Mülheim als Hochburg der Kampfkunst

Die vier Mülheimer Vereine veranstalteten am Wochenende die Deutsche Meisterschaft. Bujindo Mülheim ging mit 27 Medaillen als zweitbester Verein aus den Titelkämpfen hervor

Für welche Sportart ist Mülheim an der Ruhr bekannt? Würde so eine Quizfrage lauten, würde die Antwort in den meisten Fällen Hockey lauten. Oder vielleicht Badminton. Dabei ist Mülheim aber auch eine Hochburg einer asiatischen Kampfkunst. Bereits zum dritten Mal (bei insgesamt zehn Austragungen) fand an diesem Wochenende die deutsche Meisterschaft im Jiu-Jitsu in der RWE-Sporthalle statt.

„Von Mülheim ist der Jiu-Jitsu in Deutschland ausgegangen“, erklärt Andreas Dolny von Bujindo Mülheim. Neben den beiden Vereinen Bujindo und Bushido haben sich auch in den Großvereinen Styrumer TV und TSV Viktoria Jiu-Jitsu-Abteilungen gegründet. Auch der deutsche Jiu Jitsu Bund sitzt in Mülheim, Josef Djakovic von Bujindo e.V. ist der Vorsitzende.

In der RWE-Sporthalle gingen am Samstag und Sonntag über 200 Athleten in den fünf Kategorien Random Attack (Zufallsangriffe), Pairs (Paardemonstration), Kata, Bodenkampf und Team an den Start. Die Meisterschaft umfasst alle Altersklassen von den Kindern bis zu den Senioren. Der älteste Teilnehmer ist 76 Jahre alt.

Um die Organisation auf möglichst viele Schultern zu verteilen, schlossen sich die vier Mülheimer Klubs für die Deutsche Meisterschaft als Ausrichter zusammen. „Solche Großereignisse können nur erfolgreich sein, wenn alle miteinander für das Ganze arbeiten und überall die Lücken geschlossen werden“, erklärt Volker Schwarz von Bujindo Mülheim.

Feierlicher Rahmen

Das Veranstalter-Quartett aus Mülheim sorgte für einen passenden Rahmen der Meisterschaften – angefangen mit einem feierlichen Einlauf aller Teilnehmer, über das Singen der Nationalhymne durch Isolde-Leila Komina bis hin zu einer gemeinsamen Siegerehrung der jeweils besten drei einer Wettkampfklasse.

Zum Sportlichen: Alle fünf Wettkampfformen streben den technischen Vergleich, nicht etwa den physischen, an. Die Kampfrichter nehmen dabei eine vergleichende Wertung vor und heben am Ende entweder das weiße oder das rote Fähnchen. „Wer nicht auf dem Treppchen stand, dem soll gesagt sein, dass es manchmal sehr knapp war“, sagt Schwarz.

Erfolgreichster Einzelverein der Titelkämpfe darf sich der Zen-Bogyo-Do e.V. Otterbach aus Rheinland-Pfalz nennen, denn seine Jiu-Jitsuka holten in der RWE-Sporthalle insgesamt 13 Gold-, elf Silber und sieben Bronzemedaillen. Auf Platz zwei dieser Statistik steht mit Bujindo Mülheim einer der Ausrichter. Acht Gold-, elf Silber- und acht Goldmedaille holten die Lokalmatadoren Fiona Rasche (Mädchen schwer), Cedric Adler (Männliche Jugend leicht), Dominic Löser (Männer bis 68 kg), Alexandra Schmitz (Frauen bis 49 kg) waren allesamt im Bodenkampf nicht zu schlagen, André Rasche war im Waffenkata erfolgreich. Im Random Attack waren Cedric Adler (Jugend, brauner/schwarzer Gürtel) und Dominic Löser (Erwachsene, grünerer/blauer Gürtel) sowie David Djakovic (Erwachsene brauner/schwarzer Gürtel) erfolgreich.

WM Ende des Jahres in Spanien

Die Nachbarn vom TBF-Bushido Essen-Frintrop rundeten mit fünf Gold- und drei Silbermedaillen das Treppchen im Medaillenspiegel der DM ab.

Die nächste deutsche Meisterschaft findet voraussichtlich am 5. und 6. Mai 2018 beim VfB Erftstadt statt. Ende des Jahres steigen bereits die Weltmeisterschaften in Spanien. Einige Teilnehmer der nationalen Wettkämpfe werden auch dort um Edelmetall für Deutschland kämpfen.

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