Meister verzaubern das Publikum

1700 Zuschauer sahen in der RWE-Sporthalle die deutsche Meisterschaft in den Standardtänzen.
1700 Zuschauer sahen in der RWE-Sporthalle die deutsche Meisterschaft in den Standardtänzen.
Foto: WAZ FotoPool

Von Minute zu Minute wuchs am Samstag die Begeisterung. Am Ende der deutschen Meisterschaft der S-Klasse in den Standardtänzen wurden die sieben Finalteilnehmer von 1700 Zuschauern in der ausverkauften RWE-Sporthalle lautstark gefeiert.

Den meisten Applaus bekamen die deutschen Meister ab. Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler verteidigten ihren Titel erfolgreich. Aber nicht nur das. Das Paar des TSC Astoria Stuttgart bezauberte wie schon so oft in der Vergangenheit das Publikum und die Wertungsrichter mit ihren Tanzdarbietungen auf Weltklasse-Niveau.

Die Meisterschaft in Mülheim hatte einen besonderen Charakter. Vor 100 Jahren, im Dezember 1912, fand im Berliner Admiralspalast das erste deutsche Tanzturnier statt. Im Jahr 1947, also vor 65 Jahren, wurden erstmals die Titelträger in der Standard-Hauptgruppe S ermittelt. Damals siegten Otto und Inge Teipel aus Wiesbaden.

Ehrenplakette vom Verband

Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slow Foxtrott und Quickstep – in dieser Reihenfolge wird bei den Standardturnieren getanzt. In anderthalb bis zwei Minuten müssen die Paare die Wertungsrichter von ihrer Leistungsstärke überzeugen. Dies gelang Ferruggia und Köhler am besten. Nach dem Langsamen Walzer, dem Tango und dem Quickstep zogen die neun Wertungsrichter die „eins“ auf ganzer Linie. Acht Mal die beste Platzierung gab es für die Stuttgarter nach dem Wiener Walzer und dem Slow Fox. Hier sah einer der Wertungsrichter die späteren Zweitplatzierten Simone Sagatori und Annette Sudol, ebenfalls vom TSC Astoria Stuttgart, an der Spitze. Auf dem dritten Platz landeten Anton Skuratov und Alena Uehlin vom TTC München.

Ferruggia/Köhler und Sagatori/Sudol bekamen im Anschluss an die Siegerehrung die Ehrenplakette des Deutschen Tanzsportverbandes für ihre herausragenden Leistungen verliehen. Dem Siegerpaar blieb es vorbehalten, dem begeisterten Publikum den Ehrentanz zu präsentieren. Zuvor hatte Benedetto Ferrugia alle Tänze bei den Zuschauern abgefragt. Die Fans hatten mit dem stärksten Applaus und Gejohle den Quickstep ausgewählt. Ein letztes Mal brannten die zweifachen Welt- und vierfachen Europameister am späten Abend ein tänzerisches Feuerwerk auf dem Tanzparkett ab.

In einem Monat werden die beiden deutschen Top-Paare bei der WM in Melbourne an den Start gehen. Im vergangenen Jahr hatte ein dänisches Paar dem Duo Ferruggia/Köhler den WM-Titel abgejagt. Emanuel Valeri und Tania Kehlet ließen die Deutschen Ferruggia/Köhler und Sagatori/Sudol unmittelbar hinter sich.

„Wir haben nach der WM im Vorjahr nach Verbesserungen gesucht und sind bestens vorbereitet. Wir fliegen dorthin, um für Deutschland den Titel zu holen“, sagte Claudia Köhler am Samstagabend. Mit der Favoritenbürde können die nationalen Meister gut umgehen. Benedetto Ferruggia: „Wir lieben das Tanzen und versuchen, immer unser Bestes geben – egal bei welchem Turnier oder bei welcher Meisterschaft. Das ist unsere Einstellung. Die Zuschauer haben Eintrittsgeld bezahlt und wir haben dann die Verpflichtung, eine bestmögliche Leistung zu zeigen.“

 
 

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