Ein Trainer voller Tatendrang

Auf gute Zusammenarbeit: Der neue Trainer Peter Schorning (links) mit dem SG-Vorsitzenden Matthias Wierling und der 2. Vorsitzenden Christel Dziallas. Foto: Fabian Strauch
Auf gute Zusammenarbeit: Der neue Trainer Peter Schorning (links) mit dem SG-Vorsitzenden Matthias Wierling und der 2. Vorsitzenden Christel Dziallas. Foto: Fabian Strauch

Eigentlich sollte in diesem Sommer Schluss sein. Schwimmtrainer Peter Schorning wollte seine langjährige Karriere beenden und hatte diesen Schritt bereits seinem Verein SV Blau-Weiß Bochum mitgeteilt. Der Entschluss stand fest. Bis Schorning mit Matthias Wierling ins Gespräch kam.

Wierling ist der 1. Vorsitzende der Startgemeinschaft (SG) Mülheim und mit seinen Vorstandskollegen hatte er den Essener Schorning als Kandidat Nummer eins für die Nachfolge von Harry Schulz auserkoren. „Peter hat überall Hervorragendes geleistet und kann bei uns frischen Wind in den Laden bringen“, sagt Wierling. Zwar musste Schorning „noch eine Nacht drüber schlafen“, doch schon während des Gesprächs mit dem Vereinsvorsitzenden stand der Entschluss eigentlich fest.

Warum er seine Trainerkarriere nun doch fortsetzt? „Ich bin von der Mülheimer Jugendarbeit total beeindruckt. Was hier aus den vergleichsweise geringen Möglichkeiten gemacht wurde, ist einfach sensationell“, sagt Schorning. In den unteren Jugendklassen gelten die Mülheimer in der Umgebung als gefürchtet. Schorning will dafür sorgen, dass dieses Potenzial für die Zukunft genutzt werden kann und dass auch die älteren Jugendlichen der SG treu bleiben. Dazu soll eine Kooperation mit der SG Essen vereinbart werden. Schorning, der aus seiner Essener Zeit gute Kontakte in die Nachbarstadt hat, wird ausgewählten Mülheimern die Chance geben, in Essen zu trainieren, aber dennoch für Mülheim zu starten.

Schorning wird dazu versuchen, einige ehemalige Mülheimer wie Julian Jungbluth oder Felix van der Felden wieder für sein Team zu gewinnen. Auch die älteren Semester, die so genannten Masters, möchte der Coach gerne mit einbeziehen.

Während Clubchef Wierling über die Probleme des Schwimmsports und vor allem das Fehlen einer 50-Meter-Bahn in Mülheim spricht, strahlt Schorning. Der Mann freut sich auf seine Aufgabe. „Ich kann es kaum erwarten, dass es nach den Ferien wieder richtig los geht.“ Der Mann ist voller Tatendrang.

Eigentlich – sagt Peter Schorning – habe er sowohl als Aktiver als auch als Trainer alles erreicht. „Ich war selbst bei Olympia und habe außerdem als Coach zwei Schützlinge zu Olympia gebracht“, sagt Schorning. 1968 war der Essener mit drei seiner Vereinskollegen von Essen 06 bei Olympia dabei. „Unsere Vereinsstaffel war gleichzeitig die Nationalmannschaft“, erinnert sich Schorning. 16 Jahre später schaffte es der Sport- und Biologielehrer erneut zu den Olympischen Spielen. 1984 betreute er die Gladbecker Sandra Dahlmann und Dirk Korthals. Korthals gewann als Mitglied der viermal 200-Meter-Freistilstaffel Silber, Dahlmann wurde Erste im B-Finale über 200 Meter-Rücken.

In Bochum war man auf Schorning eine Zeit lang nicht gut zu sprechen, da der Trainer anstatt seine Karriere zu beenden, doch noch eine neue Aufgabe angenommen hat. „Aber ich habe bis zum Schluss mein Bestes für den Verein gegeben. Letztlich war es sogar das beste Jahr in der Bochumer Vereinsgeschichte.“ Am Ende sahen das auch die Bochumer ein und so hat Schorning mittlerweile etliche Bilder seiner ehemaligen Schützlinge im Wohnzimmer stehen.

Nun ist der erfahrene Coach in Mülheim angelangt und meint: „Jeder Verein würde sich die Finger nach so einer tollen Nachwuchsarbeit lecken.“ Träume für die Zukunft hat Schorning auch. „Wer weiß, vielleicht klappt es ja irgendwann noch einmal mit Olympia.“

 
 

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