Spaßfaktor steht an erster Stelle

Foto: Alexandra Roth
Beim Nikolausturnier des VfB Grün-Weiß Mülheim spielen zum 22. Mal Firmen- und Freizeitmannschaften gegeneinander.

Den Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport zu schaffen, ist für viele Vereine eine große Herausforderung. Bestes Beispiel ist der Badminton-Sport in Mülheim. Während der 1. BVM mit seinem Bundesliga-Team und zahlreichen Top-Talenten für Aufsehen sorgt, ist der VfB Grün-Weiß nach Mitgliedern der größte Badmintonverein der Stadt und sogar der zweitgrößte in Nordrhein-Westfalen.

Denn die Grün-Weißen haben sich vermehrt dem Breitensport verschrieben und pflegen ihr Image als Familienverein. 370 Mitglieder hat der Verein, der einmal aus dem VfB Speldorf hervorgegangen ist, aktuell. Nur der 1. BC Bonn-Beuel hat landesweit mehr. „Natürlich haben wir uns gefreut, als unsere erste Mannschaft in der letzten Saison aufgestiegen ist“, sagt Pressesprecher Jens Albers. „Aber wir möchten einfach dieser Familienverein bleiben.“

Auch bei den beiden jährlichen Turnieren des VfB geht es nur am Rande um den Leistungsgedanken. Das Maikäferturnier im Frühjahr dient vielen Kindern als Einstieg in das Wettkampfgeschehen. Beim Nikolausturnier, das seit einigen Jahren stets im November stattfindet, geben Firmen- und Freizeitteams ihr Können zum Besten.

13 Mannschaften mit 82 Akteuren waren am Samstag bei der 22. Auflage in der Halle an der Kleiststraße dabei. Die Organisation ist den Grün-Weiß-Verantwortlichen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. „Wir haben diesmal in Rekordzeit aufgebaut. Es weiß eben jeder ganz genau, was er zu tun hat“, sagt Jens Albers.

Ruhr-Uni zum ersten Mal dabei

Neben langjährigen Stammgästen begrüßen die Mülheimer immer wieder auch neue Gesichter bei ihrem Turnier. In diesem Jahr schickte zum Beispiel die Ruhr-Universität Bochum, die im Internet auf die Veranstaltung aufmerksam geworden war, zwei Mannschaften ins Rennen. „Die Teilnehmer kommen wirklich aus allen Ecken“, sagt der Pressesprecher - und weiß auch warum: „Breitensport-Gruppen kochen sonst immer nur im eigenen Dunst. Hier haben sie die Möglichkeit, sich auf größerer Ebene zu vergleichen.“

Die Polizei ist in jedem Jahr dabei. Nein, es geht dabei Gott sei Dank nicht um das Verhindern von Ausschreitungen, sondern die sportlichen Ordnungshüter greifen in jedem Jahr selbst zum Schläger. Bei 22 Veranstaltungen waren die Polizisten 20 Mal dabei. „Wir gehören quasi zum Inventar“, schmunzelt Teamleiter Thomas Hemmelmann. „Für uns geht es eher um die Gespräche am Rand, sportlich ist das Turnier ja ein Stück weit gedeckelt“, sagt Hemmelmann. Nach zwei bösen Niederlagen in den letzten beiden Jahren behauptete sich das „Team 110“ diesmal wieder in der oberen Hälfte. „Mit einem gemeinsamen Training klappt es leider vorher nie“, muss der Polizist gestehen.

Für ganz vorne hat es am Ende nicht gereicht. Die Mannschaft vom Sportpark Landwehr in Oberhausen verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Zweiter wurde das Team der Bochumer Ruhr-Universität.

 
 

EURE FAVORITEN