TuS Lintfort hat einen ersten Fleck auf der weißen Weste

Lichtblick mit zehn Toren: die 18-jährige Alina Grijseels (links), hier im Spiel gegen den 1. FC Köln.Foto:Christoph Karl Banski
Lichtblick mit zehn Toren: die 18-jährige Alina Grijseels (links), hier im Spiel gegen den 1. FC Köln.Foto:Christoph Karl Banski

Die weiße Weste hat einen ersten Fleck: Der haushohe Favorit der dritten Damen-Handball-Bundesliga, Tabellenführer TuS Lintfort, ist zwar nicht gestürzt, aber gestrauchelt. Der TuS musste sich beim tapfer kämpfenden Aufsteiger ASC Dortmund mit einem 30:30 (18:14) begnügen.

Lintfort bot eine schwache Vorstellung, fand keine Einstellung zum Ball und Gegner. Möglich, dass eine „Prise Arroganz“ mit im Spiel war. Insbesondere der Deckungsverband – der beste der Liga – war über die gesamte Spielzeit nicht im Bilde. Die Spielerinnen – egal in welcher Formation oder in welchem System – konnten nie ein Gespür für die wichtige Abwehrarbeit entwickeln. Es fehlten stets entscheidende Prozentpunkte bei der Laufbereitschaft, der Aggressivität oder den Zweikämpfen.

Schwächelndes Deckungssystem

Der Aplerbecker Sport Club aus Dortmund hatte es diesmal ziemlich einfach, das schwächelnde Deckungssystem des Gegners immer wieder in Verlegenheit zu bringen. Nicol Bojda (11 Tore) und Melina Fabisch (8 Treffer) nutzten ihre Freiheiten konsequent aus.

Die TuS-Spielerinnen sprühten auch im Angriff nicht gerade vor Kreativität oder Torgefahr. Als absoluter Lichtblick muss jedoch Alina Grijseels positiv hervorgehoben werden. Die Rückraumspielerin trug trotz ihrer erst 18 Jahre die alleinige Verantwortung. Alina präsentierte sich äußerst torhungrig (10), was man von ihren Mitspielerinnen nicht behaupten konnte.

Das Gäste-Team zeigte nach dem Seitenwechsel mehr Engagement. Die Spielerinnen mussten viel investieren. Als Lohn sprang in der 46. Minute seit langer Zeit mal wieder der Ausgleich (24:24) heraus. Die Schlussviertelstunde verlief spannend, weil sich zwei Kontrahenten auf gleichem Niveau bekämpften. Seltsam, wenn der bis dato verlustpunktfreie Primus auf einen Aufsteiger trifft. Doch am Ende gab es letztlich ein leistungsgerechtes Unentschieden.

„Man muss nach dem Spielverlauf sagen, für uns ist es ein Punktgewinn“, so TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein: „Wir waren defensiv nie im Bilde, in der Offensive nur phasenweise. Meines Erachtens war es eine Leistung mit Ansage. Die letzten Trainingseindrücke haben es bereits erahnen lassen.“

 

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