ist. Dann nimmt das Fahrt auf, was der damalige Kinderbetreuer Thomas Heitke, einer guten Idee folgend, auf die Schiene gestellt hat. Die Macher freuen sich auf die 27. Ausgabe. „Die familiäre Atmosphäre und die Vielseitigkeit machen den Reiz der Regatta aus“, weiß MRG-Schatzmeisterin Brigitte Bürgers.

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