Nur für Mädchen

Fußball soll ja auch im Jahr 2012 noch eine Männerdomäne sein. Wer allerdings jüngst auf der Sportanlage an der Saarner Straße Beobachter war, der dürfte einen ganz anderen Eindruck bekommen haben.

Dort standen die Jungen am Spielfeldrand und sangen lauthals eigens kreierte Fan-Lieder und veranstalteten mit Rasseln, Tröten und den nach der Weltmeisterschaft wieder ausgegrabenen Vuvuzeelas einen Höllenlärm. Auf dem Rasen waren es ihre weiblichen Klassenkameradinnen, die dem runden Leder hinterher jagten. Sie ließen sich auch vom dauerhaften Regen nicht den Spaß verderben. Zum zweiten Mal veranstalten die Grundschulen eine Fußballstadtmeisterschaft für Mädchenmannschaften. Im letzten Jahr war die Veranstaltung im Rahmen der Frauenweltmeisterschaft ins Leben gerufen worden.

Ganz so groß wie im Vorjahr war die Resonanz diesmal nicht, dennoch konnten die Veranstalter ein interessantes Teilnehmerfeld zusammenstellen. „Vor den Sommerferien knubbeln sich die Schulsportveranstaltungen. Da ist es logisch, dass nicht jedes Event mit einem riesigen Teilnehmerfeld durchgeführt werden kann“, erklärt Walburga Koopmann, die Vorsitzende der Sportjugend.

Insgesamt sechs Mannschaften hatten sich für die Titelkämpfe angemeldet. Auf dem Kunstrasenplatz an der Saarner Straße wurde parallel auf zwei Feldern gespielt, eines in jeder Spielhälfte des großen Feldes. Jede Mannschaft bestand dabei aus sechs Feldspielerinnen und einer Torhüterin.

Fast alle Mannschaften bestanden dabei aus Fußball-Anfängerinnen. „Vereinsspielerinnen hatten wir diesmal noch keine dabei“, sagt Walburga Koopmann. Die Schiedsrichter drückten daher bei den Regelauslegungen schon einmal ein Auge zu. So bauten sich etwa die Spielerinnen der Oemberg-Schule nach ihrem eigenen Torerfolg in einer Reihe an der Mittellinie auf, so dass die Gegner Probleme hatten, den Anstoß vernünftig auszuführen. Die Folge: Überfallartig stürmten die Oemberg-Spielerinnen auf den Ball und hatten ihn schon nach wenigen Sekunden wieder in ihren Reihen.

Nicht nur deshalb gehörte die Mannschaft von Beginn an zu den Favoriten. Auch die Mannschaft der Hölterschule war von Beginn an vorne dabei. Am Ende landete das Oemberg-Team mit 13 von 15 möglichen Punkten auf dem ersten Platz. Die Hölterschule wurde Zweiter. Auf dem dritten Platz landeten die wacker kämpfenden Spielerinnen der Gemeinschaftsgrundschule Styrum, die den beiden Favoriten Paroli bieten konnten und am Ende auf starke zehn Punkte kamen. Die Lierbergschule (7) wurde Vierter vor der Pestalozzi-Schule (3) und der Grundschule Filchnerstraße (0).

Auch in Zukunft sollen die Schülerinnen der Klassen drei und vier jährlich um die Stadtmeisterschaft Spielen. Die Mülheimer Sportjugend denkt zurzeit sogar noch über eine Hallenstadtmeisterschaft im Winter nach. Ein solches Turnier gibt es auch bei den Jungen.

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