Hickhack in Lintfort um Alina Grijseels

Die Verantwortlichen beim TuS Lintfort müssen kurz vor dem Jahresende einen herben Verlust hinnehmen. Alina Grijseels aus dem Damen-Handball-Team des TuS Lintfort verlässt mit sofortiger Wirkung den Tabellenzweiten der 3. Bundesliga und schließt sich der Spitzenmannschaft der 2. Bundesliga von BV Borussia Dortmund an. Der BVB wird aktuell von enormen Verletzungssorgen geplagt und sucht dringend Verstärkungen, um sein Ziel, den Aufstieg in die erste Bundesliga, nicht zu gefährden.

Alina Grijseels wurde von Seiten des Deutschen Handball Bundes (DHB) aufgefordert, wenigstens in der 2. Bundesliga zu spielen, um ihre Karriere im DHB-Juniorenteam. So hat sich die amtierende U18-Vizeweltmeisterin entschlossen, kurzfristig zur Borussia zu wechseln.

Geplant war dies mit einem Zweifachspielrecht für Lintfort und Dortmund. Darüber hätten sich auch bereits die Vertreter beider Vereine verständigt und die Termine abgestimmt, berichtet TuS-Vorsitzender Ulrich Klein. Am vergangenen Donnerstag habe die 18-Jährige dann mit TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein alles abgestimmt und die Zusage gegeben, für den TuS und den BVB aufzulaufen. Ihr spielerisches Engagement bei der A-Jugend vom TV Aldekerk wollte sie beenden. Das hätte das Zweifachspielrecht nämlich nicht zugelassen.

Überraschend dann die Entwicklung am Wochenende: Alina Grijseels habe sich neben dem BVB doch gegen Lintfort und mit ihrem Jugendspielrecht für Aldekerk entschieden. „Dies hat sie am Montag über ihre Mutter ausrichten lassen und war selbst nicht zu erreichen“, zeigt sich Ulrich Klein verschnupft.

Bettina Grenz-Klein: „Ich bin schon enttäuscht darüber, dass sich Alina trotz aller Gespräche und Absprachen für diesen Weg entschieden hat und vor allem, wie sie damit umgegangen ist“.

Selbst die Vereinsvertreter vom BVB seien von dieser Entwicklung überrascht worden, teilt der TuS mit.

Ulrich Klein: „Es ist völlig inakzeptabel, dass namhafte Vertreter des DHB während der laufenden Saison Druck auf Jugendspielerinnen aufbauen, dass diese den Verein wechseln. So musste sich Alina entscheiden, welchen ihrer beiden Vereine sie verlassen muss, um in die 2. Bundesliga zu wechseln. Wir wünschen Alina natürlich alles gute für ihren sportlichen Werdegang. Da das Spielrecht beim TVA liegt, hatten wir keine Möglichkeit, Alina an uns zu binden und musste mit dem Risiko leben, dass so etwas passiert.“

 
 

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