Erfolg und jede Menge Selbstwertgefühl

Sie können nicht nur jubeln, sondern auch Fußball spielen: Die „MSV Moers Caritas Kickers“ in ihrem ersten Jahr bei dem Meerbecker Verein.
Sie können nicht nur jubeln, sondern auch Fußball spielen: Die „MSV Moers Caritas Kickers“ in ihrem ersten Jahr bei dem Meerbecker Verein.

Ehrenamtliche Arbeit im Verein ist unglaublich wichtig. Manch einer findet dabei sogar seine Erfüllung, manchmal sogar einen neuen Lebensinhalt.

Und hinter jedem Sportverein verbirgt sich neben Spielbetrieben, Jahreshauptversammlungen, Animositäten, rechtliche, finanzielle, gesellschaftliche und gesellige Organisationen unglaublich viel Arbeit und Verantwortung, woran kaum jemand denkt, wenn er ein Ehrenamt übernimmt.

Warum dann noch zusätzliche Aufgaben ans Bein binden? Aufgaben, die Arbeiten beinhalten, die man nicht vorhersehen kann. Gerade wenn eine komplette Fußballmannschaft in einem bestehenden Verein eingebunden werden soll, deren Spieler alle ein Handicap haben, weil es „Menschen mit einer geistigen Behinderung sind“, wie es Dirk Ströter formuliert.

Er ist Trainer, Betreuer und eben einer der engagierten Macher der vorgelebten Inklusion, die – ähnlich wie der Wittfeld Wohnverbund der Grafschafter Diakonie beim VfL Repelen – beim MSV Moers eine Mannschaft platzieren konnte. Und die genießt eine hohe Akzeptanz. Nicht wegen der Behinderungen der Spieler, sondern wegen der Erfolge der Mannschaft.

Gehöriges Maß an Ansehen

Es sind die „MSV Moers Caritas Kickers“, die aktiv am Vereinsleben des MSV Moers 13/20 teilhaben, die Trainingszeiten und -fläche erhalten. Und so ganz nebenbei – quasi stillschweigend – dem MSV Moers, der seit mehr als 100 Jahren in einem mittlerweile strukturell eher schwierigen Stadtteil seine Heimat hat, ein gehöriges Maß an Ansehen eingebracht hat. Die Außenwirkung ist jedenfalls enorm. Auch, weil der MSV Moers mit den Caritas Kickers sich relativ frühzeitig auf Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 eingelassen hat.

Für Dirk Ströter ist das „Sport als Türöffner, Abbau von Hemmungen bei behinderten und nicht-behinderten Menschen. Wir wollen die Vielfalt als Normalität begreifbar machen. Normal ist die Vielfalt. Das Vorhandensein von Unterschieden ist positiv“, beschreibt er es blumig, und weiß selbstverständlich, dass es den Menschen, deren Vertrauen er genießt und deren Verantwortung in hohem Maße übernommen hat, mehr Lebensqualität durch den Sport, aber auch vor allem durch die aktive Teilnahme am Vereinsleben geben kann.

Die Fußball-Mannschaft für Menschen mit einer geistigen Behinderung des Caritas Wohnheimes Kardinal-von-Galen-Haus Moers wurde bereits 1995 gegründet, 2004 zur Werkstattmannschaft der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN) entwickelt und 2012 Mitglied beim MSV Moers.

Seitdem trägt das Team den Vereinsnamen etwa bei Teilnahmen von Special Olympics Deutschland und des Behinderten Sportverbandes NRW (BSNW) nach draußen.

Und mit dem methodisch-didaktischem Training, das wöchentlich unter fachlicher Leitung auf dem Programm steht und dankend von den Kickers angenommen wird, wird zum einen deren soziale Kompetenz gefördert, gleichzeitig aber auch die Öffentlichkeit sensibilisiert für die Leistungsfähigkeit der Menschen mit Behinderungen. Dafür sorgt unter anderem die Berichterstattung – und etwa diese Kooperation unserer Zeitung mit der Volksbank.

Und am Ende des Tages wird für alle Beteiligten deutlich, dass es absoluten Sinn macht, über den Tellerrand hinaus ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Dadurch wird nicht nur das Selbstwertgefühl der Caritas-Kickers gefördert, sondern auch das der „normalen“ Menschen im „normalen“ Verein. Beim MSV Moers ist dieses Zusammenleben, diese Inklusion jedenfalls mittlerweile Normalität. Recht so.

 
 

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