21,81 – Damian Wierling fliegt zum deutschen Rekord

Steht da wirklich 21,81 Sekunden? Damian Wierling jubelt nach seinem Rekordrennen über 50 Meter Freistil.
Steht da wirklich 21,81 Sekunden? Damian Wierling jubelt nach seinem Rekordrennen über 50 Meter Freistil.
Foto: dpa
Mülheimer wird in Berlin zweimal Deutscher Meister und glänzt über 50 Meter Freistil mit neuer deutscher Bestzeit. 20-Jähriger ist bei Olympia dabei.

„Berlin ist immer eine Reise wert“, sagt der Volksmund. Für Damian Wierling gilt das spätestens seit diesem Wochenende ganz besonders. Bei der deutschen Meisterschaft im Schwimmen hat der 20-Jährige Mülheimer in Diensten der SG Essen Beeindruckendes abgeliefert - Zweimal deutscher Meister, deutscher Rekord, Olympianorm geschafft!

Aber der Reihe nach: Am Freitag schnappte sich der 2011 von Mülheim nach Essen gewechselte Wierling seine erste Medaille bei den 128. nationalen Titelkämpfen. Zwar ging er als Vorlaufschnellster ins Finale über 50 Meter Schmetterling, der Anschlag im Endlauf war allerdings nicht ganz optimal, so dass er sich in 23,82 Sekunden Björn Hornikel aus Sindelfingen (23,63) und Steffen Deibler aus Hamburg (23,78) geschlagen geben musste.

Fabelhafte zweite 50 Meter

Die erste Enttäuschung folgte am Samstagmorgen, als Wierling im Vorlauf über 100 Meter Freistil die Olympia-Norm um fünf Hundertstelsekunden verpasste. Als Dritter ging er ins Finale. Als er als Vorletzter aus der Wende kam, hätte kaum noch jemand einen Cent auf den 20-Jährigen gegeben. Aber mit einem fabelhaften Sprint auf den zweiten 50 Metern flog Wierling förmlich an der Konkurrenz vorbei und schlug in 48,54 Sekunden als Erster vor den zeitgleichen Paul Biedermann und Björn Hornikel an – deutscher Meister. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell sein und Paul Biedermann schlagen kann“, gab der neue Titelträger zu Protokoll. Landestrainer Jürgen Verhölsdonk attestierte Wierling ein „hoch intelligentes Rennen.“

Vielleicht lag es auch an der Unterstützung aus den eigenen Reihen. Denn neben den Eltern, dem Bruder und der Tante reisten sogar die Schwestern aus Hamburg und München an – inklusive Nachwuchs. „Go Onkel Damian“ stand auf den eigens angefertigten T-Shirts.

Da konnte ja nichts mehr schief gehen. Doch mit der Leistung über 50 Meter Freistil im Vorlauf hatte wohl selbst der eigene Hand nicht im Traum gerechnet. Nach nur 21,81 Sekunden schlug der Mülheimer am gegenüberliegenden Beckenrand an. So schnell hat noch kein deutscher Schwimmer die 50 Meter Freistil absolviert. Ohnehin waren mit dem bisherigen Rekordhalter Rafed El-Masri und Steffen Deibler erst zwei DSV-Athleten unter der Schallmauer von 22 Sekunden geblieben. „Ich habe damit null gerechnet“, staunte Wierling selbst. Seine bisherige Bestzeit von 22,43 verbesserte er um mehr als eine halbe Sekunde.

Dieses Rennen wusste der 1,98 Meter große Athlet freilich schnell einzuordnen. „Das ist mein absolutes Highlight“, meinte er hinterher. Von Berlin aus gingen die Blicke aber auch gen Rio de Janeiro. „Bislang ist Olympia immer nur ein Traum gewesen“, meinte Wierling. Aber nun könnte er Realität werden, denn auch im Finale blieb er unter der geforderten Zeit von 22,27 Sekunden. Mehr noch: Er knackte erneut die 22-Sekunden-Grenze und kürte sich in 21,84 zum zweiten Mal zum Deutschen Meister. Björn Hornikel (22,31) und Maximilian Oswald (22,53) hatten klar das Nachsehen.

Berlin ist eine Reise wert, sagt der Volksmund. Dasselbe gilt für Rio de Janeiro ...

 

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