Rennen um Rio-Ticket geht weiter

Im Kampf um die Olympia-Teilnahme in Rio de Janeiro noch im Rennen: Der für den Crefelder Ruderclub startende Mülheimer Jonathan Rommelmann.
Im Kampf um die Olympia-Teilnahme in Rio de Janeiro noch im Rennen: Der für den Crefelder Ruderclub startende Mülheimer Jonathan Rommelmann.
Foto: WAZ

Auf dem Fühlinger See in Köln haben am Wochenende die deutschen Kleinboot-Meisterschaften und das Ranglisten-Rennen im Kleinboot für die U19-Nationalmannschaftsanwärter stattgefunden. Während Nationen wie Großbritannien oder Neuseeland bereits ihr Team für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro benannt haben, sind Deutschlands beste Ruderer noch mit der nationalen Qualifikation beschäftigt.

Mit dabei ist Mülheims „Sportler des Jahres 2015“ Jonathan Rommelmann unter der Flagge des Crefelder Ruderclubs. Der 21-Jährige will sich einen der begehrten Rollsitze für Rio erobern. „Für die Bildung der Nationalmannschaft im olympischen Jahr sind die Kleinboot-Meisterschaften ein sehr wichtiges Kriterium“, so die Einschätzung von DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock.

In Köln-Fühlingen herrschten am Samstag nicht die besten Ruderbedingungen. Zeitweise gab es Regenschauer und bis in den Nachmittag hinein waren Windböen zu verzeichnen. Trotzdem setzten sich wie erwartet die stärksten deutschen Ruderer am zweiten Tag durch. Spannend war die Entscheidung beim leichten Männer-Doppel-Zweier. Bundestrainer Robert Sens aus Mainz macht keinen Hehl daraus, dass er die Mainzer Kombination Moritz Moos und Jason Osborne, die er auch im täglichen Training betreut, zu seinen Favoriten zählt. Dies ist hinsichtlich der letzten Saisonergebnisse gerechtfertigt, aber mit Rommelmann und Konstantin Steinhübel aus Würzburg mischen noch zwei starke Ruderer um die zwei Plätze für Olympia mit. Für die Rio-Anwärter war als Zielsetzung mindestens Platz acht im Einer zur weiteren Qualifikation ausgegeben.

Sieg am Freitag im Vorlauf

Bereits in den Vor- und Zwischenläufen zeigten beide ihr Potenzial. Rommelmann gewann am Freitag seinen Vorlauf und erreichte über den zweiten Platz am Samstag das Halbfinale, das er am Abend mit Platz drei abschloss. So war trotz der schwierigen Wetterbedingungen das A-Finale erreicht. Die Konkurrenten aus Mainz hatten am Ende die Bootsspitze vorne. Deutscher Meister wurde Moos vor seinem Zweier-Partner Osborne. Dritter wurde Steinhübel, Rommelmann buchte den fünften Platz. „Das war ein hochklassiges Finale mit einer hohen Leistungsdichte. Wenn man an den Start geht, will man immer eine Medaille gewinnen. Ich bin nicht unzufrieden, aber es ist auch nicht ganz optimal gelaufen. Beim Start bin ich nicht so gut rausgekommen und auf der Außenbahn war ich etwas weg vom Geschehen. Da kriegst du weniger mit, was bei den anderen Ruderern passiert. 100-prozentig war es nicht, aber doch okay.“

Am Samstagvormittag wird es in Köln eine finale Ausscheidung im Doppelzweier mit nur einem Rennen geben. Ursprünglich waren zwei Rennen vorgesehen. Der Kampf um die zwei Olympiaplätze für den leichtgewichtigen Doppelzweier ist nach wie vor offen. Nur der Sieger wird im Anschluss die Europameisterschaft vom 6. bis 8. Mai in Brandenburg an der Havel fahren dürfen, was einer Qualifikation für Olympia gleich kommt.