Spitzengruppe im Visier

Der Franzose Maxime Vachier-Lagrave führt das Nord-Team auch in dieser Schach-Bundesligasaison an.
Der Franzose Maxime Vachier-Lagrave führt das Nord-Team auch in dieser Schach-Bundesligasaison an.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Als nominelle Nummer drei geht der Schach-Verein Mülheim-Nord in die Bundesligasaison 2012/2013, die am Wochenende mit einem Doppelspieltag gegen den SC Eppingen (Samstag, 14 Uhr) und den SV Hockenheim (Sonntag, 10 Uhr) im Haus der Wirtschaft an der Wiesenstraße beginnt.

Dass die Mülheimer trotz des enttäuschenden neunten Platzes im Vorjahr diesmal wieder so hoch gehandelt werden, liegt vor allem am tschechischen Neuzugang David Navara. Der 27-jährige Großmeister ist der einzige Neuling im Nord-Aufgebot und wurde von den Mülheimern an Nummer zwei gemeldet. „Er ist ein ernsthafter, junger Mann, der sich stets gewissenhaft vorbereitet. Für uns ist er ein ganz starker Neuzugang“, sagt der Vereinsvorsitzende Heinz Schmitz. Navara ist seit seinem Masterabschluss des Logikstudiums an der Karls-Universität in Prag im Juli 2010 Schachprofi. Der Tscheche spielte bereits von 2006 bis 2008 in der deutschen Bundesliga für den TSV Bindlach. Außerdem kam er in den Ligen Tschechiens, Frankreichs, Großbritanniens und Griechenlands zum Einsatz. Im Mai dieses Jahres belegte er Platz 38 in der Weltrangliste.

Vachier-Lagrave bleibt Nummer eins

Spitzenspieler der Mülheimer Mannschaft ist wie gehabt der Franzose Maxime Vachier-Lagrave. Der Juniorenweltmeister von 2009 bestreitet seine sechste Saison für den Mülheimer Klub. Auch der Rest des Kaders bleibt nahezu unverändert. Nur der Belgier Vadim Malakhatko wurde zugunsten von Navara aus dem Aufgebot gestrichen. Am unteren Ende des Kaders vervollständigen der Niederländer Rob Schoorl und Amir Rezasade aus der zweiten Mannschaft das 16er-Aufgebot.

Vereinschef Heinz Schmitz wünscht sich am ersten Spieltag einen starken Start. Das Duell gegen Eppingen ist gleich ein echtes Spitzenspiel, da die Badener als nominelle Nummer zwei der Liga hinter Meister Baden-Baden geführt werden. Spitzenspieler der Gäste ist der Moldawier Viktor Bologan. „Eppingen ist vielleicht noch eine Idee stärker als wir. Die haben vor der Saison irgendwie Geld gefunden und haben nun ganz andere Voraussetzungen“, erklärt Schmitz. Mehrere lokale Unternehmen schlossen sich zusammen, um den Schachklub zu unterstützen.

Im Duell gegen Hockenheim am Sonntag rechnet Schmitz mit einem Sieg. „Hockenheim ist zwar an den oberen Brettern recht stark besetzt, doch in der Breite sind wir besser aufgestellt“, so Schmitz. Als Nummer eins haben die Hockenheimer die russische Schachlegende Anatoly Karpov, seines Zeichens 18-facher Weltmeister, gemeldet. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er gegen uns eingesetzt wird“, glaubt Schmitz nicht an ein Erscheinen des 61-Jährigen, der neun Mal den Schach-Oscar als bester Spieler des Jahres erhielt.

In der neuen Saison wollen die Mülheimer ihren Erwartungen gerecht werden und unter den besten vier landen. Platz drei berechtigt zur Teilnahme am Europapokal.

 
 

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