Der tiefe Fall des Mülheimer SV 07

Ein symbolisches Bild: Der MSV 07 – hier Sükrü Bayar – ist am Boden.
Ein symbolisches Bild: Der MSV 07 – hier Sükrü Bayar – ist am Boden.
Nach dem Abstieg aus der Landesliga droht den „07ern“ der freie Fall. Klubchef Peter Hein räumt auch Fehler bei der Kaderzusammenstellung ein.

Das Horrorszenario ist perfekt. In der Gruppe sechs der Fußball-Bezirksliga stehen zurzeit alle drei Mülheimer Mannschaften auf einem Abstiegsplatz. Während beim Mülheimer FC Vatangücü der Absturz beinahe zu erwarten und auch beim SV Rot-Weiß ein Kampf um den Klassenerhalt anzunehmen war, überrascht vor allem der Sinkflug des Mülheimer SV 07.

Die „07er“ stiegen vor einem Jahr aus der Landesliga ab. Nun droht dem Spielverein der freie Fall in die Kreisliga A. Wie konnte es soweit kommen? „Die Mannschaft ist engagiert und macht ja auch nie ganz schlechte Spiele. Sie hat aber auch großes Pech im Abschluss“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Hein. In der Tat fehlt den Mülheimern ein echter Knipser. Den den zwölf Treffern des besten Hinrundentorjägers Sükrü Bayar ist in diesem Kalenderjahr erst ein weiteres dazu gekommen. „Wahrscheinlich haben wir auch Fehler bei der Kaderzusammenstellung gemacht, als wir keinen klassischen Mittelstürmer geholt haben“, sagt Hein.

Ohnehin kann die Personalpolitik des MSV als einer der Gründe für den Absturz angeführt werden. Seit dem Landesliga-Aufstieg 2012, als sich der Spielverein anschickte, langfristig den VfB Speldorf als Mülheims Nummer eins anzugreifen, fehlt die personelle Konstanz. Aus dem Aufstiegskader sind keine drei Jahre später nur noch Daniel Dentgen und Jann Brüger noch sowie Marcel Taczkowski und Dzenan Dogic wieder dabei. „Natürlich hinterfragen wir uns auch“, stellt Hein klar. „Wir sind Amateure und machen Fehler.“

Klubchef gibt noch nicht auf

Der Vereinsvorsitzende wirft die Flinte aber noch längst nicht ins Korn. „Ich nehme das Wort ,Abstieg’ noch überhaupt nicht in den Mund. Wenn Florian Klasen und Manuel Schulitz wieder ganz fit sind und auch Gökhan Türk wieder dabei ist, dann haben wir eine ganz andere Qualität“, ist sich Hein sicher. Der Klubchef verspricht, seine Mannschaft nicht unter Druck zu setzen, sondern sie nach Kräften zu unterstützen. Aber: „Die Jungs müssen den Abstiegskampf jetzt annehmen, das haben manche vielleicht noch nicht verstanden.“

Beim Mitkonkurrenten SV Rot-Weiß ist nach drei Spielen ohne Niederlage aktuell wieder etwas Hoffnung aufgeflammt. Drei Punkte liegt die Guerbouj-Elf hinter dem rettenden Ufer zurück. Ärgerlich nur, dass sich die SpVgg Meiderich durch den Sieg beim MSV vorerst aus dem unmittelbaren Abstiegskampf verabschiedet hat. Die Zahl der noch einholbaren Mannschaften ist für die beiden Mülheimer Teams damit auf zwei gesunken. „Dann ist das ebenso. Und selbst wenn es nur noch eine Mannschaft ist, werden wir versuchen, sie zu überholen“, sagte RWM-Trainer Hatem Guberouj bereits vor dem Duell gegen TuRa 88 (2:2).

Dazu sind die Eppinghofer aber darauf angewiesen, öfters als Sieger den Platz zu verlassen. Mit ihrer großen Anzahl an Unentschieden machen sie sich selbst das Leben schwer. An der Bruchstraße wollen sie gar nicht so genau darüber nachdenken, wie viele Punkte sie bereits mehr auf dem Konto haben könnten, hätten sie nur des Öfteren einen Sieg über die Zeit gebracht.

Der Kantersieg gegen Schwarz-Weiß Alstaden (6:0) und die Unentschieden gegen Vierlinden und TuRa 88 geben den Rot-Weißen aber neuen Mut. „Wir haben den Klassenerhalt immer noch vor Augen“, sagt Trainer Hatem Guerbouj.

Heins frommer Wunsch

Angesichts von noch zwei (realistisch) zu vergebenen Plätzen über dem berühmten Strich äußert MSV-Klubchef Peter Hein, gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes Mülheimer Fußballvereine, einen frommen Wunsch: „Ich hoffe, dass beide Mülheimer Mannschaften noch irgendwie den Klassenerhalt schaffen.

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