Trotz eines Teilerfolges für Balver Vereine: Die Skepsis bleibt

Volles Haus im Schützen- und Keglerzentrum in Neheim: Die Vereinsvertreter der Klubs aus dem Fußballkreis Arnsberg informierten sich über die Kreisstrukturreform. Foto: Peter Beil
Volles Haus im Schützen- und Keglerzentrum in Neheim: Die Vereinsvertreter der Klubs aus dem Fußballkreis Arnsberg informierten sich über die Kreisstrukturreform. Foto: Peter Beil
Foto: WP Peter Beil

Balve.. Man kann es als Etappensieg für die Balver Fußballvereine verbuchen. Seit Dienstagabend scheint zumindest die Zwangsumsiedlung der heimischen Kicker im Rahmen der Kreisstrukturreform des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) vom Tisch.

Das war die wichtigste Erkenntnis für die Vereine des Kreises Arnsberg bei der Info-Veranstaltung mit der Task-Force des Verbandes in Neheim. Die mit dem stellvertretenden Verbandspräsidenten Manfred Schnieders (Salzkotten), Verbandsdirektor Carsten Jaksch-Nink (Kamen) und dem Lippstädter Kreischef Josef Finkeldei (Anröchte) hochkarätig besetzte Kommission informierte die Klubs über die geplante Strukturreform. Bekanntlich will der FLVW sich den politischen Kreisen angleichen. Aus 33 Kreisen sollen 26 werden.

Doch scheinbar scheint diese geplante Reform seit dem 7. Februar bereits wieder Makulatur. Denn von diesem Tage datiert nach WP-Informationen ein Präsidiumsbeschluss, der eine Ausnahmeregelung für den Wechsel in einen anderen Kreis flächendeckend zulässt. Das wäre bei den Balver Vereinen aufgrund der räumlichen Nähe zum neuen Hochsauerlandkreis der Fall. Die „Lex Balve“ wird allerdings keine Ausnahme bleiben. So sollen am Montag die Vereine aus Castrop bereits die Zusage erhalten haben, im Kreis Herne bleiben zu können. Der Grund: In Castrop sind die Vereine meistens mit der Straßenbahn unterwegs!

„Das ist zumindest ein Teilerfolg für uns“, kommentierte Andreas Aßhoff, Geschäftsführer vom TuS Langenholthausen, die überraschende Wende. Besonders vor dem Hintergrund, dass Verbandschef Hermann Korfmacher in der Dezember-Ausgabe des Westfalensports noch davon sprach, dass es Massenausnahmen nicht geben werde. Der Wandel hängt scheinbar damit zusammen, dass der Verband bislang auf breite Ablehnung mit seiner Kreisstrukturreform stieß.

In Neheim schlug den Verbandsvertretern auch nur Skepsis entgegen. „Ich bin nicht gegen Reformen. Aber ich sehe immer noch keinen Sinn darin“, sagte Langenholthausens Geschäftsführer Andreas Aßhoff nach der Veranstaltung. Der Funktionär aus „LA“ ist der Überzeugung, dass Reformen von der Basis herbeigeführt werden sollten.

„Der Verband muss so etwas nicht den Vereinen verordnen. Kreise können doch, wenn sie es für nötig erachten, zusammen gehen“, wehrt sich Aßhoff wie weitere Anwesende gegen das Diktat des Verbandes. Der Langenholthauser machte auch keinen Hehl daraus, dass ihn das Vorgehen des Verbandes ärgert. „Wir haben bis zum heutigen Tag keine Antwort des FLVW auf unsere Resolution bekommen. Zumindest einen Zwischenbescheid hätte es geben müssen“, erregte sich Andreas Aßhoff.

Im Dezember hatten die Vereine aus Balve, Affeln und Küntrop, die von der Zwangsumsiedlung in den Märkischen Kreis bedroht sind, eine Resolution verfasst und den Verbleib in der angestammten Umgebung eingefordert.

In der Tat sorgte der blasse Auftritt der „Task-Force“ in Neheim für Nachdenklichkeit. Denn überzeugende Aussagen pro Reform gab es von Seiten der Verbandsvertreter nicht. Vielmehr wurden Anmerkungen der Vereinsvertreter teilweise barsch abgebügelt. „Sie verschließen sich jeglicher Argumentation“, war zum Beispiel von Carsten Jaksch-Nink, dem FLVW-Direktor, zu hören. Der Mann aus Kaiserau bestätigte auf WP-Nachfrage, dass es vor dem Treffen mit den Arnsberger Vereinen ein Telefonat mit Michael Ternes, Beisitzer im dortigen Kreisschiedsrichterausschuss, gegeben hatte. „Er hatte sich per Brief an Herrn Korfmacher gewandt. Wir wollten da ein wenig den Dampf herausnehmen“, wollte man beim Verband die Atmosphäre für das Treffen in Neheim beruhigen.

Mit der versteckten Zusage an die Balver Vereine beruhigte man die Situation schon ein wenig. Der Fußballkreis Arnsberg will jetzt den 17. März abwarten. An diesen Tag kommt die Ständige Vertretung des FLVW in Kaiserau zusammen. Bei diesem Treffen soll unter anderen beschlossen werden, dass die Balver Vereine nicht zwangsumgesiedelt werden. Danach will der Kreis Arnsberg erst entscheiden, wie man in Sachen Strukturreform abstimmen will.

Im Kreis Iserlohn verfolgt man die Entwicklung recht aufmerksam. „Die Reform ist doch eigentlich schon gescheitert. Jetzt wird nur noch getrickst und getäuscht“, findet Andreas Joswig, der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses klare und deutliche Worte. Eines scheint aber klar: Die Reform wird den Verband und seine Mitstreiter noch lange beschäftigen.

 

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