Hochkaräter mit Tradition

Wassersport der besonderen Art bietet das geschichtsträchtige Unterwasserrugby-Turnier des TSC Mülheim. Foto: privat
Wassersport der besonderen Art bietet das geschichtsträchtige Unterwasserrugby-Turnier des TSC Mülheim. Foto: privat
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Der Ball kommt nicht ins Rollen, sondern in diesem speziellen Fall ins Schweben. Und dies vor einem atemberaubenden Hintergrund: Das Unterwasserrugby-Turnier RWW-Cup - Kampf um den Goldenen Ball unter der Regie des gastgebenden Tauch-Sport-Club (TSC) Mülheim wird am Samstag im Hallenbad Süd bereits zum 44. Mal ausgespielt und gilt als das älteste und bedeutendste Meeting in ganz Europa. Im Vergleich dazu wurde die nationale Meisterschaft in diesem Jahr zum 40. Mal ausgetragen.

Dass das Unterwassertreffen an der Ruhr einmal mehr hochkarätig besetzt daherkommt, gehört längst zum guten Ton. Kurz vor dem Bundesligastart nutzen die Mannschaften die Gelegenheit, um sich im Wettkampf zu beschnuppern und Stärken und Schwächen des Gegners auszuloten. Außerdem gehört es zum Renommee, im Hallenbad Süd am Ball zu sein. „Die Klubs fragen bereits nach der Veranstaltung nach, ob sie im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfen,“ freut sich TSC-Pressewart Holger Kempf um ungebrochene Nachfrage.

Das 13er-Feld beim RWW-Cup (Spielbeginn ist um 8 Uhr) wird vom Branchenführer TC Bamberg angeführt. Die Franken haben seit 2007 ohne Unterbrechung den nationalen Titel geholt. Der Nachbar Freie Schwimmer Duisburg präsentiert sich als deutscher Rekordmeister mit den Titelgewinnen der Jahre 1994 bis 1999 sowie 2001 bis 2003. Ein weiterer Gast aus der Reviernachbarschaft ist der DUC Bottrop, Meister von 2005. Gastgeber TSC, der erstmals auch mit seinem ambitionierten Zweitligateam vertreten ist, verweist derweil auf die Titelgewinne der Jahre 1972 bis 1975, 1988 und zuletzt 2000 und damit auf eine große Tradition im Unterwasserrugby-Geschehen. Dieser möchte Bundesliga-Aufsteiger ATC Aachen folgen, der erstmals in Mülheim zum Teilnehmerfeld zählt.

Zum guten Ton gehört natürlich die internationale Note. Für die steht das Team Espana, ein Auswahl von der Iberischen Halbinsel, bei der die Mülheimer im vergangenen Jahr in Barcelona zu Gast waren, und der dänische Erstligavertreter Elmonix. Beim Diamanten Ball der Damen sind ebenfalls ausländische Gäste im Wasser: die Pandidas aus Dänemark. Das Teilnehmerfeld beim seit 2007 von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft unterstützen Turnier komplettieren die Mannschaften aus Mannheim, Duisburg und Berlin (amtierender Meister).

Interessierte Zuschauer kommen zum einen bei freiem Eintritt auf ihre Kosten und verpassen zum anderen nichts von dem, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt: Die Spiele werden mit fernbedienten und unter Wasser installierten Kameras auf Monitore übertragen. Zudem werden ausgewählte Topspiele vom Pressewart und ehemaligen deutschen Meister und Nationalspieler Holger Kempf fachkundig kommentiert.

Der Festabend mit Siegerehrung findet am Abend in Franky’s Bar im Ruhrkristall statt. Einige auswärtige Mannschaften werden sich diesen bekannt stimmigen Ausklang des wassersportlichen Dauerbrenners nicht entgehen lassen, weil sie das günstige Angebot nutzen, für insgesamt 50 Euro in der Sporthalle der Turngemeinde 1856 zu übernachten.

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