Begeisterte Kinderaugen

Ein langgezogenes, enttäuschtes „Ohhhh“ schallt durch die Turnhalle. Heute ist die Sportstunde für die Erstklässler der Grundschule von der Heinrichstraße in Heißen viel schneller umgegangen als sonst. Schließlich war es auch keine gewöhnliche Stunde. Die Grundschüler waren zu Gast im Turnleistungszentrum am Mühlenfeld. Gemeinsam mit der Kunstturnvereinigung (KTV) Ruhr-West veranstaltet die Grundschule unmittelbar nach den Herbstferien eine Turnwoche.

Mit allen zwölf Klassen ist die Grundschule in dieser Woche für jeweils eine Doppelstunde am Mühlenfeld zu Gast. Zunächst machen die Schüler große Augen. Schließlich ist die Halle am Mühlenfeld keine gewöhnliche Sporthalle, sondern vollgepackt mit sämtlichen Turngeräten. Nach kurzem Kennenlernen werden die Jungen und Mädchen in zwei Gruppen aufgeteilt. Anschließend stehen verschiedene Übungen im Bereich Kraft und Koordination auf dem Programm und der Nachwuchs darf sich an verschiedenen Geräten probieren. Nach der Hälfte der Stunde wechseln die beiden Gruppen und es geht zu den nächsten Turngeräten. Ein besonderes Highlight: Die Kinder von der Heinrichstraße sind die ersten, die das nagelneue Trampolin und den nagelneuen Sprungtisch benutzen dürfen.

Turn-AG ist in Planung

Die Zusammenarbeit soll freilich für beide Seiten von Nutzen sein. „Wir sind eine Schwerpunktschule für Sport und suchen immer nach Kooperationspartnern“, erklärt Lehrerin Nicole Jonas. „Wir möchten einfach das Interesse der Kinder am Sport im Allgemeinen wecken“, erklärt sie.

Für die KTV Ruhr-West sind die Turnstunden gleichzeitig eine Talentsichtung. Nach dem Ende jeder Einheit notieren sich die Trainer die Namen der talentiertesten Schüler. Sie bekommen später eine Einladung für die Turn-AG, die ab nächster Woche an der Heinrichstraße gestartet werden soll. 10 bis 15 Kinder sind dafür vorgesehen. „Mehr dürfen es nicht sein, sonst können wir nicht vernünftig mit den Sportlern arbeiten“, erklärt Krisztian Kakuk, der unter den Kindern einige Talente entdeckt hat. Sein Vater Joszef Kakuk ist der Cheftrainer der KTV. „Wir suchen vor allem im Bereich der Erstklässler. In dem Alter können sie sich noch am besten entwickeln. Bei Acht- bis Neunjährigen sieht das schon anders aus. Beim Turnen gilt: je früher man anfängt, desto besser“, erklärt Krisztian Kakuk.

Dass viele Kinder in der heutigen Zeit Probleme im motorischen Bereich haben, kann mit einem einmaligen Projekt freilich nicht entgegengewirkt werden. „Uns geht es eher um eine zusätzliche Motivation durch ein tolles Erlebnis“, sagt Schulleiter Martin Zeller. „Für mich ist es ein perfektes Modell für eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein.“

 
 

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