Nichts für schwache Nerven

Naina Klein war beim Spiel in Gröbenzell in überragender Form, steuerte acht Treffer für die gute Ausgangsposition vor dem Rückspiel bei.Foto:Christoph Karl Banski
Naina Klein war beim Spiel in Gröbenzell in überragender Form, steuerte acht Treffer für die gute Ausgangsposition vor dem Rückspiel bei.Foto:Christoph Karl Banski
Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo

Kamp-Lintfort..  Es war nichts für schwache Nerven: Die Drittliga-Handballerinnen des TuS Lintfort haben nach der knappen 18:19 (9:11)-Auswärtsniederlage im Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga bei der HCD Gröbenzell noch alles selbst in der Hand. Das Rückspiel findet bereits morgen um 16 Uhr in der heimischen Eyller Sporthalle statt.

Von Beginn an war der große mentale Druck auf beiden Seiten zu spüren. Und die gut 600 Zuschauer in der proppevollen Halle in Gröbenzell schürten mit ihrem Temperament die ohnehin schon hitzige Partie weiter an.

Spiel auf Augenhöhe

Die Spielerinnen auf dem Parkett mussten allerdings erst einmal ihren Rhythmus finden. Auf Seiten des TuS fehlte in der Offensive die nötige Struktur. Mit der Einwechslung von Angelika Bensch wurde es sichtlich besser.

Es bekämpften sich fortan zwei Kontrahenten auf Augenhöhe, jedoch auf überschaubarem Niveau. Trotz Einsatz, Kampf und Willensstärke gab es genau so viele technische Patzer und Fehlwürfe. Bei der Ausrichtung der TuS-Defensive gab es hingegen – wie üblich – wenig zu meckern. Der Einsatz stimmte immer bei dem intakten, kollektiven Auftritt. Doch eine verdiente sich ein besonders Lob: Nicole Hillig war der Turm in der Schlacht. Die erfahrene Torfrau machte mit zahlreichen Paraden gleich etliche HCD-Torchancen zunichte.

Die Partie verlief in Hälfte eins recht ausgeglichen (4:4/8:8) – manchmal jedoch mit leichten Vorteilen für die Gastgeberinnen.

Lintfort erwischte einen super Start in Halbzeit zwei. Das Team wirkte frisch, hoch motiviert und selbstbewusst. Der TuS übernahm schnell mit 13:12 (38.) die Führung. Aber es folgten schlimme acht Minuten, in denen die Mannschaft ihre Souveränität leichtfertig herschenkte. Gröbenzell nutzte die TuS-Verwirrung eiskalt aus, traf selbst fünfmal in Serie ins Schwarze zur eigenen 17:13-Führung. Doch die Gäste vom linken Niederrhein zeigten abermals Moral. Verlass war dieses Mal auf Naina Klein. Das Talent schulterte viel Verantwortung, warf insgesamt acht Tore und verdiente sich somit das Prädikat „besonders wertvoll“.

Der TuS Lintfort nahm in der Schlussphase den Faden wieder auf und holte sich ein beachtliches Ergebnis, das nun wirklich alle Möglichkeiten für das Rückspiel offen lässt.

„Ich bin zufrieden“, betonte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Hier im Hexenkessel – nach der langen Anreise und dem ganzen Programm – haben sich meine Spielerinnen vor allem von ihrer moralischen Seite her toll präsentiert. Es war ein schönes Event.“

TuS-Aufstellung: Marie Groetelaers, Nicole Hillig – Vanessa Dings, Eva Legermann, Tatjana van den Broek 4/2, Naina Klein 8, Caroline Mook, Jana Willing, Katharina Hufschmidt, Angelika Bensch, Eefje Huijsmans, Leonie Lambertz 3, Harma van Kreij 3.

 

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