Damendoppel ist der Knackpunkt

Deutscher Vizemeister 2014: Das Aufgebot des 1. BV Mülheim mit (von links) Johanna Golis
Deutscher Vizemeister 2014: Das Aufgebot des 1. BV Mülheim mit (von links) Johanna Golis
Foto: Marcus Lemke

SC Union 08 Lüdinghausen -
1. BV Mülheim 4:2

Sätze: 8:6
Damendoppel: Karin Schnaase/Selena Piek - Judith Meulendijks/Johanna Goliszewski 16:21, 21:8, 24:22
Herrendoppel: Ruud Bosch/Josche Zurwonne - Marcus Ellis/Jorrit de Ruiter 16:21, 19:21
1. Herreneinzel: Andre Kurniawan Tedjono - Dmytro Zavadsky 21:15, 22:20
Dameneinzel: Karin Schnaase - Judith Meulendijks 21:16, 21:12
Gemischtes Doppel: Rüüd Bosch/Selena Piek - Marcus Ellis/Johanna Goliszewski 18:21, 16:21 (Aufgabe seitens des SCU)
2. Herreneinzel: Yuhan Tan - Alexander Roovers 21:4, 18:21, 21:7
Zuschauer: 600

Es tat den Badminton-Spielern des 1. BV Mülheim im ersten Moment sehr weh, als die Jubel-Arie des SC Union Lüdinghausen am Sonntagnachmittag ihren Anfang nahm. Die deutsche Meisterin Karin Schnaase hatte den Sack zugemacht, die Münsterländer erstmalig zum Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft geführt und damit die Meisterfeier in Gang gesetzt. Das Resultat lautete im NRW-Duell aus Mülheimer Sicht vor 600 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle des St.-Antonius-Gymnasiums 2:4.

Während die Gastgeber zusammen mit ihren Fans vor Freude herumtollten, zogen sich die BVM-Spieler für einen Moment in die hinterste Ecke der Halle zurück. Tränen flossen zwar keine, aber enttäuscht über diese Niederlage waren sie allemal.

Dabei hatte alles so gut für den Rekordmeister angefangen. Der Engländer Marcus Ellis und der Niederländer Jorrit de Ruiter sorgten durch den 21:16, 21:19-Erfolg über das Union-Gespann Ruud Bosch/Josche Zurwonne für die Führung. Parallel auf dem zweiten Feld entwickelte sich ein Krimi in Hitchcock-Manier. Die Mülheimerinnen Judith Meulendijks und Johanna Goliszewski führten gegen Karin Schnaase und Selena Piek mit 21:16, 8:21 und 19:17. Die BVM-Fans rieben sich angesichts der möglichen 2:0-Führung bereits die Hände. Doch Schnaase/Piek glichen zum 19:19 aus. Danach vergaben Goliszewski/Meulendijks zwei Matchbälle und wehrten beim Stand von 21:22 einen ab. Die letzten beiden Punkte zum 22:24 gingen dann an die Gastgeberinnen.

„Beim Stand von 2:0 für uns wäre es unwahrscheinlich gewesen, dass Lüdinghausen das Spiel wie zuletzt im Bundesligaduell erneut hätte drehen können. Da waren wir ganz nahe am Sieg dran. Die Niederlage im Damendoppel war der Knackpunkt“, sagte Trainer Boris Reichel später.

Diese unglückliche und vermeidbare Niederlage hatte sich ab sofort in den Köpfen der BVM-Spieler eingebrannt. In den folgenden Herreneinzeln wuchsen die Union-Spieler Andre Tedjono (gegen Dmytro Zavadsky) und Yuhan Tan (gegen Alexander Roovers) in den entscheidenden Phasen über sich hinaus.

Die Chance auf den Meistertitel war für den BVM nun auf ein Minimum gesunken, denn in diesem ausgeglichenen und spannenden Endspiel um die nationale Badminton-Krone war Karin Schnaase, die in Mülheim einen Wohnsitz hat und trainiert, gegen Judith Meulendijks favorisiert. Im ersten Durchgang konnte Meulendijks der EM-Bronzemedaillengewinnerin 2014 noch halbwegs das Wasser reichen (16:21). Danach ließen aber die Kräfte bei der 35-jährigen Niederländerin nach und Karin Schnaase zauberte eine blitzsaubere Leistung auf den Court. Sie bewegte sich gewohnt geschmeidig wie eine Katze und traf fast in jedem Ballwechsel die richtige Entscheidung.

Im Mixed zwischen dem BVM- Duo Marcus Ellis/Johanna Goliszewski und dem Union-Gespann Ruud Bosch/Selena Piek stand es 21:18 und 15:13 (das Spiel wurde abgebrochen und für den BVM gewertet), als auf dem Feld nebenan alle Dämme brachen. Lüdinghausen befand sich nach dem 21:11 für Schnaase im zweiten Satz im Freudentaumel, die Meisterfeier begann.

 
 

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