Bewegungsunterricht in Exklusivstunde

Bei Volodymyr Sychynskyy von der Kunstturnvereinigung Ruhr-West sind die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Heinrichstraße in guten Händen.
Bei Volodymyr Sychynskyy von der Kunstturnvereinigung Ruhr-West sind die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Heinrichstraße in guten Händen.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool

19 kleine Hunde tollen in der Turnhalle der Grundschule an der Heinrichstraße umher. Vorher waren die Bären dran, danach kommen die Füchse. Nein, hier ist kein Zirkus zu Gast. Es handelt sich um den Sportunterricht des ersten Jahrganges. Die Bärenklasse ist die 1a, die Füchse die 1c und die 19 Bären sind die 1b, aber die Tiernamen gefallen den Kindern einfach viel besser.

„Eigentlich habe ich 21 Schüler in meiner Klasse, aber zwei sind leider krank“, informiert Klassen- und Sportlehrer Roland Soballa, der in dieser Woche eher Zuschauer als Anleiter ist. Denn für eine Woche gibt es ein spezielles Sportprogramm an der Grundschule, für das sich mit Evgeny Mizyuk und Volodymyr Sychynskyy zwei Spitzenturner der Kunst-Turn-Vereinigung Ruhr-West die Ehre geben, den Grundschülern den Turnsport näher zu bringen. Von der 1a bis zur 4c hat jede der zwölf Klassen die Möglichkeit zwei interessante Sportstunden mit den Turnprofis zu verbringen – eine Chance, die jede Klasse nutzt.

Vorführung bringt Kinder ins Staunen

Angefixt wurden die Kinder ganz schnell von den beiden Spezialisten, denn als die beiden Turner ein paar Kunststücke vorführten, schallte es nur so von „Ahs“ und „Ohs“ in der Turnhalle. Der Salto rückwärts aus dem Stand oder ein Handstand am Barren sah bei den beiden Athleten ziemlich entspannt aus und gaben Zeugnis des jahrelangen disziplinierten Trainings, dennoch gab es noch eine Warnung von den Profis für die Kinder: „Versucht es nicht zu Hause nachzumachen. So etwas muss man lange üben.“ Und da die Kinder es natürlich auch gerne selbst können wollen, war die Begeisterung selbstverständlich riesengroß.

Auch Sportlehrer Roland Soballa zeigt sich beeindruckt und begeistert zugleich: „Es ist schon toll, was den Kindern hier gezeigt wird. Wir Sportlehrer haben natürlich gar nicht die Fähigkeiten solche Übungen vorzumachen.“ Dabei sei Turnen sehr wichtig für die Entwicklung der Kinder und fördere viele motorische Bereiche. Den Lehrern falle vor allem im wöchentlichen Sportunterricht schnell auf, was den Schülern zu Hause von den Eltern und Geschwistern mitgegeben wird und wessen motorische Fähigkeiten noch besser geschult werden sollten.

„Beim Turnen kommt es auf die Beweglichkeit, Koordination und Kraft an“, sagt Volodymyr Sychynskyy, für den eine solche Schultrainingswoche auch etwas Neues ist. Er ist überzeugt von dem Projekt und würde das Turnen gerne vielen Kindern schmackhaft machen. Vielleicht finden sich dann auch mehr Kinder für die Turn AG, die Sychynskyy und Mizyuk zusammen jeden Freitag an der Grundschule anbieten.

Straffes Trainingspensum

Auch seinen Trainingspartner Evgeny Mizyuk würde es freuen, wenn sich noch mehr Kinder bei der wöchentlichen Turn AG anmelden würden. Er selbst hat schon Bundesliga geturnt, wurde auf dem Pferd Vierter bei den deutschen Meisterschaften. Mizyuk turnt seit dem er vier Jahre ist: „Die Kinder sollten so früh wie möglich anfangen“, rät er. Ihn selbst treibt es sechsmal in der Woche für drei Stunden zum Training.

Das Fazit der Kinder nach der kurzen Schnupperstunde ist durchweg positiv. „Es hat mir super gefallen“, sagt der sechsjährige Michael, „Das Schwingen an den Seilen hat mir besonders viel Spaß gemacht“, lautet die Meinung von Dominik und die siebenjährige Jolina findet: „Turnen ist viel besser als Fußball.“

 
 

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