Das Abenteuer Rio beginnt

Für Damian Wierling wird der Traum von den Olympischen Spielen in wenigen Wochen wahr.
Für Damian Wierling wird der Traum von den Olympischen Spielen in wenigen Wochen wahr.
Foto: WAZ FotoPool
Am Montag macht sich Damian Wierling auf den Weg nach Brasilien. Am 7. August startet er zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen.

Damian Wierling ist völlig entspannt. Dass der Mülheimer Schwimmer kurz vor dem größten Höhepunkt seiner Karriere steht, merkt man ihm nicht an. Dabei steigt er am Montag in den Flieger nach Brasilien. Am 7. August absolviert er seinen ersten Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Der 20-Jährige lässt sich nicht unter Druck setzen. Die Frage nach den Zielen bei Olympia lächelt er weg. „Ich habe mir nie irgendwelche Vorstellungen gemacht und bin damit bislang immer ganz gut gefahren“, sagt er. Atmosphäre aufsaugen, genießen, Spaß haben – das sind die Dinge, die in Rio an erster Stelle stellen sollen. „Finalteilnahmen wären natürlich super“, sagt Wierling, dies sieht er aber eher als Zugabe an. Auf seinen beiden Einzelstrecken hat er zwei klare Favoriten. Gold über 100 Meter Freistil wird sich der Australier Cameron McEvoy sichern, über 50 Meter tippt Wierling auf den Franzosen Florent Manaudou. Bestzeiten sind freilich immer ein Ziel, die Latte hat sich der Mülheimer aber selbst sehr hoch gelegt.

Schließlich hat er in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin einen neuen deutschen Rekord über 50 Meter Freistil aufgestellt. Auch deswegen musste er am Dienstag, dem offiziellen Nominierungstag nicht mehr wirklich zittern.

„Für uns ist er sein Sechser im Lotto“, sagt Frank Werner, Vorstand der Sparkasse Mülheim, die seit vielen Jahren die Startgemeinschaft Mülheim unterstützt. Ein altes Plakat von 2008 zeigt den zwölfjährigen Wierling. „Das kommt in einem von einer Millionen Fällen vor, dass am Ende ein Olympiateilnehmer herauskommt“, freut sich Werner.

Leitfaden für die Bekleidung

Für den Athleten ging es am Mittwoch zur offiziellen Einkleidung nach Hannover. „Es gibt einen Leitfaden, in dem drinsteht, was ich wann anziehen muss“, erzählt Wierling. Die deutsche Olympiabekleidung findet er insgesamt „gut und praktisch“.

Jetzt geht alles sehr schnell. Schon am Montag geht der Flieger von Frankfurt nach Rio. Von dort aus reist die Mannschaft weiter nach Florianópolis, wo ein zweitägiges Trainingslager ansteht. Schnelligkeit und Regeneration stehen ganz oben auf der Agenda. Am 7. August steht der erste Start auf dem Programm. „Meine Einsätze sind sehr gut verteilt, pro Abschnitt schwimme ich immer nur einmal“, sagt der Mülheimer.

Hat er Respekt vor der Kulisse? Das Schwimmstadion von Rio fasst 15.000 Zuschauer. „Bisher bin ich nur in Nanjing vor 4.000 Leuten geschwommen, da war die Tribüne aber auch nur auf der einen Seite. Das wird jetzt eine ganz andere Dimension“, weiß der 20-Jährige. Aber Nervosität? Nein! „Im Rennen selbst kriegt man sowieso nichts mit. Wie es beim Einlauf und beim Start sein wird, das werden wir sehen.“

Unterstützt wird der Mülheimer vor Ort von seinen Eltern, dem jüngsten Bruder und der Familie seiner Freundin Lisa Höpink, die ebenfalls Schwimmerin ist, die Qualifikation für Rio aber nicht geschafft hat. Nach dem Ende der Wettbewerbe im Becken wird Wierling am 15. August noch seine Essener Kollegin Isabelle Härle im Freiwasserwettkampf an der Copacabana anfeuern.

Anschließend wird er versuchen, sich noch andere Wettbewerbe anzuschauen. „Ich weiß, dass im deutschen Haus immer überzählige Eintrittskarten für andere Sportarten zu haben sind. Ein Hockeyspiel zu sehen, wäre schon cool.“

 

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