Der Traum von Olympia ist geplatzt

Um 10:27 Uhr am Samstagvormittag war der Showdown um einen der begehrten Plätze im leichten Doppelzweier in Köln-Fühlingen entschieden. Der für den Crefelder Ruder-Club startende Mülheimer Jonathan Rommelmann wird im Sommer nicht nach Rio de Janeiro zu den Olympischen Spielen fahren. Das Ausscheidungsrennen ging an den Mainzer Doppelzweier, der bereits nach den deutschen Kleinboot-Meisterschaften vor einer Woche auf derselben Strecke als Favorit galt. Eine Enttäuschung für den 21-jährigen Medizinstudenten Jonathan Rommelmann, dem Mülheimer „Sportler des Jahres 2015“.

Es war ein Start-Ziel-Sieg für den Doppelzweier aus Mainz mit Moritz Moos und Jason Osborne. Aus dem Startblocken heraus, mit hoher Schlagzahl und beeindruckendem Druck am Blatt gaben sie die Führung nicht ab. Ab der 1.000- Meter-Marke wurde sogar der Abstand zu Rommelmann und Partner Konstantin Steinhübel aus Würzburg noch weiter vergrößert. Das dritte Boot aus Berlin blieb im Entscheidungsrennen mit einer Bootslänge Rückstand auf Tuchfühlung zu Mainz.

„Das war schon sehr frustrierend, eigentlich haben wir kein Konzept gefunden, das hohe Anfangstempo von Mainz mitzugehen. Der Streckenschlag war in Ordnung, aber nicht effektiv genug. Die Mainzer und Berliner Kombination rudern schon mehrere Jahre zusammen. Wir haben mit einigen wenigen Trainingstagen und ohne jemals über die 2.000- Meter-Distanz gefahren zu sein, versucht dagegen zu halten, was nicht geklappt hat“, sagte Trainerin Sabine Tschäge im Wissen um die hohen Ansprüche in dieser Ausscheidung.

„Ich habe noch immer den Traum von Olympia, auch wenn Rio nicht klappt, Tokio 2020 bleibt weiter ein Ziel für mich“, so Jonathan Rommelmann nach dem Rennen. „Wir sind alle enttäuscht. Wer Jonny bei den Anfängen seiner Karriere in der Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim erlebt hat, weiß um seine Energie und Entschlossenheit. Im U23-Bereich geht noch was. Alle Mülheimer Ruderkameraden hatten ihm die Daumen gedrückt“, spendet der RRGM-Sprecher Manfred van Ackern Trost.

Nach den Wochen in Trainingslagern und den strapaziösen Langstreckentests hat Rommelmann zwei Tage aktive Erholung im regenerativen Training, bevor sich der amtierende U23-Weltmeister der Zielsetzung Titelverteidigung bei der WM vom 21. bis 28. August in Rotterdam annimmt. Bei den U23-Ruderern ist er die Nummer eins der stärksten und schnellsten Leichtgewichte (72,5 Kilogramm). Am kommenden Wochenende findet in Krefeld bereits der U23-Lehrgang für die leichten Skuller statt.