Lange Spieltage an 16 Platten

Phil Speckemeyer und Milena Ruthenkohl kämpfen an einer der 16 Platten um den Sieg.
Phil Speckemeyer und Milena Ruthenkohl kämpfen an einer der 16 Platten um den Sieg.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA

Ein gebrochener Schläger, ein gerissenes Netz oder eine kaputte Bande – jahrelang war beim Tischtennisverein TTC Union 69 klar, hier kann nur einer helfen: Horst Mosch. Besonderes handwerkliches Geschick, aber vor allem Hingabe für den Sport sagen die Unioner ihm noch heute nach. Horst Mosch verstarb im Dezember 2010, nach 30-jähriger Mitgliedschaft.

Ihm zu Ehren veranstaltete der TTC zum zweiten Mal das „Horst-Mosch-Gedächtnisturnier“. Ein offiziell ausgeschriebenes Turnier, das im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal starken Teilnehmerzuwachs bekam. Mitorganisatorin und Damen-Spielerin Kirsten Kuroczik freut sich über den großen Ansturm an Spielern: „Das war der Wahnsinn, wie viele Teilnehmer dieses Jahr kamen. 300 Aktive standen Samstag und Sonntag in der Halle.“ 2012 waren es noch 200. „Wir haben an 16 Platten gespielt und die Abende wurden lang“, berichtet Kuroczik weiter, „aber am Ende hat alles reibungslos geklappt.“

Vier Jugendmannschaften

Acht Leute gehörten dem Kern des Organisations-Teams an, das vor einem dreiviertel Jahr den Prozess in Gang brachte, um dieses Mammut-Turnier zu stemmen. „Der lange Vorlauf und die Hilfe von anderen, die oft kurzfristig parat standen, war nötig, sonst hätte das nicht geklappt“, ist Kuroczik dankbar. Einer hätte sicherlich selber tatkräftig mit angepackt. Eben jener, in dessen Zeichen dieses Wochenende stand: Horst Mosch. Kuroczik betont: „Das Loch, das Horst hinterlassen hat, ist riesig und nur schwer zu stopfen.“ Mosch, der im Alter von 68 verstarb, war selber aktiver Tischtennisspieler, 2. Vorsitzender und Jugendwart des Vereins. Er galt als verlässlich und als ein Mann der Tat, dessen ehrenamtliches Engagement über die Grenzen des Selbstverständlichen hinaus gingen. „Die jahrelange Flaute in der Jugendarbeit“, so Kuroczik, „hat Horst beendet und ab 2000 unsere Jugendabteilung wieder neu aufgebaut.“ Ihm ist es zu verdanken, dass heute wieder vier Jugendmannschaften beim TTC aktiv sind und die Förderung des Nachwuchses ganz oben auf der Vereinsagenda steht.

An den Turniertagen wurde dann auch neben fünf Erwachsenen-Klassen auch drei Jugendkonkurrenzen angeboten.. Dabei kamen viele Teilnehmer auch von weiter weg und teilweise aus hohen Spielklassen. In der höchsten Konkurrenz der Herren (A-Klasse) standen sich im Finale Patrick Würz vom TTC Schwalbe Bergneustadt aus der 2. Bundesliga und Paul Freitag vom SC Bayer Uerdingen aus der Regionalliga gegenüber. Das Match ging über die volle Distanz von fünf Sätzen und konnte erst nach Verlängerung entschieden werden. Freitag verließ nach mitreißendem Tischtennis und vielen spektakulären Ballwechseln die Platte als Sieger. Einzig mit der Resonanz bei der Damenkonkurrenz zeigte sich Kuroczik unzufrieden: „Da war das Turnier leider schlecht besetzt und kaum spielbar.“ Anders sieht es da beim TTC Union selbst aus. Sie stellen das einzige Damen-Tischtennisteam Mülheims und peilen in der kommenden Saison den Aufstieg von der Bezirks- in die Verbandsliga an. Für dieses Ziel konnte man Katja Wehren von Post Oberhausen gewinnen. Zusätzlich wird zur im September startenden Runde seit Jahrzehnten wieder eine zweite Damenmannschaft gemeldet.

Erlös ist für den Nachwuchs

Die Verbandsliga-Herren geben den Klassenerhalt als Minimalziel aus. Die zwei Jugendteams (Ü 14) spielen in der Bezirksliga, der zweithöchsten Spielklasse. Hinzu kommen zwei Schülerteams (U 14), die auf Punktejagd geht. Der Verein wächst und freut sich über den Nachwuchs. Dem kommen auch alle Einnahmen des Turniers zu Gute. Einen würde das ganz sicher freuen – genau: Horst Mosch.

 
 

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