1. BVM verbessert sein Punktekonto

1. BV Mülheim -
TSV Trittau 4:2

Herrendoppel: Dmytro Zavadsky/Jorrit de Ruiter - Nikolaj Persson/Robin Tabeling 14:21, 18:21
Damendoppel: Judith Meulendijks/Lara Käpplein - Nanna Vainio/Charlotte Persson 21:11, 21:4
Dameneinzel: Judith Meulendijks - Nanna Vainio 22:20, 18:21, 17:21
1. Herreneinzel: Dmytro Zavadsky - Nikolaj Persson 12:21, 21:13, 21:8
Gemischtes Doppel: Jorrit de Ruiter/Johanna Goliszewski - Robin Tabeling/Charlotte Persson 21:15, 21:10
2. Herreneinzel: Alexander Roovers - Ary Trisnanto 21:14, 21:18

„Wunderbar, es hat großen Spaß gemacht, das Experiment ist voll gelungen. Zu Weihnachten ist das eine tolle Geschichte!“ Boris Reichel, Trainer des 1. BV Mülheim, versprühte am vierten Advent aus gegebenem Anlass Strahlelaune. Die Rechnung, die Bundesligabühne in die Kundenhalle der Sparkasse am Berliner Platz zu verlegen, ist aufgegangen. Die Partie gegen den TSV Trittau hätte womöglich 60 Zuschauer in die sonst gültige Spielstätte RWE-Sporthalle gelockt. So hieß es im feinen Ambiente und zwischen Schaltern und festlich geschmücktem Weihnachtbaum: Ausverkauft! Passend zum Thema verbesserte der gastgebende deutsche Rekordmeister mit dem 4:2-Erfolg gegen die Gäste aus dem Norden wunschgemäß sein Punktekonto. Allen voran war auch Sparkassen-Vorstandsmitglied Frank Werner als Hausherr angetan vom Gastspiel des 1. BVM. „Es ist durchaus denkbar, dass wir so etwas bei uns wiederholen.“

Dank der ehemaligen Mülheimer Mannschaftsführerin Judith Meulendijks erhielt die gut vierstündige Vorweihnachtsveranstaltung auch eine emotionale Note. Die 37-jährige Niederländerin, die mittlerweile in der Schweiz als Trainerin tätig ist, bekam bei ihrer Abschiedsvorstellung in gänzlich neuer Umgebung den Teppich ausgerollt und zeigte auf diesem, was auch ohne Training möglich ist. Meulendijks war von Trainer Boris Reichel gerufen worden, weil er fest mit dem Ausfall von Nationalspielerin Johanna Goliszewski gerechnet hatte. Die 29-Jährige war aber nach dem unerwarteten Halbfinal-Aus bei den Mersin Turkey International und der Rückkehr am frühen Sonntagmorgen vor Ort in der festlich herausgeputzten Kundenhalle und sorgte an der Seite des Niederländers Jorrit de Ruiter für den finalen vierten Punkt.

Zuvor hieß es aber: Vorhang auf und Bühne frei für die große Dame des federleichten Sports. Die stets freundliche Judith Meulendijks sorgte zusammen mit der jungen Lara Käpplein im Doppel für den ersten Punkt des langen Nachmittags. Das Einzel gegen die in der Weltrangliste Platz 82 behauptende Finnin Nanna Vainio geriet zum Hingucker des Tages.Als die Kraft noch reichte, umgarnte die Niederländerin das Publikum mit unermüdlicher Kampfkraft und Zauberschlägen in Serie. Der dritte Satz war aber, trotz weiterer Gegenwehr, einer zu viel. Der tosende Applaus war das Geschenk zur Abschiedsgala. „Natürlich wäre es mir viel lieber gewesen, in zwei Sätzen zu gewinnen, ich glaube aber, dass ich mich toll verkauft habe.“ Dann dankte sie ihrem Team und unter Tränen hieß es: „Wir sehen uns irgendwann wieder!“ Auch für die 37-Jährige war die Premiere in der Sparkassen-Zentrale ein großes Erlebnis: „Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich bei den Kopenhagen Masters in einem Zirkus gespielt habe.“

Einen Kraftakt vollbrachte zudem Dmytro Zavadsky. Der Ukrainer war ebenfalls in aller Frühe aus der Türkei zurückgekehrt. Nach dem chancenlosen ersten Satz drehte der Osteuropäer die Partie gegen Nikolaj Persson. Boris Reichel kennt die Tugenden des Nationalspielers: „Er ist wie ein alter Diesel, der eine Weile braucht, um warm zu werden.“

 
 

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