Wittfeld Wohnverbund hadert mit den Schiedsrichtern

Der Wittfeld Wohnverbund der Grafschafter Diakonie Moers holte sich beim Turnier im belgischen Hasselt den zweiten Platz.
Der Wittfeld Wohnverbund der Grafschafter Diakonie Moers holte sich beim Turnier im belgischen Hasselt den zweiten Platz.
Foto: NRZ

Der Wittfeld Wohnverbund der Grafschafter Diakonie Moers, das Wohnheim für psychisch gehandicapte Menschen, war einer Einladung des flämischen Fußballverbandes und der Special Olympics Belgien ins belgische Hasselt gefolgt.

Dort belegte die Mannschaft des Trainerduos Jochen Horster und Jörg Denes einen tollen zweiten Platz in ihrer Leistungsklasse. Die Moerser Mannschaft verlor unglücklich das Finale mit 2:1.

„Das Endspiel gegen die belgische Mannschaft haben wir zwar klar dominiert, aber etliche Tormöglichkeiten ausgelassen. Gegen die harte und teilweise unfaire Spielweise sowie die katastrophale Schiedsrichterleistung konnten wir nichts entgegensetzen”, ärgerte sich anschließend das Trainergespann.

Vier Leistungsklassen

Auch die zweite Mannschaft der MSV Moers-Caritas-Kickers mischten in Hasselt mit und feierte in einer anderen von vier Leistungsklassen als der Wittfeld Wohnverbund wenige Tage vor dem Start der Ligarunde des Behindertensportverbandes Nordrhein-Westfalen (BSNW) ein wahres Torfestival bei diesem „Happy Football Day“ in Hasselt.

Wie schon in den vergangenen Jahren reisten die Teams wieder aus ganz Europa an. Die weiteste Anreise hatten sicher die Spieler aus England. Die Moerser Caritas Kickers mussten in einer 5er-Gruppe antreten. Rasch war klar, dass dieses Team nicht zu schlagen war. Am Ende des Tages verwies man die Konkurrenz aus Belgien und Frankreich unbesiegt mit 26:2 Toren und zwölf Punkten auf die Plätze.

Das erste Spiel bestritten die Moerser auf der Platzanlage des RC Hades gegen das Team von La Chrysalide aus der Nähe von Marseille. Ein 25-Meter-Schuss von Mittelfeldmotor Maximilian Veron sorgte für die 1:0-Führung. Im Verlauf des Spieles fielen dann noch drei weitere Tore für das ersatzgeschwächt nach Belgien angereiste Team. So gewannen die Moerser mit 4:0. Trainer Holger Klust freute sich riesig: „Die Vorbereitung verlief wegen verschiedener Ausfälle nicht optimal. Es fehlten einige Spieler. Der Auftaktsieg war daher besonders wichtig für unser Selbstvertrauen.“

Dass Selbstvertrauen getankt wurde, spürte der nächste Gegner, Hoge Kouter aus Belgien. Der Ball lief wie am Schnürchen durch die eigenen Reihen, während die starken Abwehrspieler und das permanente Pressing jeden noch so kleinen Angriffsversuch des Teams aus Kortrijk im Keim erstickten.

Die MSV-II-Kickers gewannen mit 6:0. Einziger Wermutstropfen: die Oberschenkelverletzung von Mittelfeldstratege Marc Dopatka, der raus musste und in den restlichen Spielen nicht mehr eingesetzt werden konnte. Doppeltorschütze André Noeske freute sich dennoch: „Ich spiele heute das erste Mal in Belgien und dann mache ich auch direkt noch zwei Tore in einem Spiel. Das ist echt unglaublich.“

Zehn Tore von Gunnar Niehaus

So unglaublich ging es weiter. De Molenkrekels aus Lokeren wurde mit 7:0 besiegt, bevor im letzten Spiel des Tages das Team von L’Azimut aus Mons mit 9:2 geschlagen wurde. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich glaube, so hoch haben wir noch nie gewonnen“, sagte Spielmacher Renato Bono, mit neun Vorlagen bester Vorbereiter der Caritas Kickers an diesem Tage.

Viele seiner Vorlagen hatten Kapitän und Torjäger Gunnar Niehaus gefunden. Der Sturmführer der Caritas Kickers hatte einen richtigen Sahnetag erwischt und erzielte in traumwandlerischer Sicherheit Tor um Tor. „Super! Zehn Tore! Wahnsinn“, jubelte er später ausgelassen. „Dass er heute so viele Tore geschossen hat, ist schon was Besonderes, aber das ganze Team hat super gespielt und zu diesem tollen Erfolg beigetragen. Obwohl wir – wie bei uns üblich – jedes Mal beim Stand von 3:0 einen Spieler vom Feld genommen haben, wurde den Gegnern trotzdem kaum Platz zur Entfaltung gelassen und in jedem Spiel weitere Tore erzielt“, war Trainer Michael Lehmkuhl von der Dominanz seiner Mannschaft sichtlich beeindruckt.

Nach dem Turnier wurde dann noch bei einer großen Portion belgischer Pommes gemeinsam mit den befreundeten Spielern des Wittfeld-Wohnverbundes gespeist. Es wurde geflachst, gefachsimpelt und sich über die vielen Tore gefreut. Und am Ende konnten sich beide Mannschaften über die Erfolge freuen, bevor es nach der Pokalübergabe wieder zurück nach Deutschland ging.

 
 

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