Der lange Weg nach Rio

Nach einigen Absagen hat der Deutsche Badminton-Verband (DBV) beim Heimturnier in der RWE-Sporthalle nicht mehr so viele Hoffnungsträger. Johanna Goliszewski vom heimischen 1. BV Mülheim und ihre Doppelpartnerin Carla Nelte vom TV Refrath gehören zu diesem exklusiven und handverlesenen Kreis.

Doch das Los meint es mit den beiden Damen, die bei den German Open 2015 ihren langen Weg zur angestrebten Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Rio de Janeiro antreten, gar nicht leicht. Das Spitzendoppel des DBV wird am Mittwoch, 12.45 Uhr, im Erstrundenmatch mit dem niederländischen Weltklasse-Duo Eefje Muskens und Selena Piek, die in der Weltrangliste den erhabenen zwölften Platz belegen, mit der ultimativen Herausforderung konfrontiert.

Die 28-jährige Johanna Goliszewski trägt die Bürde mit Fassung: „Die Auslosung ist sehr, sehr hart. Mit den Niederländerinnen hatte ich im vergangenen Jahr bereits das Vergnügen.“ Nun, eher ein zweifelhaftes, denn die damals im Prüfungsstress stehende Mülheimerin und ihre damalige Doppelpartnerin Birgit Michels (1. BC Beuel) standen in der zweiten Runde gegen die späteren Halbfinalistinnen auf verlorenem Posten: 6:18, 18:21. Die Zeit ist also reif für die Revanche im eigenen Haus: „Ich freue mich darauf, vor heimischer Kulisse zu spielen – und auf die Chance, gegen eine Top-Paarung zu spielen. Die beiden kennen uns als Doppel noch nicht. Wir werden alles daran setzen, sie zu ärgern.“

Für das Heimturnier gilt die klare Ansage. Möglichst weit kommen - auch um wertvolle Punkte für die Weltrangliste zu sammeln. Goliszewski und Nelte, die aktuell im globalen Ranking Position 24 einnehmen und seit acht Monaten doppelte und gemeinsame Sache machen, haben das große Reiseziel längst ausgemacht und fest im Blick: Olympische Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. Offiziell startet die Olympia-Qualifikation am 1. Mai. „Aber wir möchten jetzt schon Punkte sammeln.“

Aufholjagd in der Weltrangliste

Das beginnt mit der Dreier-Turnierserie German Open, All England und Swiss Open.“ Natürlich, die beiden Damen müssen punkten. In der bereinigten Weltrangliste müssen sie am 30. April 2016 mindestens Platz 13 belegen, um im Schatten des Zuckerhuts für Deutschland aufzuschlagen. Das ist den Topspielerinnen bereits trefflich gelungen. Im vergangenen August gewannen sie beim erstmalig ausgetragenen YONEX Brasil Grand Prix.

Auf die amtierenden deutschen Meisterinnen wartet in den kommenden Monaten ein beispielloser Reisemarathon mit Turnieren in aller Welt. „Das lässt sich nur als Vollprofi bewerkstelligen“, weiß die BVM-Spielerin nur zu gut, Neben den besagten Punkten hat sie dies im Blick: „Ich möchte viele neue Erfahrungen sammeln.“ Auf dem Routenplaner steht Anfang auch Indonesien, eng verknüpft mit unbändiger Vorfreude: „Mein absolutes Lieblingsturnier, die Atmosphäre ist unbeschreiblich. Es ist unglaublich, was da passiert.“

Natürlich hat die Mülheimerin auch das Championat vor der eigenen Haustür ins Herz geschlossen. „Die Organisation ist super. Es ist das beste Turnier in Deutschland, da kann keiner mithalten. Wenn du verloren hast, kannst du bis zum Finaltag die Spiele verfolgen und die Atmosphäre genießen. Und natürlich ist es angenehm, im eigenen Bett zu schlafen“, so die 28-Jährige, für die nach der Zeit mit Birgit Michels eine andere Rollenverteilung Gültigkeit besitzt. „Neben Birgit war ich die Arbeiterin. Carla und ich sind vom Typ eher ähnlich. Wir sind ein 50:50-Doppel, das auf Teamwork setzt.“ Es würde dem Turnier auf Mülheimer Hallenboden ungemein gut tun, wenn diese Zusammenarbeit am Mittwochmittag erfolgsgekrönt ist.

 
 

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