Trainer-Schachzüge greifen bei Sensation gegen Meister Gladbeck

Ansgar Heunemann und die HSG setzten mit dem Sieg bei Meister Gladbeck noch ein Ausrufezeichen auf eine glänzende Oberliga-Saison.
Ansgar Heunemann und die HSG setzten mit dem Sieg bei Meister Gladbeck noch ein Ausrufezeichen auf eine glänzende Oberliga-Saison.
Foto: Stefan Deitel

Menden.. Sie setzten noch einmal ein dickes Ausrufezeichen. Unbeeindruckt von der Heimniederlage gegen Augustdorf trat Handball-Oberligist HSG Menden-Lendringsen am Samstag bei Meister VfL Gladbeck auf und brachte dem Meister und Drittliga-Aufsteiger beim 30:28 (15:13) die erste Heimniederlage seit dem 1. Oktober 2011 bei.

„Die Freude, die man nach dem Spiel gesehen hat, war jede Anstrengung wert, die wir in der gesamten Saison auf uns genommen haben“, sagte Trainer Björn Wißuwa nach dem ersten Erfolg gegen das Ruhrpottteam überhaupt. „Das war eine sehr beachtliche Leistung.“

Dabei war es nicht so, dass die Gladbecker die Partie einfach herschenkten – sie wollten sich mit einem Heimsieg von ihren Fans verabschieden. Aber die HSG setzte voll dagegen. „Ab der 20. Minute haben wir daran geglaubt, dass was gehen könnte“, so Betreuer Gerd Lange. Über 7:3 (11.) führten die Gäste zu diesem Zeitpunkt mit 12:8. Die Mendener zeigten dabei eine außerordentlich starke Deckungsleistung, spielten eine 6:0-Abwehr mit offensiver Halbverteidigung (Vogler und Goeke, später Thiele und Heunemann). „Wir haben sehr gut verteidigt und daraus entwickelte sich ein überragender Gegenstoß“, lobte Trainer Wißuwa sein Team.

Auch in Durchgang zwei bestimmte die HSG lange die Szenerie. Das 22:18 (41.), das Thiele und Genau möglich machten, hätte sogar ausgebaut werden können, aber Thiele traf nur die Unterkante der Latte. In der Schlussphase drohte die Partie dann zu kippen. Gladbeck glich zum 24:24 (50.), Trainer Wißuwa nahm postwendend eine Auszeit und stellte Alexander Müller auf die Linksaußenposition.

Mit durchschlagener Wirkung. Müller per Siebenmeter, Bogdan Wittke mit einem Kraftakt über die zweite Welle und Sebastian Loos per Gegenstoß sorgten innerhalb einer Minute für das 27:24 (52.). Damit war das „Ding“ aber immer noch nicht durch. Erst Genaus Siebenmetertor zum 29:27 (59.) machte alles klar.

Nun hat die am letzten Spieltag freie HSG sogar noch die Chance, den aktuellen dritten Platz zu halten oder sogar noch Zweiter zu werden. „Wir sind tabellarisch aber auf jeden Fall in einer Lage, die uns keiner zugetraut hat“, sagte Trainer Björn Wißuwa, „und wir können mit sehr viel Stolz auf diese Saison zurückblicken.“

HSG Menden-Lendringsen: Kohl, Vogel; Becker (2), Hövelborn, Thiele (5), Vogler, Philipp Wittke (2), Müller (4/3), Bogdan Wittke (1), Genau (4/1), Loos (7), Heunemann (4), Goeke (1).

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