„Ich konnte die Zeit erst gar nicht realisieren“

Auf dem Sprung nach Rio: Damian Wierling während der deutschen Meisterschaft in Berlin.
Auf dem Sprung nach Rio: Damian Wierling während der deutschen Meisterschaft in Berlin.
Foto: imago/Camera 4
Damian Wierling blickt auf sein fantastisches Wochenende bei der DM in Berlin zurück. Alle Daten rund um die olympischen Spiele in Rio de Janeiro hat er sich schon längst notiert.

Mit zwei deutschen Meistertiteln und einem deutschen Rekord schwamm sich der Mülheimer Damian Wierling (20) am Wochenende bei den Deutschen Schwimmmeisterschaften in den Fokus. Im Interview mit Marcel Dronia spricht er über seine Leistungen in der Hauptstadt, seine weitere Jahresplanung und natürlich die Olympischen Spiele.

Herr Wierling, wie viele Interviews mussten Sie am Sonntag geben?

Das waren schon ungewohnt viele, das Interesse war nach dem deutschen Rekord (21,81 Sek., Anm. d. Red.) schon ungewöhnlich groß. Das ist natürlich nichts Schlimmes aber irgendwann wird man schon etwas müde nach den Gesprächen mit den ganzen Zeitungen.

Waren solche Leistungen vor der DM in irgendeiner Form abzusehen?

Nein, sowas habe ich überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt. Die Olympia-Qualifikation war eigentlich nur für die 100-Meter-Freistil-Staffel ein Thema. Nachdem ich mir da schon eine gute Position erarbeitet hatte, bin ich ganz entspannt an den Start über die 50 Meter gegangen.

Und da ist bekanntlich der deutsche Rekord herausgesprungen. Ab wann merkt man denn, dass es ein gutes Rennen wird?

Ich hatte schon das Gefühl, dass ich gut liege. Aber die Zeit konnte ich erst gar nicht realisieren. Da stand zwar was auf der Anzeigetafel vom deutschen Rekord, aber ich dachte, das muss ein Fehler sein. Ein Freund hat es mir dann aber bestätigt.

Gibt es Gründe, warum es auf einmal wieder so gut läuft?

Im Januar und Februar 2015 war ich aufgrund einer Herzbeutelentzündung zwei Monate komplett raus. In dem Zusammenhang habe ich auch eine Operation an der Nase machen lassen. Seitdem bin ich einfach deutlich weniger krank. Außerdem haben wir das Training speziell auf die kürzeren Strecken umgestellt und gehen kein Risiko mehr ein. Bei kleineren Beschwerden halte ich mich schon mal eher zurück.

Nun rückt natürlich Olympia in den Fokus. Wie sieht dort das weitere Prozedere aus?

Ich stehe jetzt auf der sogenannten „Longlist“ des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Meine Zeiten von Berlin muss ich noch einmal bestätigen. 22,85 Sekunden sind im Vorlauf zu schlagen und 22,60 im Finale. Das kann ich bei der Mare Nostrum Tour am Mittelmeer oder bei den German Open in Berlin machen. Die finale Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund ist erst am 12. Juli.

Gibt es denn noch Zweifel?

Die 100-Meter-Freistil-Staffel habe ich eigentlich sicher, für die Lagenstaffel müsste noch einer der Konkurrenten schneller schwimmen als ich, um mich zu verdrängen. Im Einzel kann ich über 50 Meter Freistil starten, die 100 Meter liegen im Ermessen des Bundestrainers, weil ich dort die Vorlaufnorm nicht geschafft habe, die für den Endlauf hingegen schon. Als deutscher Rekordhalter darf man sich, denke ich, schon Hoffnungen machen.

Wie sehen denn die weiteren Planungen aus? Urlaub haben sie im August wohl keinen gebucht, oder?

Nein, ab Mittwoch geht es für zehn Tage zum Trainingslager in die Türkei. Im Juni schwimme ich eine oder zwei Stationen bei der Mare Nostrum Tour, vielleicht auch nur in Barcelona, weil ich mit der vielen Fliegerei im letzten Jahr schlechte Erfahrungen gemacht habe. Dann kommen die German Open. Am 12. Juli ist die offizielle Nominierung, am 13. Juli die Einkleidung für alle Olympia-Fahrer. Ab dem 18. Juli ginge es ins Trainingslager nach Florianópolis in Brasilien.

 
 

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