Budenzauber auf Kroatisch

Starker Auftakt: 89 Treffer fielen am ersten Tag der 42. Hallenstadtmeisterschaft.
Starker Auftakt: 89 Treffer fielen am ersten Tag der 42. Hallenstadtmeisterschaft.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
A-Kreisligist SC Croatia wirft am ersten Spieltag der 42. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft den Endrunden-Stammgast Rot-Weiß Mülheim aus dem Turnier. Favoriten MSV und Speldorf geben sich keine Blöße. Holthausener wird zum Publikumsliebling.

Einen torreichen Auftakt der 42. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft erlebten am Samstag 900 Zuschauer in der RWE-Sporthalle. Die Fans sahen nicht nur 89 Treffer, sondern auch eine kleine Überraschung. Denn der SC Croatia zog als einziger A-Kreisligist in die Endrunde ein. Und das als Gruppenerster. Dafür blieb ein Stammgast der Finalrunde auf der Strecke.

Keine zwei Wochen im Amt feierte Izzet Akdogan schon sein erstes Erfolgserlebnis als neuer Trainer des SC Croatia. Dabei überraschte weniger der 4:1-Auftakterfolg gegen den Liga-Konkurrenten RSV als vielmehr der 6:4-Sieg gegen den Bezirksligisten Blau-Weiß Mintard, bei dem die „Kroaten“ einen 0:1-Rückstand innerhalb von fünf Minuten in eine 4:1-Führung verwandelten. Im letzten Gruppenspiel holte der SC dreimal einen Rückstand auf und stand nach dem 3:3 gegen den Bezirksligisten SV Rot-Weiß als erster Endrundenteilnehmer fest. Die Eppinghofer hingegen strichen die Segel. „Wir haben uns leider nicht richtig auf das Turnier vorbereitet, der Verlauf passt zur Saison. Jetzt sind wir als Institution der Endrunde diesmal nicht dabei, was mir persönlich sehr leid tut“, sagte Co-Trainer Christian Bär, der den erkrankten Hatem Guerbouj vertrat.

Bärs leise Hoffnung auf einen Ausrutscher Blau-Weiß Mintards wurde nicht erfüllt. Die Ruhrauen-Kicker, die mit einem 5:3-Sieg im Duell der beiden Bezirksliga-Teams gestartet waren, fingen sich nach der Croatia-Schlappe wieder und fegten den überforderten RSV mit 9:0 vom Platz. Platz zwei war den Mintardern sicher. „Nach dem schwachen Auftreten im letzten Jahr sind wir natürlich glücklich. Allerdings kriegen wir viel zu viele Gegentore. Da werden wir vor der Endrunde noch einmal ansetzen“, erklärte Co-Trainer Ulf Ripke, der von Marco Guglielmi die Verantwortung für das Hallenturnier übertragen bekommen hatte.

In der zweiten Vorrundengruppe sah es nur kurz nach einer Überraschung aus. Nach dem 2:2 zum Auftakt zwischen den Favoriten Speldorf und MSV 07 (der Ausgleich für den MSV fiel wenige Sekunden vor Schluss durch einen Fallrückzieher von Blerim Hysenlekaj) lagen die „07er“ im zweiten Duell gegen den Bezirksliga-Konkurrenten Vatangücü mit 0:1 in Rückstand. Sollte der Titelverteidiger etwa ausscheiden? Nein! Ein berechtigter Platzverweis von MFC-Spieler Anil Yildirim läutete die Wende ein. Der MSV gewann noch mit 6:1 und legte den Grundstein für das Weiterkommen. Die Vollendung folgte beim 5:2 gegen B-Ligist Holthausen. „Gegen Speldorf haben wir ordentlich gespielt, gegen Vatangücü ein Ausrufezeichen gesetzt. Das letzte Spiel sind wir zu leichtfertig angegangen, sonst wäre es höher ausgefallen“, meinte Trainer Jörg Ostwald, der vor allem Speldorf und Croatia als Mitfavoriten auf dem Zettel hat.

Apropos Speldorf: Der VfB wurde seiner Favoritenrolle nach dem 2:2 gegen die „07er“ gerecht. Zwei Kantersiege gegen Holthausen (10:1) und Vatangücü (8:2) sorgten dafür, dass der Landesligist dank der besseren Tordifferenz Gruppenerster vor dem MSV wurde. „Die Jungs haben Spaß gehabt und gezeigt, wie man in der Halle spielen muss“, zog Trainer Oliver Röder ein positives Fazit der Vorrunde. Am 4. Januar traut er vor allem Blau-Weiß Mintard eine Menge zu. „Das ist neben uns die spielerisch stärkste Mannschaft.“

Der Mann des Tages kam aber aus den Reihen eines Außenseiters. Holthausens Peter Palka erzielte vier der fünf Tore seines Teams und wurde dafür von den Rot-Weiß-Fans, die sich früh auf die Seite des Underdogs geschlagen hatten, lautstark gefeiert: „Ein Schuss, ein Tor, der Peter.“

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