Lokalderby zum Saisonauftakt

Letztes Aufeinandertreffen: Bei der Stadtmeisterschaft 2015 setzte sich der HSV Dümpten um Veit Wrobel gegen die HSG Mülheim durch.
Letztes Aufeinandertreffen: Bei der Stadtmeisterschaft 2015 setzte sich der HSV Dümpten um Veit Wrobel gegen die HSG Mülheim durch.
Foto: Herbert Höltgen
Die runderneuerte HSG Mülheim empfängt am Samstag den HSV Dümpten, der aufgrund seiner Eingespieltheit als Favorit gilt.

Besser kann die neue Handballsaison aus Mülheimer Sicht eigentlich gar nicht beginnen. Gleich am ersten Spieltag kommt es zu einem Derby, in dem die Vorzeichen vor wenigen Jahren noch komplett andere gewesen wären als heute: Die HSG Mülheim empfängt am Samstag, 17.45 Uhr, in der Halle an der Von-der-Tann-Straße den HSV Dümpten.

In einem ausführlichen Vorbericht auf Facebook bringt der HSG-Vorstand die derzeitige Situation des jahrelangen Mülheimer Branchenführers auf den Punkt. „Mit Beginn dieser Saison verabschieden wir uns für einen wohl längeren Zeitraum von den heimlichen Träumen, mit unserer HSG einmal wieder Oberliga-Handball in Mülheim anbieten zu können.“ Vielmehr wird die Spielgemeinschaft daran arbeiten müssen, überhaupt in der Verbandsliga zu bleiben. Denn in der Sommerpause gab es den größten personellen Umbruch der letzten Jahre. „Wir sind immer noch in einer Phase, in der wir uns finden müssen. Gute Ansätze wechseln sich immer wieder mit Rückschlägen ab“, sagt auch Trainer Daniel Hellenbrandt.

Eingespielheit als HSV-Pluspunkt?

Die Bürde des Favoriten trägt vor dem Derby ganz klar der HSV Dümpten, der ein Jahr nach der Rückkehr in die Verbandsliga an der HSG vorbeigezogen ist. Der einst als Söldnertruppe verschriene Klub kann mittlerweile auf einen gefestigten Kader zurückgreifen. „Ich hoffe, dass das ein Pluspunkt für uns ist. In Lokalderbys haben wir uns aber oft schwer getan, es wird also sicherlich kein Selbstläufer“, meint Dümptens 1. Vorsitzender Horst Mühlenfeld.

HSV-Trainer Ronny Lasch möchte sich bewusst kein Urteil über die Favoritenrolle vor dem Derby erlauben. „Die HSG versucht dem Gegner ihr Spiel aufzudrücken“, hat Lasch nach einem Videostudium des letzten Testspiels festgestellt. „Das müssen wir auf jeden Fall vermeiden und selbst unser Ding durchziehen“, betont der HSV-Coach.

Ähnliches hat auch die HSG vor. „Wir kennen natürlich die Stärken von Dümpten, die gefährlichen Spieler und ihre Spielweise. Trotzdem müssen wir uns auf uns selbst konzentrieren, unser Deckung in den Griff kriegen und die Tempogegenstöße unterbinden“, sagt Daniel Hellenbrandt.

Beide Mannschaften können am ersten Spieltag größtenteils auf ihre beste Besetzung zurückgreifen. Bei der HSG fehlt nur Fabio Carlo, der nach seinem Kreuzbandriss wohl nicht vor November wieder zum Einsatz kommen wird. Auch die Dümptener haben in Marvin Hentschel ihren Langzeitverletzten. Zudem fallen Daniel Kiriakou (Bronchitis) und Neuzugang Nils Ahlendorf (Meniskusschaden) aus. Da Torwart Ahlendorf sechs bis sieben Wochen lang fehlen wird und eine kurzfristige Rückkehr von Christian Floten scheiterte, hat der HSV den Routinier Rolf Hollenberg (42) reaktiviert. Der Keeper war vor vielen Jahren bereits einmal für den HSV aktiv und spielte zuletzt beim TV Biefang. „Es ist gar nicht schlecht, einen erfahrenen Mann in der Hinterhand zu haben“, sagt Trainer Ronny Lasch. Beginnen wird bei den Dümptenern aber Alexander Raths.

 
 

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