TuS Lintfort verliert das Spitzenspiel

Hinterließ einen starken Eindruck: Vanessa Dings  warf in Bretzenheim vier Tore und organisierte die Deckung.
Hinterließ einen starken Eindruck: Vanessa Dings warf in Bretzenheim vier Tore und organisierte die Deckung.

Das war wahrlich nichts für schwache Nerven. Das Top-Spiel in der dritten Damen-Handballliga entwickelte sich zu einem echten Krimi – mit Spannung, Dramatik und Gänsehautgefühlen. Die Spielerinnen des TuS Lintfort, aktueller Tabellenzweiter, lieferten sich mit dem verlustpunktfreien Primus, der TSG Bretzenheim, ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen, mussten sich erst nach großem Kampf unglücklich mit 19:20 (7:8) geschlagen geben.

Für Bretzenheim war dieser Erfolg ein Riesenschritt in Richtung Titelgewinn – und möglichen Aufstieg. Die TSG (20:0 Punkte) hat nun bereits fünf Zähler Vorsprung auf den TuS Lintfort (17:5).

Kampfkraft

Lintfort reiste mit einem großen Rucksack an Ausfällen und Verletzungen an. Stammspielerinnen wie Tatjana van den Broek oder Yvonne Fillgert fehlten, oder waren angeschlagen wie Angelika Bensch. Aber die Gäste haben bekanntlich ein Trumpf-Ass: die Kampfkraft. Und diese wurde – wie so oft – aus dem Ärmel gezaubert.

In diesem Spitzenspiel bekämpften sich von Beginn an zwei Mannschaften mit gleichem Niveau. Schon etwas überraschend, da Bretzenheim mit seinem Top-Aufgebot antrat. Die Gäste vom linken Niederrhein boten ein geniales Deckungsverhalten. Die 6:0-Formation stand sattelfest und trat der gegnerischen Übermacht entschlossen und selbstbewusst entgegen. In diesem Mannschaftsteil gab es überhaupt nichts zu mäkeln.

Im Angriff mussten die TuS-Spielerinnen allerdings hart für ein Tor arbeiten – die Trefferquote hätte besser ausfallen müssen. So nahm Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein ab der 14. Minute einen Wechsel auf der Spielmacherposition vor, brachte Vanessa Dings für Eefje Huijsmans. Es kam dadurch mehr Struktur in den Spielaufbau. Eine Schlüsselsituation gab es nur wenige Augenblicke später. Die beste TSG-Spielerin, Carina Koepcke, griff Eva Legermann von hinten in den Arm und bekam für dieses rüde Foul nur eine Zwei-Minuten-Strafe – anstatt der Roten Karte.

Die Partie verlief auch in den zweiten 30 Minuten ausgeglichen und damit weiterhin auf des Messers Schneide. Lintfort lag schon mit 14:16 (51.) zurück. Doch irgendeiner Spielerin fiel in dieser hitzigen Phase immer eine gute Idee ein – der TuS warf so drei Tore in Serie zur eigenen 17:16-Führung.

Die Schlussminuten allerdings waren ein reines Nervenspiel. Lintfort patzte gleich einige Male, warf in eigener Überzahl kein Tor, sondern kassierte zu allem Überfluss noch eins. Oder wie ein unnötiger Fangfehler Sekunden vor dem Abpfiff, so dass die Chance zum möglichen Ausgleich in Rauch aufging.

„Die Mädels waren zum Ende hin einfach platt. Alle Spielerinnen haben ein unglaubliches, kraftaufwendiges Spiel abgeliefert. Und trotz dieser überragenden Einstellung zu verlieren, das ist bitter“, so eine geknickte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein unmittelbar nach der Schlusssirene.
Naina Klein, 15-jähriges Nachwuchstalent vom TuS Lintfort, wurde in die Kaderliste des Deutschen-Handballbundes aufgenommen. Damit ist die B-Jugendliche schon mit ihren erst 15 Jahren ab dem 1. Dezember auch für die eigene Drittliga-Mannschaft spielberechtigt. Naina Klein ist die einzige Spielerin ihres Jahrgangs der Auswahl des Handballverbands Niederrhein (HVN), die bereits jetzt in der 3. Liga eingesetzt werden kann.

 
 

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