TuS Lintfort verpasst den Aufstieg

Ihre sieben Tore reichten nicht zum Aufstieg: Yvonne Fillgert (mit Ball), hier hart angegangen.Foto:Christoph Karl Banski
Ihre sieben Tore reichten nicht zum Aufstieg: Yvonne Fillgert (mit Ball), hier hart angegangen.Foto:Christoph Karl Banski

Es sollte nicht sein! Die Enttäuschung stand den Spielerinnen unmittelbar nach der Schlusssirene ins Gesicht geschrieben. Sie hatten gekämpft, waren gerannt und hatten alles gegeben – letztlich reichte dieser Aufwand aber nicht zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Drittliga-Handballerinnen des TuS Lintfort trennten sich im Relegationsrückspiel vom TSV Haunstetten mit 25:25 (15:10). Lintfort verlor das Hinspiel bereits mit 25:30.

Doch schon Minuten vor dem Anpfiff gab es die ersten Gänsehautmomente. Die Eyller-Sporthalle war nahezu ausverkauft, mit einer ungewohnten Geräuschkulisse auf der Tribüne, die ihren ganz eigenen Charme versprühte. Offiziell hieß es später: 937 Zuschauer. Ein neuer Rekord im Damenbereich am linken Niederrhein. Die TuS-Fans präsentierten sich lautstark, unterstützt von Trommeln und Rasseln. Aber auch der TSV-Anhang demonstrierte Präsenz.

Stattliche Kulisse

Beide Kontrahenten zeigten sich wenig beeindruckt von der stattlichen Kulisse. Es entwickelte sich ein ansehnliches Spiel – beste Werbung für den Handballsport.

Lintfort holte sich mit dem 3:2 (5.) die erste Führung, als Yvonne Fillgert traf. Die Linksaußen lieferte eine tadellose Vorstellung ab. Die Gastgeberinnen hatten ein gutes Konzept, um die offensiv ausgerichtete TSV-Defensive zu knacken. Haunstetten hatte einiges zu bieten. Die Spielerinnen waren auf „flinken Beinen“ unterwegs, unterbrachen und zerstörten den gegnerischen Spielfluss, um nicht zuletzt Unsicherheiten zu schüren.

Doch der TuS Lintfort wusste zu reagieren. Vor allem die linke Seite (Fillgert/Kinlend) stach. Und nur eine Spielerin stand noch mehr im Fokus: Alina Grijseels, die Spielgestalterin, übernahm minütlich mehr Verantwortung. Sie nutzte kleinste Lücken, brach durch und warf schöne Tore. Die 18-Jährige behielt zudem die Übersicht, spielte mehrfach kluge Pässe. Die Partie blieb bis weit in die Endphase des ersten Durchgangs ausgeglichen (12:10/26.), ehe Lintfort noch einen richtigen Schub bekam. Die Mannschaft „brannte“ nun, und Alina Grijseels, Caroline Mook sowie Angelika Bensch „netzten“ noch dreimal in Folge ein. Der TuS hatte den Fünf-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel bereits bis zur Pause egalisiert.

Sonderbewacherin

Der überzeugende Auftritt von Alina Grijseels hatte wohl im TSV-Lager nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die TuS-Spielerin bekam mit Beginn der zweiten Hälfte eine Sonderbewacherin zur Seite. Gleichwohl: Lintfort blieb zunächst am Drücker. Die Mannschaft führte noch mit 16:10 und 17:12 (40.).

Aber es kam zusehends Sand ins Getriebe. Der Spielschluss verebbte allmählich, Einzelaktionen häuften sich. In Folge dessen schlichen sich unübersehbare Konzentrationsschwächen beim Abschluss ein. Auch in der Defensivabteilung begann es zu bröckeln, oft kamen die Spielerinnen einen Schritt zu spät. Caroline Mook sah schon in der 44. Minute die Rote Karte wegen ihrer dritten Zeitstrafe.

Und es kam, wie es kommen musste: Die Gäste bekamen Oberwasser. Das Team packte in der eigenen Abwehr ordentlich zu und kam mit zahlreichen Aktionen bei den Schiedsrichtern ziemlich glimpflich davon. Im Angriff waren es die einfachen Dinge wie präzise Kreisläuferanspiele, die stachen.

Lintfort war nun mit seinen Kräften am Ende, die Moral und der Glaube gebrochen. Haunstetten hingegen drehte auf, verkürzte den Rückstand und glich erstmals wieder zum 22:22 (55.) aus. Zu diesem Zeitpunkt war das Aufstiegsrennen entschieden.

„Wenn schon kein Aufstieg, so hätte ich diese Partie zumindest gerne siegreich beendet“, so das Fazit von TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Trotz allem war es ein schönes und spannendes Spiel. Wir hatten nach der engen Deckung gegen Alina viele große Räume, konnten diese aber nicht nutzen.“

Für den TuS endete nun eine überaus stressige Saison. Zwar nicht mit dem erhofften Aufstieg in die 2. Bundesliga, aber mit der Erkenntnis, dass sich die charakterstarke Mannschaft in die Herzen der Fans gespielt hat.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen