Gebremstes Temperament

„Ich kann mich furchtbar nach einem Fehler aufregen, aber ich darf das ja nicht, wegen der Mannschaft,“ sagt der Spanier Oscar Rodriguez, Neuzugang beim Volleyball-Bundesligisten Moerser SC auf der Liberoposition.

Der 180 Zentimeter große Libero strebt nach Perfektion. Immer in Bewegung, oft die Annahmeroutine vorher simulierend, ist Rodriguez der Spieler, der bei den „Adlern“ als Annahme- und Abwehrspezialist gilt.

Aufgefallen war den MSC-Verantwortlichen das „gebremste Temperamentbündel“ beim Top-4-Turnier in der RWE-Sporthalle, als Rodriguez beim spanischen Turniergewinner holte, was zu holen war. Zwischendurch auch mal ein Patzer mit Aufregung, aber dann wieder hohe Sicherheit. In jedem Falle war Cheftrainer Chang Cheng Liu schnell begeistert: „Wir merken schon im Training bei bestimmten Serien, dass mit Oscar eine neue Qualität dazugekommen ist.“

Für Rodriguez ist der MSC die erste Auslandsstation. Der jetzt 28-Jährige spielte in Spanien in der Primera Division in Melilla, Malaga, Elche sowie in Jusan und Vecibadrio auf den Kanarischen Inseln, bevor er die letzten drei Jahre im andalusischen Almeria spielte. Zu einer Meisterschaft reichte es nicht, aber zwei spanische Pokale, mehrfache Teilnahme am Europapokal sowie eine zweijährige Zugehörigkeit zum nationalen Kader (wo er in Konkurrenz zu Alexis Valido spielte, der lange in Friedrichshafen war) kennzeichnen seine Karriere und Erfahrung. Auf die Nominierung für das Nationalteam ist Rodriguez besonders stolz.

Die Bundesliga kannte Rodriguez nur vom Hörensagen und von Gesprächen mit „meinem Kumpel“ Valido. Er wusste aber, dass es in dieser Saison ein Spitzenquartett gibt, in dem Friedrichshafen die führende Rolle spielen wird. Sein Wunsch: „Der MSC muss sich einen Platz im Spitzenquartett erobern, dann sind wir eine interessante Mannschaft. Wir arbeiten gut, ich glaube an einen Erfolg.“

Rodriguez hat mit Freundin Soledad in Moers eine kleine Wohnung bezogen und sich über die ersten frischen Tage in der Grafenstadt gewundert. Rodriguez bummelt gerne und oft durch die überschaubare Innenstadt, deren Sauberkeit er mag. Und: „Es geht ruhig und gelassen zu.“

Die Kontakte zur Heimat sind geblieben. Zum einen hatte er seine beiden Hunde bei seinen zukünftigen Schwiegereltern zurücklassen müssen und erkundigt sich oft nach deren Wohlergehen, zum anderen verfolgt er intensiv die spanische Fußballszene. Oscar ist Barca-Fan und wenn dann noch Zeit bleibt, kümmert er sich um die Formel 1 und Fernando Alonso. Hohen Respekt hat er vor den vielen guten spanischen Sandplatz-Spezialisten im Tennis: „Die haben Ausdauer und Selbstbeherrschung, Ausdauer habe ich auch, aber diese andauernde Selbstbeherrschung, damit kämpfe ich.“

 
 

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